Basketball-Landesliga Männer VfL Sindelfingen muss zittern, weil er Gegner auf die leichte Schulter nimmt

Ilyasse El Medahe war mit 19 Punkten Topscorer des VfL Sindelfingen beim TSB Ravensburg. Foto: Eibner-Pressefoto/Naman Kala

Der VfL Sindelfingen bleibt in der Basketball-Landesliga weiter oben dran. Obwohl der Aufsteiger ein weiteres Mal gewann, überzeugte er nur in einem Viertel – nämlich im letzten.

Wenn Arber Shabani bei einer Partie der Landesliga-Basketballer vom VfL Sindelfingen mal nicht mitwirken kann, „sitze ich zu Hause immer auf heißen Kohlen“, erzählt er. Aber er und seine Kollegen haben da eine pragmatische Lösung gefunden. „Mich ruft dann von der Bank aus einer per Videocall an, das Handy wird auf ein Stativ gestellt und die Kamera aufs Feld gerichtet“, berichtet der Kapitän schmunzelnd. „So fühle ich mich zumindest ein bisschen, wie wenn ich dabei wäre.“

 

Während des 87:66-Sieges beim TSB Ravensburg war dies erneut der Fall. Krankheitsbedingt konnte der Spielführer nur von daheim aus zuschauen und raufte sich sicherlich mehr als einmal die Haare. „Das war kein schönes Spiel“, schüttelte Shabani den Kopf und hatte die Gründe dafür schnell ausgemacht.

VfL Sindelfingen kommt bei TSB Ravensburg erst im letzten Viertel in Fahrt

Zunächst war da die fast einmonatige Pause seit Mitte Dezember. „Manche haben sich eine komplette Auszeit genommen, um die alten Knochen zu schonen“, meint Shabani. Hinzu kamen die winterlichen Bedingungen bei der Anreise, welche diese in die Länge zogen. Fast zweieinhalb Stunden waren die Sindelfinger unterwegs. Und zuletzt hatten die VfL-Korbjäger sicher noch den Hinspielerfolg mit 60 (!) Punkten Unterschied im Hinterkopf.

„Die Jungs haben den Gegner einfach unterschätzt“, räumte auch der Kapitän ein, der das aus der Ferne in den Gesichtern seiner Kollegen ablesen konnte. „Da dachten wir wohl, wir schlagen die sowieso, auch wenn wir nicht trainiert haben.“ Das war aber zunächst keineswegs der Fall. Selbst einfachste Sachen wie freie Korbleger von den Big Men gingen daneben. „Die müssen dafür ja nicht mal hochspringen und können das eigentlich mit verbundenen Augen“, erklärte Shabani. „Freie Korbleger sind für einen Basketballer allgemein wie Laufen – aber wir sind gestolpert.“

Nach dem ersten Viertel stand es 16:21 aus Sindelfinger Sicht, nach dem zweiten 39:41 und nach dem dritten 58:62. Ständig rannte der VfL, der bis dahin in der Verteidigung kein großes Engagement an den Tag gelegt hatte, einem Rückstand hinterher. Vor dem finalen Abschnitt merkten die Gäste selbst, was sie da für ein Larifari veranstalteten, und rissen sich am Riemen.

„Es war, als hätten wir die Handbremse gelöst und erst da ernst gemacht“, sagte Shabani. Das letzte Viertel ging mit 29:4 an die Auswärtstruppe, die damit den Kopf aus der Schlinge zog und mit 87:66 gewann. Auch die erstarkte Defense spielte dabei eine große Rolle. „Nur zwei Körbe des Gegners in einem Viertel zuzulassen, ist stark“, lobte der Beobachter aus dem heimischen Wohnzimmer.

Zum Schluss traf der VfL Sindelfingen dann doch regelmäßig den Korb. Foto: Eibner/Roger Bürke

Als nächstes geht es für ihn und seine Mannschaftskameraden am Sonntag (17 Uhr, Sporthalle Gemeinschaftsschule Eichholz) gegen BBU Ulm III. „Wir sind denen körperlich überlegen“, erinnert sich Arber Shabani an den 96:80-Auswärtssieg im Hinspiel. „Aber die sind konditionell mit die Besten in dieser Liga und agieren mit einer Full Court Press.“

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