Barock Volleys MTV Ludwigsburg Die Play-offs sind erneut das große Ziel
Die Ludwigsburger Bundesliga-Volleyballer haben eine herausragende Saison gespielt – und die Ambitionen des Vereins bleiben hoch.
Die Ludwigsburger Bundesliga-Volleyballer haben eine herausragende Saison gespielt – und die Ambitionen des Vereins bleiben hoch.
Es war ein schnelles Ende, aber trotzdem kein ernüchterndes. Die Barock Volleys MTV Ludwigsburg verloren zwar das entscheidende dritte Play-off-Viertelfinale beim VfB Friedrichshafen mit 0:3 (18:25, 20:25, 19:25), der Schmerz über das Ende der Saison verflog jedoch schnell. „Wir hatten nie Zugriff aufs Spiel, waren chancenlos“, sagte Michael Dornheim, dessen Team am Samstag beim überraschenden 3:1-Heimsieg gegen den VfB im zweiten Duell der Serie eine überragende Leistung gezeigt und zuvor als Aufsteiger die Bundesliga aufgemischt hatte. „Das Fazit fällt mehr als positiv aus“, meinte der Sportdirektor, „wir haben mit unserer explosionsartigen Entwicklung in Ludwigsburg eine Volleyball-Euphorie ausgelöst.“ Das hat auch den Trainer gefreut.
Hasse Mattila wird seine erste Auslandsstation in bester Erinnerung behalten. „Für einen Aufsteiger war es eine unglaubliche Saison“, sagte der Finne, „ich bin sehr stolz auf die Spieler und die Organisation. Es ist großartig, wie der Verein dieses erste Jahr gemeistert hat.“ Im zweiten wird Hasse Mattila nicht mehr dabei sein. Die Barock Volleys haben in Patrick Steuerwald einen neuen Chefcoach verpflichtet, unter ihm soll die positive Entwicklung weitergehen. „Wir sind ein kleines Start-up, das im Prozess des Wachsens ist“, erklärte Michael Dornheim, „das betrifft die Mannschaft und das Umfeld, das den sportlichen Bereich unglaublich unterstützt und den Erfolg erst ermöglicht. Das Ziel ist nun, uns immer weiter zu professionalisieren.“ Um die gestiegene Erwartungserhaltung zu erfüllen – auch die eigene.
Selbstverständlich hat die Premierensaison in der Bundesliga Lust auf mehr gemacht. Das Team wird zwar einige Stammkräfte verlieren, unter anderem den überragenden Diagonalangreifer Nyherowo Omene, trotzdem ist Michael Dornheim zuversichtlich: „Der Kader für die nächste Saison steht so gut wie fest – und er wird von der Qualität her nicht schwächer sein.“ Dementsprechend ambitioniert ist die Zielsetzung. „Wir wollen weiterhin attraktiven Volleyball spielen“, erklärte der Sportdirektor, „es ist nicht planbar, noch einmal so viele Siege zu holen und am Ende erneut Platz sechs zu belegen. Aber wir wollen wieder in die Play-offs.“ Was nicht einfach wird.
Die fünf Vereine, die diesmal vor den Barock Volleys standen, haben laut Michael Dornheim „einen mindestens viermal so hohen Etat“. Und auch einige der Bundesliga-Konkurrenten, welche die Barock Volleys, deren Budget im mittleren sechsstelligen Bereich liegt, hinter sich gelassen haben, verfügen über mehr Geld. Andererseits würde auch Rang acht genügen, um erneut die Play-off-Teilnahme zu schaffen. „Dieser sportlichen Aufgabe stellen wir uns“, sagte Michael Dornheim, „und zugleich wollen wir die Entwicklung des Standorts Ludwigsburg vorantreiben.“ Um die Großen auch künftig ärgern zu können. Dann ja vielleicht auch mal in einem Auswärtsspiel.