Basketball Ein Schritt hin zu professionelleren Strukturen

Von Harald Landwehr 

Der SV Fellbach erhöht vor der neuen Regionalliga-Saison den Trainingsumfang, Jens Leutenecker will nun sieben Übungseinheiten anbieten. Den Großteil seines Kaders hat er bereits beisammen, neu sind Fabian Ristau und Daniel Franz.

Vilius Sermokas spielt nach seiner Kreuzbandverletzung wieder für den SV Fellbach. Foto: Nicklas Santelli
Vilius Sermokas spielt nach seiner Kreuzbandverletzung wieder für den SV Fellbach. Foto: Nicklas Santelli

Fellbach - Schon bei seiner Ankunft in Fellbach vor einem Jahr hatte Vilius Sermokas kein Geheimnis daraus gemacht, dass er nach seiner aktiven Karriere als Spieler eine Laufbahn als Basketball-Trainer anstreben will. In den vergangenen Wochen bekam der Litauer in Diensten des SVF tatsächlich schon einen Vorgeschmack, leitete er doch die Trainingseinheiten der Regionalliga-Mannschaft im gesamten Monat Juli, die allerdings noch eine Art Vorprogramm waren. Seit der vergangenen Woche ist in den Übungseinheiten wieder mehr Intensität im Hinblick auf die neue Runde. Mit der Rückkehr des Cheftrainers Jens Leutenecker hat die zielgerichtete Vorbereitung auf den Saisonstart am 22. September beim ASC Theresianum Mainz begonnen. Und nun ist auch Vilius Sermokas, der acht Monate nach seiner Kreuzband-Operation schon auf einem guten Weg hin zu seinem alten Leistungsstand ist, nicht mehr derjenige, der die Anweisungen weitergibt, sondern einer derjenigen, die Anweisungen empfangen.

Chefcoach Jens Leutenecker wird künftig öfter aus seinem Wohnort Tübingen anreisen und Training anbieten

In personeller Hinsicht ist der Kader des Teams, das auch in der dritten Saison nacheinander unter dem Namen Rewe Aupperle Fellbach agieren wird, noch nicht komplett, aber das Grundgerüst steht. Der US-Amerikaner Andre William „Scooter“ Gillette hat mittlerweile einen neuen Ein-Jahres-Vertrag bei den „Flashers“, wie sich die Fellbacher nennen, unterschrieben, wird aber erst in zwei Wochen aus dem Heimaturlaub in den USA einfliegen und wieder ins Training einsteigen. Ansonsten sind derzeit jene anderen acht Akteure im Übungsbetrieb, die vom insgesamt 13-köpfigen Kader des Abschlusssiebten der vergangenen Regionalliga-Saison übrig geblieben sind. Das sind David Michalczyk, Marco Schlafke, David Rotim, Lasse Steinort, James Arbinger, Eduardo Gil Fuentes, Dimitrios Minoudis und eben Vilius Sermokas.

Nicht mehr das Trikot der ersten Fellbacher Mannschaft tragen werden nach der Sommerpause Colin Anwender, neu bei der BG Remseck, Luka Ljutic, künftig voraussichtlich beim SVF III in der Bezirksliga, Paul Schwarzenberger (Karriereende oder Vereinswechsel) und Nils Menck, der in der bevorstehenden Runde für den Oberligisten tus Stuttgart auflaufen wird. „Sein Abschied tut uns sportlich und menschlich besonders weh, aber Nils hat Familie und berufliche Verpflichtungen und war leider nicht in der Lage, uns die Zusagen zu machen, die wir in Sachen Trainingsbeteiligung von ihm haben wollten“, sagt der Fellbacher Abteilungsleiter Andreas Tsiminos.

Neue Gesichter gibt es in der Fellbacher Trainingsgruppe auch schon

Während die Mannschaft zuletzt nur dreimal pro Woche trainiert hat, wird der Chefcoach Jens Leutenecker künftig öfter aus seinem Wohnort Tübingen anreisen und Training anbieten. Fünf Übungseinheiten pro Woche sollen nach dem Wunsch des Trainers in kompletter Mannschaftsstärke stattfinden, zwei weitere sind für individuelles Arbeiten mit Einzelspielern oder für Wurftraining vorgesehen. „Das bedeutet auch für uns als Verein einen Schritt in Richtung mehr Professionalität. Wenn wir mittelfristig in die Pro B wollen, dann müssen wir in allen Bereichen die Voraussetzungen angleichen“, sagt der Basketball-Chef Andreas Tsiminos.

Neue Gesichter gibt es in der Fellbacher Trainingsgruppe auch schon: So wurde der gebürtige Freiburger Fabian Ristau verpflichtet, für den die „Flashers“ im Kalenderjahr 2018 bereits der dritte Klub sind. Der 29-jährige Spielmacher begann das Jahr bei den Cuxhaven Baskets in der dritthöchsten Basketball-Liga Pro B, ehe er von Februar an die DJK Landsberg in der bayerischen Regionalliga vergeblich im Abstiegskampf unterstützt hat. Dazu hat sich der 2,01 Meter lange Flügelspieler Daniel Franz dem SV Fellbach angeschlossen. In der vergangenen Saison war der 19-Jährige noch für das Ludwigsburger Akademie-Team in der Nachwuchs-Bundesliga (NBBL) auf Korbjagd gegangen. Die Mannschaft des Trainers Jens Leutenecker soll für die kommenden Aufgaben verjüngt werden. So kehrt Simion Habtemichael, 21, von der Spielgemeinschaft Rot-Weiß Stuttgart/SV Fellbach II in die erste Formation der Abteilung zurück. Und das Eigengewächs Eldin Azemovic, in der vergangenen Saison im U-18-Oberliga-Team überragend, wird ebenfalls in der vierthöchsten Etage seine Qualitäten einbringen.

Der eine oder andere Akteur soll noch dazukommen. Ein Kandidat für einen Platz im Fellbacher Regionalliga-Aufgebot ist ein kroatischer Profispieler, mit dem Andreas Tsiminos bereits in Kontakt steht.




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