Basketball In Ulm, um Ulm und um Ulm herum läuft’s

Schöne Perspektive: Ulm (in orange mit Tim Ohlbrecht) grüßt von der Tabellenspitze Foto: Baumann
Schöne Perspektive: Ulm (in orange mit Tim Ohlbrecht) grüßt von der Tabellenspitze Foto: Baumann

Ratiopharm Ulm entscheidet das Derby gegen die MHP Riesen Ludwigsburg in der Basketball-Bundesliga souverän für sich. Dass die in dieser Saison noch ungeschlagenen Ulmer momentan einen Lauf haben, hat seine Gründe.

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Ulm - Per Günther war nach dem Württemberg-Derby in der Basketball-Bundesliga (BBL) zu Späßen aufgelegt. Statt einfach die Fragen eines TV-Journalisten zu beantworten, drehte der 28-Jährige das Frage-Antwort-Spiel einfach um. „Erzähl doch mal, wie war dein Tag so?“, fragte der Ulmer Aufbauspieler am Samstagabend rotzfrech – nach einer herausragenden Partie gegen die MHP Riesen Ludwigsburg und dem 97:80 (48:34)-Sieg konnte er sich das erlauben.

Der Riesen-Coach John Patrick wusste hinterher genau, warum die dritte Saisonniederlage auch in der Höhe so deutlich ausgefallen war. „Per war super, wir konnten ihn nicht verteidigen und er konnte machen, was er wollte“, sagte der 48-Jährige. 21 Punkte erzielte Günther und verteilte außerdem vier direkte Korbvorlagen. Vor der Partie war der 65-fache Nationalspieler zudem als beliebtester Spieler der Basketball-Bundesliga ausgezeichnet worden – bereits zum fünften Mal in Folge. „Ich versuche einfach immer nett und freundlich zu sein“, sagte Günther und grinste.

Sechs Spiele – sechs Siege

Auch sonst haben er und die Ulmer allen Grund zur Freude. Mit sechs Siegen aus sechs Spielen hat das Team von Trainer Thorsten Leibenath einen perfekten Start hingelegt. Und der kommt nicht von ungefähr: Nach dem Finaleinzug in der vorangegangenen Saison blieb ein Großteil der Spieler erhalten. Lediglich David Brembly, Pierria Henry und Philipp Neumann verließen den Club, wichtige Stützen wie Chris Babb, Raymar Morgan und eben Günther, der seit 2008 die einzige sportliche Konstante in Ulm ist, streifen erneut das orangene Trikot über. „Das ist schon immer schwer, wenn du nur den Coach kennst und dich jedes Jahr an eine komplett neue Mannschaft gewöhnen musst“, hatte sich Günther in der Vergangenheit des Öfteren beschwert. Diese Sorgen hat er in dieser Spielzeit nicht. Mit Meister Brose Bamberg führen die Ulmer die Tabelle souverän an (12:0 Punkte), Günther diktiert die beste Offensive der BBL (95 Punkte pro Spiel), im Eurocup (ein Sieg, eine Niederlage) haben sie gute Chancen die nächste Runde zu erreichen – in Ulm läuft’s. „Die Chemie im Team stimmt. Nach so vielen Siegen hat man natürlich auch das nötige Selbstvertrauen“, fasst Ulms verletzter Flügelspieler Augustine Rubit die Situation im Schatten des Münsters zusammen.

Gegen Ludwigsburg überzeugten die Ulmer nicht nur durch die, in dieser Saison gewohnt starken Offensive, sondern packten auch in der Verteidigung ordentlich zu. 19 Ballverluste auf Seiten der Barockstädter, bei denen David McCray und Tekele Cotton (beide 13 Punkte) am besten trafen, waren am Ende deutlich zu viel. „Ludwigsburg spielt extrem intensiv“, sagte Leibenath. „Sie haben ausschließlich gute Verteidiger in ihren Reihen und machen enorm viel Druck auf den Gegner.“

Ludwigsburg ist trotz der Niederlage noch im Soll

Normalerweise. Denn am Samstagabend war davon nicht viel zu sehen; zu oft kam der Gastgeber zu offenen Würfen und einfachen Punkten. „Ulm war die deutlich physischere und aggressivere Mannschaft und hat insgesamt einfach klüger agiert“, resümierte Riesen-Coach Patrick, dessen Team mit fünf Siegen und drei Niederlagen noch im Soll ist. Zum Kontrahenten aus Ulm, fehlt momentan aber ein ganzes Stück. Oder wie Per Günther meinte: „Wir sind so gut wie noch nie gestartet. Es macht einfach Spaß.“ Und wenn man den Blondschopf momentan auf dem Feld sieht, glaubt man ihm das gerne.

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