Basketball Pro B: SV Fellbach Die Aufstiegsrunde fest im Blick

Nik Schlipf findet zu seiner Topform zurück und führt die Basketballer des SV Fellbach mit 28 Punkten zum Auswärtssieg. Foto: Maximilian Hamm

Die Basketballer des SV Fellbach um den treffsicheren Flügelspieler Nik Schlipf gewinnen am Samstag in der dritthöchsten Spielklasse Pro B beim TV Langen mit 88:80.

Der Drei-Punkte-Wurf sollte den Basketballsport attraktiver machen. Das war der Gedanke, als die Verantwortlichen der nordamerikanischen Profiliga NBA im Jahr 1979 die Drei-Punkte-Linie einführten. Doch zunächst blieb der Distanzwurf recht unbedeutend. In den 1980er Jahren war sein Anteil an der Wurfauswahl mit rund fünf Prozent gering. Im folgenden Jahrzehnt machten ihn Spieler wie Reggie Miller oder Ray Allen populärer, und in der heutigen Zeit macht er bis zu 40 Prozent aller Würfe in einem Spiel aus. Am vergangenen Samstag haben die Basketballer des TV Langen in der dritthöchsten Spielklasse Pro B gar etwas recht Ungewöhnliches erreicht: Im Heimspiel gegen die Mannschaft des SV Fellbach hatten sie mehr Wurfversuche aus der Ferne (37) als aus der Nahdistanz (32). Doch ihre Taktik ist nicht aufgegangen. Die Gäste aus Fellbach gewannen diese Begegnung mit 88:80 und wahrten damit ihre Chance auf die Teilnahme an der Aufstiegsrunde. „Wir hatten erst Probleme mit dem schnellen und physischen Spiel des Gegners. Aber dann haben wir uns besser organisiert und clever gespielt“, sagte Kristiyan Borisov, der Trainer des Tabellenvierten SV Fellbach.

 

Seine Mannschaft hat ja selbst auch einen Spezialisten für Distanzwürfe in ihren Reihen: Nik Schlipf hat zu seiner Topform zurückgefunden und führte die Gäste am Samstag mit 28 Punkten zum Sieg. Fünf von elf Würfen waren dabei auch aus der Ferne erfolgreich. Ein Nik Schlipf in dieser Form ist wichtig für die Fellbacher Basketballer, die gern wieder an der Aufstiegsrunde dieser Pro-B-Liga teilnehmen würden. Doch der 23-jährige Flügelspieler war im Sportpark Oberlinden in Langen nicht auf sich allein gestellt. Er hatte in Tyseem Lyles (20 Punkte) einen ebenfalls gut aufgelegten Mitstreiter, der speziell im finalen Viertel überzeugen konnte. Überhaupt war dies eine gute Vorstellung des gesamten Teams, auch der 2,03 Meter große Centerspieler Jonathan Gerliner verdiente sich ein Lob seines Trainers.

Die Begegnung mit dem Verbund des TV Langen war fast immer ausgeglichen. Die Gäste aus Fellbach hatten zwar immer wieder leicht die Nase vorn, doch konnten sie sich nie entscheidend absetzen. Kristiyan Borisov war dennoch stets überzeugt davon, dass die Taktik des Gegners am Ende nicht aufgehen sollte: „Ich war mir sicher, dass sie nicht durchgehend so erfolgreich von außen werfen werden.“ Er hatte ja in Jakob Hanzalek oder Mateus Rodrigues selbst auch Akteure, die zweistellig punkteten. Und er konnte wieder auf Jeremy Kolev setzen. Der 20-jährige Flügelspieler war nach einer verletzungsbedingten Spielpause erstmals wieder dabei; zwar noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte, aber doch hilfreich für das Team.

Der Erfolg in Langen war der zweite nacheinander für die Basketballer des SV Fellbach in dieser Südstaffel der dritthöchsten Spielklasse Pro B. Wenn es nach Kristiyan Borisov geht, sollen gleich noch zwei Siege folgen. Zunächst am viertletzten Spieltag der Runde am Samstagabend, 17.30 Uhr, in der heimischen Gäuäckerhalle I gegen den Verbund der Dresden Titans; und nach einer Spielpause drei Wochen später am selben Ort gegen die Gäste aus Ludwigsburg. Mit diesen beiden Heimsiegen, so lautet die Rechnung von Kristiyan Borisov, wäre seine Mannschaft sicher für die Aufstiegsrunde qualifiziert. Und selbstverständlich hätte er nichts dagegen, wenn auch Nik Schlipf wieder mit seiner Treffsicherheit aus der Distanz maßgeblich dazu beitragen könnte.

SV Fellbach: Schlipf (28), Lyles (20), Hanzalek (11), Rodrigues (11), Gerlinger (10), Kolev (4), Golder (2), Okafor (2), Billinger, Davis, Dickgiesser.

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