Barrierefrei durch den Rotwildpark Sympathie fürs Shuttle

Von Jan Sellner 

Die CDU-Fraktion in Stuttgart sieht einen Zubringer für Gehbehinderte als wünschenswert an, erst einmal muss der Plan aber konkretisiert werden.

So werden in den Niederlanden Gehbehinderte transportiert Foto: Pfefferle
So werden in den Niederlanden Gehbehinderte transportiert Foto: Pfefferle

Stuttgart - „Guten Tag liebe Redaktion, ich bin gerade in Noordwijk, Niederlande – Provinz Südholland – im Urlaub und lese meine Stuttgarter Zeitungen nach. Dabei bin ich auch auf den Bericht über ein mögliches Shuttle zum Bärenschlössle gestoßen.“ So beginnt Sabine Pfefferle ihre Lesermail. Im Anhang findet sich das hier abgedruckte Foto: „Es zeigt, wie hier in Noordwijk alte oder fußkranke Menschen zum Strand gebracht werden. Ich hoffe für unsere gehbehinderten Menschen, dass das Projekt in Stuttgart schnell realisiert wird.“

Sabine Pfefferle ist mit dieser Hoffnung nicht allein. Hunderte Bürger haben sich auf Unterschriftenlisten eingetragen, die Peter Gernbacher ausgelegt hat, ein begeisterter Bärenschlössle-Besucher, der sich seit einigen Monaten für die Einrichtung eines umweltfreundlichen Shuttles im Rotwildpark stark macht. Dafür findet er auch politische Unterstützung. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Karin Maag macht sich für das Vorhaben stark. In einem Brief hat sie sich an Regierungspräsident Wolfgang Reimer gewandt, der sie an die Untere Forstbehörde der Stadt Stuttgart verwies. Erst einmal sollten „wichtige Fragen nach Intensität und Art der Durchführung des Shuttle-Services geklärt werden“, schreibt Reimer. Offen sei zum Beispiel ob ein Shuttle-Betrieb Baumaßnahmen erfordere „weil Wege ausgebaut oder behindertengerechte Parkplätze eingerichtet werden müssen“. Das Vorhaben müsste also konkretisiert werden.

Eine Antwort der Stadt steht aus

Inzwischen ist auch die Stuttgarter CDU-Gemeineratsfraktion tätig geworden. In einem Antrag an die Stadtverwaltung erkundigen sich die Stadträte Beate Bulle-Schmid, Iris Ripsam und Jürgen Sauer danach, welche Genehmigungen für ein Bärenschlössle-Shuttle notwendig sind und wie die Stadt die Einrichtung eines solchen Zubringerdienstes unterstützen kann.

Grundsätzlich sieht die CDU-Fraktion „die Bereitstellung eines Shuttles zum Bärenschlössle als wünschenswert und wichtig an, um auch der älteren Generation den Zugang zu ermöglichen“. Mit zunehmendem Alter werde es für einen Teil der Bevölkerung immer schwieriger, oftmals sogar unmöglich, bis zum Bärenschlössle zu kommen; die Wege seien weit und Gehbehinderungen machten längere Strecken unmöglich. Die CDU-Stadträte weisen allerdings auch auf Schwierigkeiten bei der Umsetzung hin, weil das Bärenschlössle in einem Naturschutzgebiet liegt. Mit ihrem Fragenkatalog wollem sie die Voraussetzungen klären. Eine Antwort der Stadt steht aus.

Ein Raupenfahrzeug, wie auf dem Bild von Sabine Pfefferle zu sehen, wird im Stuttgarter Rotwildpark vermutlich nicht zum Einsatz kommen. Die Bürger-Vorschläge reichen von umgebauten Golf-Cards, über ein elektrisches Zügle bis zu Fahrrad-Rikschas – in jedem Fall soll der Shuttle umweltfreundlich sein.

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