Basketball-Geschwister aus Stuttgart-Rohr Nun auch der Bruder im Nationalteam

In diesem Sommer wohl beide für Deutschland am Ball: Luisa  und Anton Nufer, 18 und 15 Jahre alt. Foto: privat/z
In diesem Sommer wohl beide für Deutschland am Ball: Luisa und Anton Nufer, 18 und 15 Jahre alt. Foto: privat/z

Luisa und Anton Nufer stehen vor den nächsten Höhepunkten ihrer Karriere. Für jene haben beide bereits in noch jugendlichen Jahren das Elternhaus verlassen und starten in der Ferne durch.

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Stuttgart-Rohr - Vor gut einem halben Jahr ist auch der jüngste Spross der Basketball-Familie Nufer flügge geworden und hat das heimische Nest in Stuttgart-Rohr verlassen. Der Bruder Paul (21) studiert schon seit zwei Jahren in Karlsruhe und geht in der zweiten Regionalliga für Post Südstadt, den Ligarivalen seines Ex-Clubs SV Möhringen, auf Korbjagd. Schwester Luisa (18) lebt seit vier Jahren in Freiburg, wo sie jüngst mit den „Eisvögeln“ die Saison in der ersten Frauen-Bundesliga auf Rang sieben beendet hat. Und nun ist eben auch der Benjamin des talentierten Geschwister-Trios, Anton (15), von zuhause ausgezogen, um als Schüler des renommierten Urspring-Internats in Schelklingen bei Ulm seine schulische und sportliche Ausbildung voranzutreiben.

Vor den ersten Länderspielen

„Wir haben dort den offiziellen Status einer familienähnlichen Wohngemeinschaft, sodass wir seit November trotz der Pandemie eigentlich ein normales Mannschaftstraining mit vier bis fünf Einheiten pro Woche machen durften“, sagt der ehemalige Schüler des Vaihinger Fanny-Leicht-Gymnasiums, der zusätzlich zu den Übungsstunden in der auf dem Gelände liegenden Sporthalle jede Woche vier Schichten im schuleigenen Kraftraum schiebt. Der Spielbetrieb in den Nachwuchs-Bundesligen der Altersklassen U 16 und U 19, in denen der 1,96 Meter lange Schlacks eigentlich in der zurückliegenden Saison zum Einsatz kommen sollte, wurde jeweils gecancelt. Allerdings ist Anton Nufer seit einer Woche nominierter deutscher U-15-Nationalspieler und darf sich auf seine ersten drei Länderspiele im Trikot mit dem Bundesadler freuen. Vom 11. bis 13. Juni sind in Vittel in den Vogesen drei Vergleiche mit den Kollegen aus Frankreich angesetzt.

„Mein großer Vorteil ist, dass ich sehr flexibel bin und bis auf den Center unter dem Korb alle anderen vier Positionen gleich gut spielen kann“, sagt der Teenager. Nach einem viertägigen Lehrgang in der Sportschule Albstadt wurde er vom Bundestrainer Marius Huth unter 40 Kandidaten für das 14-köpfige Aufgebot im jüngsten Nachwuchskader des Deutschen Basketball-Bunds (DBB) ausgewählt. „Bis zum Wechsel nach Urspring musste ich bei meinem Heimatverein in Möhringen und mit Zweitlizenz in Tübingen in vier bis fünf Jugendteams parallel spielen und trainieren. Jetzt kann ich mich auf zwei Mannschaften und auf die Schule konzentrieren“, sagt der künftige Nationalspieler, der seit dem Karrierebeginn vor acht Jahren zu großen Teilen von seinem Vater Stefan trainiert wurde und eventuell schon 2022 erste Einsätze im Pro A-Zweitligateam Ehingen/Urpring erhalten wird.

Gegen Vollprofis durchgesetzt

Die drei Jahre ältere Schwester Luisa hat derweil im Erwachsenenbereich und auch in den DBB-Auswahlmannschaften schon einige Meriten gesammelt: Bereits als 15-Jährige stand die 1,85 Meter große Aufbauspielerin beim damaligen Zweitligisten Freiburg regelmäßig auf dem Feld und trug ihr Scherflein zum Wiederaufstieg ins deutsche Oberhaus bei. In den vergangenen drei Jahren waren es nun in der höchsten Spielklasse im Schnitt immerhin 15 Einsatzminuten pro Partie, die sich das Talent von den Fildern in einem mit ausländischen Vollprofis und deutschen Nationalspielerinnen gespickten Kader erkämpft hat. „Ich bin sehr zufrieden mit meinen Spielanteilen. In der neuen Saison will ich aber wieder etwas intensiver an meinem Zug zum Korb arbeiten“, sagt Luisa Nufer. Zuletzt kam sie durchschnittlich auf knapp drei Punkte pro Begegnung.

Nun die EM als Ziel

Anders als für den jüngeren Bruder Anton, auf den nach den Länderspielen in Frankreich in diesem Sommer vermutlich nur noch der Nordsee-Cup in den Niederlanden oder Dänemark wartet, hat Luisa noch einen tollen Turnierhöhepunkt vor Augen: Voraussichtlich vom 3. bis zum 11. Juli soll in Skopje/Mazedonien eine modifizierte U-20-Europameisterschaftsendrunde stattfinden, nur mit sechs statt 16 Teams. Für die ehemalige Möhringer Jugend- und Regionalligaspielerin wäre dies der zweite große internationale Auftritt, nachdem sie 2018 mit den deutschen ­U-16-Juniorinnen bei der EM in Litauen den zehnten Platz belegt hat. Seit Sonntag ist die Auswahl der Bundestrainerin Sidney Parsons deshalb schon bei einem ersten Vorbereitungslehrgang in der Sportschule Kienbaum bei Berlin.

„Der Kader wird bis zur EM noch von 18 auf zwölf Spielerinnen gekürzt. Das wird nicht einfach für mich, weil ich zum jüngeren Jahrgang gehöre – aber ich hoffe, am Ende dabei zu sein“, sagt Luisa Nufer, die ihrem jüngeren Bruder Anton im Übrigen eine zuletzt „ganz unglaubliche sportliche Entwicklung“ bescheinigt.




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