Banken in Ehningen und Aidlingen Bankenfusion überraschend geplatzt
Noch Ende Januar verkündete man, auf dem Weg zu Traualtar zu sein. Jetzt ist die Hochzeit der Raiffeisenbank Aidlingen mit der VR-Bank Ehningen-Nufringen abgesagt.
Noch Ende Januar verkündete man, auf dem Weg zu Traualtar zu sein. Jetzt ist die Hochzeit der Raiffeisenbank Aidlingen mit der VR-Bank Ehningen-Nufringen abgesagt.
Die Verlobung ist noch nicht allzu lange her: Ende Januar verkündeten die Bankvorstände der Raiffeisenbank Aidlingen und der VR-Bank Ehningen-Nufringen auf einer Pressekonferenz, künftig gemeinsam durchs Leben gehen und sich im Laufe des Jahres vermählen zu wollen. Doch zur feierlichen Verschmelzung der beiden genossenschaftlichen Banken wird es überraschenderweise nicht kommen: Am Donnerstag teilten sie mit, dass die Fusionsgespräche beendet sind: „Nach eingehenden Prüfungen und Verhandlungen konnte man sich nicht in allen Gremien über die künftige Neuausrichtung der fusionierten Bank einigen“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung.
Das Tischtuch sei nach der gelösten Verlobung aber keineswegs zerschnitten: Die Häuser blieben weiterhin „freundschaftlich und partnerschaftlich“ verbunden, heißt es weiter. Auf Nachfrage betonen die Vorstände der VR Bank Ehningen-Nufringen, Caroline von Plotho und Harry Krieg, weiterhin mit den Kollegen aus Aidlingen im guten Austausch zu stehen: „Nur die Fusion war zum jetzigen Zeitpunkt in zwei bis drei wesentlichen Punkten nicht machbar“, sagt von Plotho. Daher habe man lieber schnell entschieden, alles beim Alten zu belassen.
Erfreulicherweise sei man in einem stabilen wirtschaftlichen Umfeld unterwegs und habe immer aus einer Position der Stärke heraus agiert. Indes: Die geplante Fusion kam nicht aus heiterem Himmel. Ein zunehmend spürbarer Fachkräftemangel und eine aufwendige Regulatorik macht allen Geldinstituten zu schaffen. „Doch wir sind durchaus in der Lage, das weiterhin allein zu stemmen“, sagt Caroline von Plotho. Nur die Wachstumspotenziale und Synergieeffekte der Fusion würden sich jetzt eben nicht realisieren lassen.
Das neue Konstrukt hätte circa 60 Mitarbeitende, eine Bilanzsumme von 450 Millionen Euro, rund 6100 Mitglieder und etwa 14 000 Kunden gezählt. Der etwas sperrige Name war ebenfalls schon gefunden: „VR-Bank eG Aidlingen-Ehningen-Nufringen“. Er sollte regionale Verbundenheit ausdrücken und den Kunden vermitteln, dass ihre Bank weiterhin fest vor Ort verankert sei. Dabei bleibt es auch jetzt, betonen die Vorstände. Die beiden Banken blieben „weiterhin unverändert für die Mitglieder und Kunden vor Ort da.“