Basketball Pro B, Aufstiegsrunde: SV Fellbach Das bittere Ende einer erfolgreichen Saison

Brian Butler ist mit nur zehn Punkten bester Werfer beim SV Fellbach. Foto: Maximilian Hamm

Die Basketballer des SV Fellbach zeigen am Sonntagabend im entscheidenden dritten Achtelfinalspiel der Aufstiegsrunde eine ganz schwache Vorstellung und scheiden gegen die Gäste des SC Rist Wedel aus dem Wettbewerb aus – 52:72. Die Lizenz für die nächste Saison ist beantragt.

Der Trainer Kristiyan Borisov wollte am Sonntagabend nach dem Spiel nichts zum Auftritt seiner Mannschaft sagen. Zu sehr hatten ihn die mehr als deutliche 52:72-Niederlage und das damit verbundene Saisonende in der heimischen Gäuäckerhalle I mitgenommen. Eine Szene aus dieser Begegnung mit dem Team des SC Rist Wedel mag beschreiben, was bei den Basketballern des SV Fellbach in diesem entscheidenden dritten Achtelfinalspiel der Aufstiegsrunde der dritthöchsten Spielklasse Pro B schief gelaufen ist: Der Flügelspieler Brian Butler vergibt im finalen Viertel einen Korbleger, schnappt sich daraufhin den Ball, vergibt wieder, bekommt erneut das Spielgerät, scheitert ein drittes Mal unter dem Korb und wird dabei gefoult. Bei den beiden Freiwürfen fliegt der Ball ebenfalls nicht durch die Maschen. Sinnbildlich für den Auftritt der Fellbacher Basketballer. Das war in der Offensive eine desolate Vorstellung des gesamten Teams. Brian Butler war mit mickrigen zehn Punkten gar der beste Werfer.

 

SVF hat Probleme mit der aggressiven Abwehr der Gäste

Kristiyan Borisov blickte viel lieber auf die gesamte Spielzeit zurück und sagte: „Das war das bittere Ende einer erfolgreichen Saison. Wir dürfen sie nicht an diesem einen Spiel messen.“ In diesem finalen Spiel der Achtelfinalserie gegen den Verbund des SC Rist Wedel, der sich in der Nordstaffel als Tabellensechster für die Saisonverlängerung qualifiziert hatte, war seine Mannschaft nicht gut genug, sie war der Aufgabe nicht gewachsen. Das lag unbedingt auch am Gegner, der von Coach Hamed Attarbashi hervorragend eingestellt worden war. Trotz der langen Busfahrt aus der Nähe von Hamburg bis nach Fellbach am selben Tag schien die junge Mannschaft davon völlig unbeeindruckt. Mit ihrer aggressiven Verteidigung kamen die Basketballer des SV Fellbach überhaupt nicht zurecht. „Eine überragende Defensivleistung“, sagte Hamed Attarbashi.

Manchmal hilft auch die Erfahrung nicht

Bei den Gastgebern blieben die für gewöhnlich treffsicheren Akteure diesmal blass. Malik Whitaker zum Beispiel nahm im gesamten Spiel lediglich acht Würfe, kam letztlich nur auf sechs Zähler und war nicht ein einziges Mal an der Freiwurflinie. Aus der Distanz waren Lars Berger (ein Treffer bei sechs Würfen), Nik Schlipf (2/6) und der Kapitän Zaire Thompson (1/4) ebenfalls schwach. In einem solchen Entscheidungsspiel hilft dann eben auch die Erfahrung nicht, wenn der Ball nicht in den Korb fliegt. Die jungen Gäste aus Wedel waren nicht nur treffsicherer, sie waren wacher und zeigten klarere Aktionen auf dem Feld. Was auf der einen Seite nicht funktionierte, gelang auf der anderen Seite umso besser. Allen voran beim ehemaligen Jugend-Nationalspieler Niklas Krause, 22, der in Hamburg auch schon Erfahrung in der Bundesliga gesammelt hatte. Er war am Ende mit 18 Punkten erfolgreichster Werfer seines Teams.

Aus der Südstaffel sind nur die BIS Baskets Speyer weiter

Zu diesem dritten Achtelfinalspiel in Fellbach war es deshalb gekommen, weil die SVF-Basketballer nach ihrem 78:73-Heimsieg zum Auftakt der Serie dann am vergangenen Freitag in Wedel mit 77:80 verloren haben. Auch im Norden hatte die Mannschaft um Kristiyan Borisov zumeist zurückgelegen, kämpfte sich im finalen Viertel aber zurück und hatte kurz vor Schluss gar die Chance auf den Ausgleich, der eine Verlängerung zur Folge gehabt hätte. Doch es reichte nicht. Jetzt ist die Saison für sie beendet. „Wir hatten nicht genügend Power und haben es nicht verdient gehabt, weiterzukommen“, sagte der Trainer des SVF. Aus der Südstaffel hat sich nur das Team der BIS Baskets Speyer für das Viertelfinale qualifiziert.

Die Macher warten jetzt auf eine Rückmeldung

Die Verantwortlichen des SV Fellbach haben in diesem Monat bereits den Lizenzantrag für die nächste Saison eingereicht. Der Wille, ein weitere Jahr in der dritthöchsten Spielklasse Pro B anzutreten, ist also da. „Aber wir müssen das auch finanzieren können“, sagte Christian Bauer aus dem Vorstand des SVF. Das heißt, die Macher werden jetzt eine Rückmeldung zu ihrem Lizenzantrag abwarten, sich weiterhin auf Sponsorensuche begeben und dann entscheiden, wie es weitergeht. Kristiyan Borisov würde gern weitermachen: „Wir hatten in der abgelaufenen Runde viele Hochs und Tiefs, aber wir sind als Mannschaft gewachsen. Nur im entscheidenden Aufstiegsspiel am Sonntag, da waren sie der Aufgabe nicht gewachsen.

SV Fellbach: Butler (10 Punkte im dritten Spiel/0 Punkte im zweiten Spiel), Mayr (9/20), Berger (7/14), Schlipf (6/6), Whitaker (6/24), Golder (5/0), Ulevicius (5/0), Thompson (3/3), Kolev (1/10), De Sousa, Grubic, Jekov.

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