Basketball-Bundesliga-Play-offs Debakel für die MHP Riesen Ludwigsburg bei Brose Bamberg

Ratlosigkeit bei den Riesen: MVP Jaleen Smith (li.)  und Trainer John Patrick. Foto: Pressefoto Baumann
Ratlosigkeit bei den Riesen: MVP Jaleen Smith (li.) und Trainer John Patrick. Foto: Pressefoto Baumann

Die Basketballer der MHP Riesen Ludwigsburg hätten am Sonntag in Bamberg schon den Halbfinal-Einzug in den Play-offs klarmachen können – doch es kam ganz anders.

Sport: Joachim Klumpp (ump)
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Bamberg/Ludwigsburg - Nichts war’s mit dem Schnelldurchlauf ins Halbfinale der Play-offs für die MHP Riesen Ludwigsburg. Der souveräne Hauptrunden-Erste der Basketball-Bundesliga verlor nach zwei Siegen zum Auftakt in eigener Halle am Pfingstsonntag beim Ex-Meister Brose Bamberg nicht nur das Spiel, sondern erlebte geradezu ein Desaster – beim 60:96 (35:60). So wird es nichts mit dem Titel. Der Riesen-Profi Andrew Warren hatte schon vor der Partie gewarnt: „Ich halte nichts von Spekulationen, wie schnell wir ins Halbfinale einziehen, dazu hat Bamberg eine zu gute Mannschaft.“ Bei der so gut wie alles klappte, vor allem die Würfe aus der Distanz. Bambergs Trainer Johan Roijakkers wusste um diese Waffe und hatte gesagt: „Heute müssen bei uns die Dreier fallen.“

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Und wie sie fielen, wie reife Äpfel. Im ersten Viertel schon sieben bei elf Versuchen, das war der Grundstein zur souveränen 29:17-Führung. In diesem Stil ging es weiter, die Riesen hatten dem starken Auftritt der Bamberger, auch in der Defensive, rein gar nichts entgegen zu setzen. Man muss es so klar sagen: Sie wurden vorgeführt, lagen zur Pause mit 35:60 (!) zurück. Die Dreierquote der Bamberger lag da bei fast 60 Prozent. Ludwigsburgs Kapitän Jonas Wohlfarth-Bottermann brachte es auf den Punkt: „Bamberg ist bereit – wir sind es nicht.“ Das war bitter, aber die Wahrheit. Auch nach dem Wechsel nahm das Unheil seinen Lauf für die Gäste, die gerade einmal vier Dreier-Würfe ins Ziel brachten, die Bamberger am Ende immerhin noch 17 – das sagt fast alles. Zumindest die Höchststrafe (100 Körbe) blieb den Riesen erspart. „Wir waren nicht wach ins Spiel gegangen“, sagte Riesen-Coach John Patrick, und fügte hinzu: „Wir dürfen nicht vergessen dass die Bamberger eine gute Mannschaft haben, die heute um 40 Punkte besser war.“ Beste Werfer bei den Riesen waren die beiden Routiniers Tremmell Darden (39) und Yorman Polas Bartolo (35) mit je 11 Punkten.

Es droht ein fünftes Spiel am Donnerstag

Die Ludwigsburger bleiben nun bis Dienstag (18.30 Uhr) in Bamberg und müssen das Spiel so schnell wie möglich aus den Köpfen bekommen, sonst wird es nicht nur physisch, sondern auch psychisch eine schwere Aufgabe, um das vierte Spiel dann vielleicht für sich zu entscheiden. Sollte das nicht gelingen, kommt es am Donnerstag (18.30 Uhr) zum alles entscheidenden fünften Spiel in der MHP-Arena – in der die Ludwigsburger inzwischen mehr als zwei Jahre in der Liga unbesiegt sind.

Zumindest das spricht (noch) für die Riesen.

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