Bargeld-Filiale in Stuttgart soll umziehen Bundesbank sucht Bauplatz für Geldspeicher

Die Filiale der Deutschen Bundesbank an der Theodor-Heuss-Straße wird perspektivisch geschlossen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Zwei von drei Standorten der Bundesbank in Baden-Württemberg werden geschlossen, die Filiale in Stuttgart soll aus logistischen Gründen aus der Innenstadt abwandern.

Die Deutsche Bundesbank wird ihren für den Bargeldverkehr wichtigen Standort in der Landeshauptstadt mittelfristig verlassen. Um die Filiale aus der Theodor-Heuss-Straße 20 abziehen zu können, wird seit einiger Zeit ein Bauplatz im Großraum Stuttgart gesucht. Der Neubau soll, anders als die alte Filiale, möglichst gut erreichbar an einer der großen Verkehrsachsen liegen. Die Filiale wird von Wertdienstleistern mit ihren teils größeren gepanzerten Fahrzeugen angesteuert, künftig könnten es wegen der Zentralisierung mehr werden. Privatkunden können in der Filiale auch heute noch Mark in Euro tauschen und sich beschädigtes Bargeld ersetzen lassen.

 

Hauptverwaltung bleibt am Standort

Die Hauptverwaltung der Bundesbank für Baden-Württemberg ist von den Neubauplänen nicht betroffen. Sie bleibt am Standort Stuttgart in der City. Die Neubaupläne für die Verwaltung waren im März 2023 ad acta gelegt worden. Statt eines geplanten Bürobaus an der Stelle von Galeria Kaufhof in der Eberhardstraße 28, den der Immobilienunternehmer René Benko erstellen wollte, soll das Bundesbankgebäude in der Marstallstraße 3 saniert werden.

Der neue Geldspeicher soll analog zur jüngsten neuen Bundesbank-Filiale in Dortmund einen hohen Automatisierungrad haben und die Logistik vereinfachen. Dazu wird ein zwischen 25 000 und 45 000 Quadratmeter großes Grundstück möglichst in der Nähe zur Landeshauptstadt und nahe der Autobahn gesucht. Zum Vergleich: In Dortmund hat die Bundesbank 79 000 Quadratmeter benötigt, allerdings versorgt dieser Standort das gesamte Ruhrgebiet bis Düsseldorf, den Niederrhein und das Münsterland, in Summe zwölf Millionen Menschen. Dieser Neubau zur modernen Geldbearbeitung kostete 2021 rund 300 Millionen Euro.

Neben Stuttgart will die Bundesbank auch in Frankfurt, Hannover und Köln an logistisch günstigen Standorten neu bauen. Man modernisiere und konsolidiere das Filialnetz, so der Bundesbankpräsident Joachim Nagel.

Bargeld nimmt wider Erwarten zu

In Baden-Württemberg plant die Bundesbank im Jahr 2028 die Schließung ihres Standorts in Ulm, von 2034 bis 2039 sollen dann die Filialen in Freiburg und Reutlingen aufgegeben werden. Bundesweit werden acht der derzeit 31 Filialen geschlossen. Erhalten bleiben im Land die drei Standorte Karlsruhe, Villingen-Schwenningen und Region Stuttgart. Jede der Filialen soll einen Radius von rund 75 Kilometern abdecken.

Trotz neuer elektronischer Zahlungsmöglichkeiten ist der Banknotenumlauf bei der Deutschen Bundesbank kontinuierlich gewachsen. Die Bargeldmenge in Noten erreichte Ende 2022 rund 900 Milliarden Euro, dazu kamen Münzen im Wert von 32 Milliarden Euro. Das Wachstum ging allerdings 2022 auf 1,8 Prozent zurück. In den Jahren zuvor lag es bei jeweils knapp über sieben Prozent.

Laut Bundesbank hatten die Bürger Ende 2022 zudem auch noch Mark-Noten im Wert von rund 12,3 Milliarden Euro gehortet. Mit den Neubauten bekenne man sich „klar zu unserem Auftrag, die Versorgung mit Bargeld sicherzustellen“, so Nagel.

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