Die Saison in der Basketball-Regionalliga Baden-Württemberg läuft noch mehr als einen Monat, die PKF Titans Stuttgart haben aber schon jetzt die Konkurrenz deklassiert. Fünf Spieltage vor Schluss haben sich die Korbjäger des tus Stuttgart im Spitzenspiel gegen den bisherigen Tabellenzweiten VfL Kirchheim frühzeitig zum Meister und Aufsteiger gekürt. „Das war genau der perfekte Zeitpunkt“, sagt der Trainer Iakovos Peidis. Damit erfüllen sich die Degerlocher den lang gehegten Traum von der 1. Regionalliga Südwest. Gefeiert werden soll dies am letzten Spieltag am 18. April in der Sporthalle Waldau.
Dabei begann die Saison denkbar ungünstig. Die Stuttgarter starteten mit zwei Niederlagen. „Wir hatten viele Spieler, die in der Vorbereitung gefehlt hatten. Deshalb haben wir schlecht angefangen“, berichtet Peidis. Diese beiden Ausrutscher sollten jedoch die einzigen bleiben. Seitdem spielte sich die Mannschaft in einen Rausch und feierte 19 Siege am Stück. Dabei legten die Titans beeindruckende Zahlen auf. Insgesamt 1794 Punkte erzielte das Team bislang, im Schnitt 85 pro Begegnung. Herausragend war Danilo Mitrovic als Topscorer der Staffel. Allein der 2,08 Meter große Power Forward steuerte 564 Zähler bei, was wiederum einen Mittelwert von 26,9 bedeutet. „Er ist der beste Spieler der Liga und hat die Mannschaft geführt“, schwärmt Peidis.
Die anderen Spieler folgten ihrem Topakteur und zogen mit. „Jeder wusste genau, was seine Rolle ist, und hat das gemacht, was wir von ihm verlangt haben“, nennt Peidis den Schlüssel zum Erfolg. Vor der Runde hatte sein Verein sich unter anderem mit dem ehemaligen Pro-B-Spieler Lars Berger vom SV Fellbach verstärkt.
Das aktuelle Gipfelduell mit den Kirchheim Knights wurde zu einem richtigen Krimi. „Wir haben nervös begonnen, weil wir wussten, dass wir mit einem Sieg sicher Meister sind“, sagt Peidis. Nach einigen taktischen Anpassungen kamen die Titans besser ins Spiel und erarbeiteten sich bis zur Pause eine 45:36-Führung. Die Gäste waren allerdings fest entschlossen, die vorzeitige Meisterfeier in der Ruth-Endress-Halle zu verhindern und machten das Spiel noch einmal eng. Neun Sekunden vor Schluss verwandelte Nils Dufour dann die entscheidenden zwei Freiwürfe zum Stuttgarter 74:73-Sieg. Getrübt wurde die Feierstimmung allerdings durch die Verletzung von Theodosios Naisidis. Der Titans-Spieler musste nach zwei Kopftreffern mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus.
Nach dem Erfolg tritt der Deutsche Meister von 1950 in der kommenden Saison in der vierthöchsten deutschen Spielklasse an. Dafür muss sich beim Aufsteiger sowohl strukturell als auch personell noch einiges ändern. „Die Liga hat ein paar andere Anforderungen, die wir erst einmal organisatorisch erfüllen müssen“, sagt Peidis. Den Kader müsse man insbesondere in der Tiefe verstärken, zudem soll ein weiterer „Big Man“ kommen. Große und gleichzeitig gute Center oder Power Forward sind auf diesem Niveau jedoch rar gesät. „Es gibt einen Spruch: Alle über zwei Meter, die irgendwie spielen können, werden Profis. Deshalb ist es schwierig, solche Leute für uns zu finden“, weiß der Coach.
Dennoch freut er sich vor allem auf die Stadtderbys gegen den MTV Stuttgart und den SV Möhringen. „Gegen den MTV wird es für mich emotional, weil ich dort bereits als Trainer war und die Regionalliga-Mannschaft einst betreut habe“, sagt Peidis, den viele in Abwandlung seines Vornamens, der griechischen Version von Jakob, nur „Jake“ nennen. Die Möhringer werden dann wohl einer der Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib sein.