Baltmannsweiler/Hohengehren Dirigent gesucht: Blechbläserklänge zum Lob Gottes

Friedrich Veil probt mit dem Posaunenchor Hohengehren. Foto: kell

Der Posaunenchor Hohengehren umrahmt Gottesdienste und andere kirchliche Anlässe. Aktuell sucht der Chor einen neuen Dirigenten.

Unter dem Leitspruch „Gott zur Ehre und den Menschen zur Freude“ musizieren deutschlandweit in 6500 Posaunenchören mehr als 120 000 Bläserinnen und Bläser. In Baltmannsweiler gibt es, bedingt durch die Historie der beiden früher selbstständigen Ortsteile, gleich zwei Blechbläserchöre, die mit ihrer Musik die Botschaft des Evangeliums verbreiten.

 

Während der Posaunenchor Baltmannsweiler erst in den 1970-er Jahren gegründet wurde, gehen die Wurzeln des Chors in Hohengehren zurück bis ins Jahr 1953. Aus den ersten Anfängen heraus hat sich ein sehr leistungsfähiges Ensemble entwickelt, in dem heute 40 Bläserinnen und Bläser musizieren. Zudem sichern elf Jungbläser, die derzeit an verschiedenen Instrumenten ausgebildet werden, die Zukunft des Chors.

Jung und Alt musizieren gemeinsam

„Unsere Altersspanne erstreckt sich von acht bis 75 Jahren“, erzählt Chorvorstand Werner Lang. „Doch das ist kein Problem. Der Zusammenhalt ist klasse. Jeder unterstützt jeden, und es profitieren alle davon“. Lang ist überzeugt: Gemeinsamkeit macht stark. Und im harmonischem Miteinander meistert man die vielfältigen Aufgaben.

Neben den klassischen Verpflichtungen in der Kirchengemeinde wie Gottesdienstbegleitungen stehen auch Geburtstagsständchen, musikalische Umrahmung von Beerdigungen und das Kurrendespielen an Ostern auf der Agenda. Zudem ist der Posaunenchor im bürgerlichen Leben der Gemeinde aktiv. Nicht nur beim Maibaumaufstellen und der Waldweihnacht sind die Blechbläser zu hören – auch bei Theaterabenden oder dem traditionellen Backhausfest engagieren sich die Chormitglieder.

Für den Nachwuchs wird umkomponiert

„Dass wir 2012 mit Friedrich Veil einen im Posaunenchorwesen erfahrenen Dirigenten gewinnen konnten, der zudem als studierter Posaunist und Musiklehrer über große musikalische Expertise verfügt, war ein Glücksfall“, sagt Lang. Unter Veils engagierter Führung hat der Chor enorme Fortschritte gemacht, was sich nicht zuletzt in den erfolgreichen Konzerten zeigt, bei denen stets ein breites Bläserrepertoire das Publikum begeistert.

Auch in der Jugendarbeit hat Veil Impulse gesetzt. Damit die Jungbläser bei den Konzerten mit dem großen Chor mitspielen können, schrieb Veil, der in Schwäbisch Hall wohnt und am Evangelischen Schulzentrum in Michelbach als Gymnasiallehrer unterrichtet, vereinfachte Stimmen. So führt man den Nachwuchs nach und nach an den großen Chor heran.

2013 wurde die Jugendausbildung, die von Marion Dezauer geleitet wird, umstrukturiert. Wöchentlich erhalten die jungen Bläserinnen und Bläser eine halbe Stunde Einzelunterricht, und damit man sich an das Zusammenspiel gewöhnt, gibt es zusätzlich eine gemeinsame Probe.

Leiter des Chors wurde verabschiedet

Doch der Nachwuchs wird nicht nur musikalisch geschult. „Für den Zusammenhalt der Gruppe sind gemeinsame Aktivitäten sehr wichtig“, weiß Dezauer. Deshalb werden auch Ausflüge und Freizeiten angeboten, und ein Höhepunkt ist im Januar die Jungbläserschulung des Kirchenbezirks Esslingen in Michelbach.

Ein großer Erfolg war im November das Konzert in der katholischen Kirche Baltmannsweiler, das jedoch von einem Wermutstropfen überschattet wurde: Der erfolgreiche Chorleiter Friedrich Veil, der den Posaunenchor Hohengehren aus privaten Gründen verlässt, wurde verabschiedet. „Wir bedauern den Weggang von Friedrich sehr“, sagt Werner Lang. Da noch kein Nachfolger gefunden wurde, würde sich der Chorvorstand über Interessenten für die vakante Stelle freuen.

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