Ein einziger Korb fehlte dem Regioteam Stuttgart am Ende, um seiner Saison einen ganz anderen Anstrich zu geben. Vor dem abschließenden Hauptrundenspiel in der U-18-Basketball-Bundesliga der Mädchen (WNBL) gegen die Porsche BBA Ludwigsburg waren die Stuttgarterinnen noch Tabellenletzter, durch den hohen 83:66-Sieg verpassten sie die Playoffs jedoch nur knapp. „Das war schon sehr bitter“, sagt der Trainer Franck Becker. Im Dreiervergleich mit dem punktgleichen MTV München und den Ludwigsburgerinnen entschied letztlich die Korbdifferenz aus der gesamten Saison. „Die Spielerinnen waren entsprechend sehr geknickt“, berichtet Becker.
Statt Endrunde und sicherer Qualifikation für die kommende Saison heißt es nun Abstiegsrunde. Dort müssen sie sich in einer Vierergruppe unter den besten zwei Teams platzieren. Gegner in der Gruppe sind die beiden Tabellenletzten der Staffel Mitte, die Rhein-Main Baskets und Talents BonnRhöndorf, sowie der Staffel-Konkurrent Ludwigsburg. Die Stuttgarterinnen treten jedoch nur gegen die Konkurrentinnen aus der Staffel Mitte in Hin- und Rückspielen an. Die zwei Partien gegen Ludwigsburg aus der Hauptrunde fließen automatisch in die Wertung ein. „Der Sieg zum Abschluss war deshalb sehr wichtig. Auch, dass wir den direkten Vergleich gewonnen haben“, erläutert Becker. Das Hinspiel verloren die Stuttgarterinnen knapp mit 65:69. „Wir müssen in jedes Spiel alles reinwerfen, um die Saison noch umzubiegen. Vier Spiele sind dafür nicht viel“, weiß Becker. In diesen Duellen wird es auf die Leistungsträgerinnen Rika Windgasse, Julia Geiger, Matea Ramljak und Alicia Kugler ankommen.
Auch wenn der Klassenverbleib gelingen sollte, steht das Projekt Regioteam Stuttgart in der WNBL auf der Kippe. Vor der Saison wechselten mehrere Topspielerinnen zum von Becker als „Krake“ bezeichneten MTV Stuttgart. Aus der U16 kommen nur wenige gute Spielerinnen nach. Zudem schwinde die Unterstützung bei den sieben Kooperationsvereinen. „Nach der Saison müssen wir uns die Gretchenfrage stellen: ‚Hat das Projekt noch eine Zukunft?’“, sagt Becker, der auch Gesamtorganisator des Regioteams ist.
Dass das Regioteam nicht in die Playoffs einzog, lag am letzten Spieltag auch ausgerechnet am Lokalrivalen MTV Stuttgart. Das Team aus dem Stuttgarter Westen spielte gegen eben jenen MTV München und gewann mit 71:58 – aus Regioteam-Sicht einen Punkt zu niedrig. Beim Aufsteiger schaut man jedoch auf sich selbst und freut sich über den dritten Platz und den damit verbundenen Einzug in die Playoffs. „Wir haben unser Ziel erreicht und sind absolut zufrieden“, sagt der Teammanager Enrico Laue.
Als Tabellendritter trifft der MTV Stuttgart nun auf den Zweiten der Staffel Mitte, die Basket-Girls Rhein-Neckar. Das Nachwuchsteam des Zweitligisten USC BasCats Heidelberg geht als Favorit in das Achtelfinale, das im Modus Best-of-Three ausgespielt wird. „Das Team ist schon eingespielter. Einige der Spielerinnen haben bereits regelmäßig in der zweiten Liga gespielt“, berichtet Laue. Kampflos geschlagen wolle man sich trotz Außenseiterrolle jedoch nicht geben. „Alles, was jetzt kommt, ist die Kirsche auf der Sahne“, sagt Laue.
Besonders freut er sich über die Entwicklung der Spielerinnen. Auch wenn es Laue schwerfällt, einzelne Spielerinnen hervorzuheben, „weil es die Mannschaft insgesamt bislang toll gemacht hat“, stechen die Leistungen von Diana Ivancic und Selin Bandirma heraus. Ivancic sei der Anker des Teams, berichtet Laue. Die 17-Jährige, die bereits zehnmal in der zweiten Bundesliga auflief, habe in jeder WNBL-Partie abgeliefert. Auch Bandirma zeigte konstant ihre Leistung und lieferte in fast jeder Partie ein Double-Double, also eine zweistellige Anzahl an Punkten und Rebounds. Zudem spielte Juniorennationalspielerin Katara Lischka eine gute Saison. Mit den positiven Leistungen im Rücken hält Laue eine Überraschung durchaus für möglich: „Die Chancen auf die nächste Runde sind da.“