Basketball Pro B: SV Fellbach Die Mannschaft ist zurück

Nelson Okafor – in Leitershofen auch von der Freiwurflinie treffsicher Foto: Maximilian Hamm

Die Basketballer des SV Fellbach zeigen sich in der dritthöchsten Spielklasse Pro B formverbessert und gewinnen bei der BG Leitershofen/Stadtbergen mit 92:83.

Nik Schlipf war immer noch Nik Schlipf. Auch Nelson Okafor war immer noch Nelson Okafor. Und Tyseem Lyles war immer noch Tyseem Lyles. Doch am Samstagabend standen die Basketballer des SV Fellbach nicht wie zuletzt als Verbund von Einzelspielern auf dem Feld – sie spielten als Mannschaft. Das zahlte sich unmittelbar aus, denn das Team um den Trainer Kristiyan Borisov gewann in der dritthöchsten Spielklasse Pro B bei der BG Leitershofen/Stadtbergen mit 92:83. „Das war unser bestes Spiel in dieser Saison. Es waren immer fünf Akteure auf dem Feld, die füreinander gekämpft haben. Das Zusammenspiel war der Schlüssel für alles“, sagte der Coach.

 

Die Fellbacher scheinen auf dem richtigen Weg zu sein

In einer ausführlichen Videoanalyse hatte er in der vergangenen Woche die Fehler beim desolaten Heimauftritt gegen die Basketball-Löwen aus Erfurt (56:74) angesprochen. Die Spieler scheinen ihn verstanden zu haben. Kristiyan Borisov hat ihnen auch deutlich gesagt, dass allein er künftig den Weg vorgeben wird. Die Alleingänge seiner Spieler möchte er nicht mehr sehen. Im ersten Moment scheinen die Fellbacher Basketballer wieder auf dem richtigen Weg zu sein.

Deutlich verbesserte Wurfquote

Der jüngste Erfolg lässt sich ganz gut an einem Wert ablesen: Die Wurfquote aus dem Feld betrug 65 Prozent, innerhalb der Drei-Punkte-Linie gar 86 Prozent. Das sind außergewöhnlich gute Zahlen. Zum Vergleich: im Heimspiel gegen die Gäste aus Erfurt war die Wurfquote bei mageren 26 Prozent respektive 32 Prozent. Ein gewaltiger Unterschied, den Kristiyan Borisov eben auf das Zusammenspiel seiner Akteure zurückführt.

Schlipf und Okafor mit am Ende 20 Punkten

Besonders gut aufgelegt war am Samstag der Flügelspieler Nik Schlipf. Er war nicht nur treffsicher, sondern schränkte in der Verteidigung auch die Bewegungsfreiheit des Ex-Nationalspielers Jason George ein. Dafür bekam er ein Sonderlob seines Trainers. Nik Schlipf erzielte insgesamt 20 Punkte, obwohl er gar nicht so lange auf dem Feld gestanden hatte. Gut sieben Minuten vor Schluss bekam er ein zweites technisches Foul aufgebrummt, was gleichbedeutend war mit einer Disqualifikation. Doch sein Ausfall war nicht etwa ein Grund für die Basketballer des SV Fellbach, die Köpfe hängen zu lassen; jetzt übernahmen eben andere die Verantwortung. Allen voran Nelson Okafor, der in den entscheidenden Minuten den Ball unter dem Korb abgriff, seine Freiwürfe verwandelte und insgesamt auf 20 Punkte kam.

Ein aufgewühlter Coach

Selbstverständlich hatten die Gäste aus Fellbach auch wieder ein paar schwächere Minuten in ihrem Spiel. Zum Beispiel kurz vor der Halbzeit, als sie einen Zehn-Punkte-Vorsprung nicht halten konnten – sehr zum Missfallen von Kristiyan Borisov. „Wir haben uns immer wieder gegenseitig aufgebaut, es war nie ein großer Bruch in unserem Spiel. Das hat mich glücklich gemacht“, sagte der Coach des SV Fellbach, der dennoch lange gebraucht hat, bis er in der Nacht zum Sonntag eingeschlafen ist. Er war zwar glücklich ob des Erfolgs, aber eben auch noch aufgewühlt nach dem emotionalen Spiel.

Am Wochenende zweimal gefordert

Die Mannschaft um den Spielmacher Tyseem Lyles kann sich nach diesem Auswärtssieg bei der BG Leitershofen/Stadtbergen allerdings nicht lange ausruhen. Bereits am Freitagabend (19.30 Uhr, Rundsporthalle) gastiert es beim Tabellennachbarn in Ludwigsburg. Und keine 48 Stunden später steht am Sonntag, 17.30 Uhr, das Heimspiel gegen den Tabellenvierten BIS Baskets Speyer auf dem Programm der Pro-B-Liga.

SV Fellbach: Okafor (20), Schlipf (20), Lyles (14), Hanzalek (13), Kolev (8), Davis (6), Gerlinger (6), Rodrigues (5), Billinger, Golder.

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