Der Maibaum der Gemeinde Baltmannsweiler sollte nicht als Brennholz enden. Stücke des Stamms wurden von Grundschulkindern künstlerisch gestaltet und werden nun versteigert.
Wie in den meisten Gemeinden der Region wird auch in Baltmannsweiler die Tradition gepflegt, einen Maibaum aufzustellen. Um den Schmuck und das Stellen des Baums kümmern sich Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr. In diesem Jahr thronte ein besonders prachtvolles Exemplar über dem Festplatz, hoch, gut gewachsen und aufwendig geschmückt. In einer Gemeinschaftsaktion entstanden nach dem Abbau des Baums aus dem Stamm Kunstwerke, die nun ersteigert werden können.
Martin Deppner aus Baltmannsweiler fand, dass der Maibaum nicht als banales Brennholz enden, sondern in neuer Form, künstlerisch gestaltet, weiterleben sollte. So entwickelte Deppner den Vorschlag, einen Teil des Baums in kleinere Stücke zu zersägen, sie von den Kindern der Grundschule der Gemeinde Baltmannsweiler kreativ gestalten zu lassen und sie anschließend zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung in der Region zu versteigern.
In Baltmannsweiler kam die Idee gut an
Die Aktion „Aus dem Stamm wird Kunst“ war geboren und stieß bei der Gemeindeverwaltung, der Grundschule und der Feuerwehr auf offene Ohren, wie Deppner erzählt. Auch der Bund der Selbstständigen (BdS) Baltmannsweiler-Hohengehren war sofort als Unterstützer mit an Bord. „Alle waren begeistert und haben gleich mitgemacht“, berichtet er.
Feuerwehrangehörige zersägten den Stamm in 16 Stücke, die der Gemeindebauhof zur Grundschule in Baltmannsweiler transportierte. Dort machten sich im Frühsommer Schülerinnen und Schüler der Klassen 3a und 4b ans künstlerische Werk.
Die Kinder griffen zu Farben und Pinseln, und auf den Stammstücken entstanden blaue Vögel und weiße Eichhörnchen, Krabben und Spinnentiere, Streifen, Spiralen und Hände. Mit Nägeln, dicht an dicht in das Holz gehämmert, wurden die Konturen nachgezeichnet, die Köpfe der Nägel mit Garn verbunden, sodass mit einer zweiten, netzartigen Ebene plastische Kunstwerke entstanden. „Die Kinder haben den Maibaum in ein buntes Gemeinschaftswerk verwandelt“, freut sich Bürgermeister Simon Schmid.
Kunstwerke im Rathaus Baltmannsweiler
Mittlerweile sind die Kunstwerke im Erdgeschoss des Rathauses ausgestellt und können ersteigert werden. Der BdS sammelt die Gebote, die Freiwillige Feuerwehr wird als Projektpate den Erlös an eine gemeinnützige Einrichtung übergeben. „Wir hoffen auf insgesamt etwa 2500 Euro aus der Region für einen guten Zweck in der Region“, beschreibt Martin Deppner, der gemeinsam mit seiner Frau Eva die Kasse mit einer Spende von 400 Euro bestückte. Nach der Versteigerung sollen die neuen Besitzer ihr Kunstwerk an dessen neuem Standort per Foto präsentieren. Die Bilder werden auf der Homepage der Gemeinde veröffentlicht „und tragen so die Idee von Gemeinschaft, Kreativität und Engagement in die Öffentlichkeit“, sagt Schmid.
Wie Martin Deppner hervorhebt, ist die gesamte Aktion auch Ausdruck dessen, was den Ort auszeichne und präge. „Der Maibaum steht für Tradition und Kultur. Die Feuerwehr und viele andere Ehrenamtliche haben sich dafür engagiert, und auch die Kinder sind mit ihren Kunstwerken dabei und tragen das Engagement weiter“, sagt er. Das stärke den Zusammenhalt im Ort. „Es ist schön, dass es diese Gemeinschaft hier gibt.“
Wir läuft die Auktion?
Info
Die Kunstwerke sind bis Ende November im Rathaus ausgestellt. Gebote können an den BdS Baltmannsweiler-Hohengehren unter: info@bds-baltmannsweiler.de geschickt werden. Dabei muss der vollständige Name, die Anschrift und die Nummer des gewünschten Kunstwerks genannt werden.