Basketball-Bundesliga Erneut – MTV Stuttgart siegt im Stadtduell

Aufbauspielerin Merjem Hodzic (re.) und der MTV Stuttgart setzten sich gegen Matea Ramljak (li.) und das Regioteam durch. Foto: Günter Bergmann

In der Basketball-Bundesliga der U-18-Juniorinnen setzt sich das Team vom Kräherwald im Spiel der vergebenen Würfe gegen das Regioteam Stuttgart mit 71:50 durch .

Wie schon im ersten Aufeinandertreffen in der Basketball-Bundesliga der U-18-Juniorinnen (WNBL) zwischen dem MTV Stuttgart und dem Regioteam Stuttgart jubelten am Ende die Basketballerinnen vom Kräherwald. Hieß es Anfang Oktober 86:56, behielt an diesem Sonntag das Team von Trainer Cyril Da Silva im Heimspiel mit 71:50 (24:12, 38:27, 55:40) die Oberhand.

 

MTV gegen das Regioteam – die Partie ist nicht nur das Landeshauptstadt-Derby in der höchsten deutschen Junioren-Basketballliga, sondern birgt auch viel Brisanz. Denn ursprünglich machten die beiden Kontrahenten gemeinsame Sache. Als das Regioteam nämlich vor vier Jahren als Förderprojekt aus der Taufe gehoben wurde, war der MTV einer von acht Kooperationspartner. Bereits ein Jahr später machten sich die Korbjäger vom Kräherwald aber „selbstständig“. Ein Schritt, der bei den anderen Clubs des Talentprojekts alles andere als für Jubelstürme sorgte. Weiter belastet wurde die Beziehung durch die Wechsel von Diana Ivancic, Mia Mandic und Leticia Pereira Gnassingbe im Sommer zum MTV. Besagte drei Akteurinnen waren die Leistungsträgerinnen beim Regioteam und „dementsprechend war uns nach den Abgängen schon klar, dass eine schwierige Saison vor uns liegen wird“, sagt Regioteam-Coach Franck Becker.

Bis jetzt hat sich dies bestätigt. Das Regioteam ist in der Süd-Gruppe Letzter mit nur einem Sieg. Insgesamt zehn Spielerinnen rückten aus der U 16 auf und dementsprechend fehle es dem Team an der Erfahrung, vor allem in entscheidenden Situation des Spiels, hat Becker erkannt. Dennoch: „Die Mannschaft hat sich gesteigert und in den meisten Partien sehr gut mitgehalten. Ich bin guter Dinge, dass wir in der Liga bleiben können.“ Selbst wenn man in den Playdowns – voraussichtlicht gegen den Liga-Rivalen Ludwigsburg und zwei Vertreter aus der Gruppe Mitte – nicht einen der ersten beiden Plätze belegen würde, sei der Abstieg noch nicht besiegelt. „Es folgt eine Qualifikationsrunde mit Teams aus ganz Deutschland und da hätten wir dann immer noch die Chance, die Liga zu erhalten.“

MTV Stuttgart mit Saiosnverlauf zufrieden

Derweil steht der Kontrahent und Liga-Neuling MTV auch nach dem Sieg im Stuttgarter Derby weiter auf Rang drei und ist damit zwei Spieltage vor Hauptrundenabschluss auf Playoff-Kurs (die ersten Vier sind dazu berechtigt). „Die Mädels spielen mit einer hohen Intensität, recht schnell und haben ordentlich Power“, sagt der Sportliche Leiter Enrico Laue, der mit den Seinen „sehr zufrieden“ ist. Gleichwohl er sich manchmal mehr Ruhe und Abgeklärtheit anstatt überhastete Aktionen wünscht. Auch Laue macht dafür eine gewissen Unerfahrenheit verantwortlich, wobei er betont, dass die besagten drei Sommer-Zugänge vom Regioteam plus die Ex-Ludwigsburgerin Katara Lischka insgesamt das Spiel der Kräherwald-Truppe „ruhiger und sachlicher“ gemacht hätten. Somit habe man bislang mit jedem Team mithalten können. Ausnahme: Die Partie gegen den unangefochtenen Spitzenreiter TS Jahn München – die Da-Silva-Truppe hatte mit 57:90 klar das Nachsehen. Sollte der MTV nach den noch zwei ausstehenden Begegnungen nicht weiter als Platz vier abrutschen, dann steht die erste Playoff-Runde im Überkreuz-Modus gegen die Mitte-Gruppe an.

Coach becker vom Regioteam Stuttgart hadert über Freiwürfe

Derweil sagt Laue über das aktuelle Stuttgarter Derby: „Hauptsache gewonnen“. Zufrieden war er mit der Leistung der Seinen aber nicht. Dass das Regioteam auch gut Basketball spielen könne, stehe außer Frage. „Aber wir haben es einfach nicht geschafft, unsere gewohnte Leistung sowohl defensiv als auch offensiv aufs Feld zu bringen, speziell zu viele Würfe, auch Eins-gegen-Null-Aktionen, verlegt“, so Laue, in dessen Team vor allem die beiden Aufbauspielerinnen Merjem Hodzic (elf Punkte) und Soraya Zaoaoui (beste MTV-Punktesammlerin mit 14 Punkten) zu überzeugen wussten. Auch Regioteam-Coach Becker haderte mit der Wurfausbeute. „Bei den Freiwürfen hatten wir nur eine Quote von 50 Prozent, da muss normalerweise die 70 stehen“, sagt er und fügt hinzu: „Bei einer effizienteren Ausbeute vor allem in der ersten Hälfte hätten wir die körperlich überlegenen MTV-Akteurinnen möglicherweise nervös machen und das Spiel enger gestalten können.“ Zudem ging nur einer von 13-Drei-Punkte-Versuche durchs Netz, beim MTV waren es sieben von 24 Versuchen. Beste Werferin mit 13 Punkten war auf Gästeseite Julia Geiger.

MTV Stuttgart: Hodzic (10 Punkte), Prpos (2), Zaoaoui (14), Mandic (4), Lischka (4), Ivancic (12), Huberti (10), Perreira Gnassingbe (5), Arnold (2), Bandirma (8), Kitsos, Murais.

Regioteam Stuttgart: Geiger (13), Windgasse (11), Ramljak (9), Ayacioglu (6), Kugler (3), Conzelmann (8), Drews Pasch, Misity Brcic, Von Busse Fargas, Tas.

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