Barrierefreiheit in Stuttgart-Vaihingen Tiefbauamt markiert weitere Treppenstufen

Am Rathaus wurden bereits die Stufen markiert. Ein großer Erfolg für Gabriele Leitz, Ivo Josipovic und die Arbeitsgruppe Barrierefrei. Foto: privat
Am Rathaus wurden bereits die Stufen markiert. Ein großer Erfolg für Gabriele Leitz, Ivo Josipovic und die Arbeitsgruppe Barrierefrei. Foto: privat

Die Verwaltung nimmt Stellung zu Anträgen der Arbeitsgruppe Barrierefrei im Bezirksbeirat Stuttgart-Vaihingen. Doch nicht an allen Stellen kann das Tiefbauamt handeln.

Filderzeitung: Sandra Hintermayr (shi)
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Vaihingen - Die Antwort der Stadt hat etwas gedauert. Bereits im März 2016 beantragte die aus dem Bezirksbeirat entstandene Arbeitsgruppe Barrierefreies Vaihingen, dass die Stufenvorderkanten im Ortskern besser markiert werden. Das erleichtert Menschen mit einer Sehbehinderung die Orientierung. Nun nimmt die Stadt Stellung zu den Forderungen. „Die erwähnten Treppen befinden sich in verschiedenen Zuständigkeiten innerhalb des Tiefbauamts, die Beantwortung hat daher etwas Zeit in Anspruch genommen“, heißt es in der Erklärung des Tiefbauamts.

Die Stufenvorderkartenmarkierungen in den Fußgängerunterführungen seien „ein Basisbestandteil der Barrierefreiheit“. Man habe die Nachrüstung stadtweit im Blick. Bei turnusgemäßen Instandsetzungsarbeiten an Treppenstufen werden die Markierungen nach Angaben der Stadt nachgeholt. „Am Treppenaufgang vom Rathausplatz zur Alten Kelter wird die Stufenvorderkantenmarkierung an den jeweils ersten und letzten Stufen der Treppenläufe durch die Bauabteilung Neckar/Filder kurzfristig nachgerüstet“, schreibt das Tiefbauamt.

Im gleichen Zug sollen auch die Treppen am Schillerplatz und an der Unterführung von der Sigmundtstraße unter der Hauptstraße hindurch markiert werden. Zudem möchte das Tiefbauamt die Treppenabgänge am Busbahnhof an der Vollmoellerstraße und an der Liebknechtstraße zur Unterführung am Bahnhof nachbessern.

Taktile Bodenleitsysteme sind nicht überall möglich

Im Sommer 2016 forderte die Arbeitsgruppe Barrierefrei zudem die Anbringung und Überprüfung taktiler Bodenleitsysteme an Ampeln und Bushaltestellen. Sehbehinderte Menschen können die Systeme mit ihren Blindenstöcken ertasten und so erkennen, wo ein haltender Bus die Tür öffnet oder sich Fußgängerüberwege befinden. Bei Neuinstallationen oder grundlegenden Erneuerungen von Ampeln und Fußgängerquerungen beachte das Tiefbauamt „die jeweils gültigen Regeln zur Barrierefreiheit“ und setze sie um, heißt es in der Antwort der Stadt. Als das Areal um die Schwabengalerie neu gestaltet wurde, habe man die geltenden Vorschriften ebenso beachtet.

Sobald die Bushaltestelle Rathaus barrierefrei ausgebaut wird, will das Tiefbauamt ein ertastbares Einstiegsfeld ergänzen. „Dies ist jedoch nur im Rahmen einer Neugestaltung des Gesamtumfelds realisierbar, dafür liegen derzeit keine Planungen vor“, so die Stadt. Das gelte auch für neue taktile Bodenleitsysteme an den Kreuzungen im Ortszentrum rund um Vaihinger Markt und Schwabengalerie. Die Ampeln selbst, betont das Tiefbauamt, seien alle barrierefrei ausgerüstet und ermöglichten damit einen gefahrlosen Übergang.

An der Querung der Herrenberger Straße prüfe die Stadt derzeit gemeinsam mit dem Blindenverband, ob eine Nachrüstung mit taktilen Bodenelementen und gegebenenfalls einem akustischen Signal in Frage komme. Das hintere erstastbare Bodenfeld an der Bushaltestelle Schillerplatz sei nach Rücksprache mit der SSB nicht notwendig, da selten zwei Busse hintereinander halten. „Wir werden es daher entfernen lassen“, schreibt das Tiefbauamt.




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