Radojica Bozovic steuerte 18 Punkte zum Auswärtserfolg des VfL Sindelfingen bei Foto: Eibner/Manuel Flierl
Wieder mal hatten die Landesliga-Basketballer des VfL Sindelfingen mit der Einstellung zu kämpfen. Nachdem der Coach deutlich geworden war, klappte es aber mit dem vierten Sieg in Folge
„Nach langen Pausen ist das bei uns leider gang und gäbe“, winkt Kapitän Arber Shabani ab. „In diesen Phasen kommen dann auch immer nur wenige Leute ins Training.“ Negative Folgen hatte das diesmal nicht, denn am Ende sprang ein 74:53-Auswärtssieg bei KKK Haiterbach II heraus.
VfL Sindelfingen kommt bei KKK Haiterbach II nicht ins Spiel
Das erste Viertel war dabei ein Abtasten, die Gäste führten knapp mit 16:13. Auch im ausgeglichenen zweiten Abschnitt lief es noch nicht rund, der Vorsprung des klar favorisierten Tabellenzweiten wuchs bis zum Pausenpfiff beim 33:30 nicht an.
In der Kabine wurde Coach Milton West dann etwas lauter. „Er hat uns gefragt, ob wir jetzt endlich anfangen, Basketball zu spielen, oder ob wir die Sache einfach direkt beenden sollen“, erzählt Shabani. „Er sagte, dass dies ein Spiel und kein Training sei, und dass wir aufhören sollen, nur über das Feld zu traben.“
Ab dem dritten Viertel fiel der Ball bei Würfen des VfL Sindelfingen wieder öfter durch die Reuse. Foto: Eibner/Deutzmann
VfL Sindelfingen legt in der zweiten Halbzeit eine Schippe drauf
Die Ansprache zeigte Wirkung. Der VfL fand immer besser ins Geschehen, legte endlich eine Schippe drauf und agierte nicht mehr so gemütlich und behäbig wie zuvor. „Wir haben die Sache jetzt ernster genommen“, nickt der Spielführer. „Und hätte der Gegner weiter mithalten können, dann hätten wir eben noch eine Schippe draufgelegt.“
Das mussten die Sindelfinger aber gar nicht. Im dritten Quarter zogen sie vorentscheidend auf 54:38 davon, der 74:53-Erfolg war von da an nie mehr gefährdet. Ein Mittel zum Zweck beim vierten Sieg in Serie: Der Titelkandidat verteilt das Punkten mittlerweile auf mehrere Schultern. Topscorer war Radojica Bozovic mit 18 Zählern, aber dahinter trug jeder sein Scherflein bei.
Die Last in der Offense verteilt der VfL Sindelfingen immer besser
„Wir arbeiten schon länger daran, das besser zu aufzuteilen, weil sich die gegnerische Defense bei uns auf ein bis drei Leute einschießen konnte“, erklärt Arber Shabani. „Wir mussten schwerer einzuschätzen sein.“ Anscheinend gelingt das hervorragend. „Wenn einer heiß läuft, geben wir dem natürlich weiterhin den Ball“, schmunzelt der Kapitän.
So einen Akteur, der quasi nicht vorbeiwerfen kann, könnte der VfL Sindelfingen am Sonntag (14.30 Uhr, Sporthalle Gemeindeschule Eichholz) sehr gut gebrauchen. Dann trifft das Team im direkten Duell auf Spitzenreiter TSG Söflingen IV und würde diesem im Fall eines weiteren Sieges die Tabellenführung klauen.
Gegen die TSG Söflingen IV muss der VfL Sindelfingen topfit sein
„Wir müssen schauen, dass jetzt auch wirklich alle ins Training kommen“, betont Shabani. Eine Extraeinheit werde die Truppe jedoch nicht einlegen, denn „das muss ja kein Vorteil sein, weil man beispielsweise auch Muskelkater bekommen kann“, grinst er.