Basketball Pro B: SV Fellbach Eine Blamage und ein Rätsel

Brian Butler energisch unter den Körben – er bliebt am Samstag der einzige Fellbacher mit einer zweistelligen Punktezahl. Foto: Maximilian Hamm

Die Basketballer des SVF gehen gegen die BG Leitershofen/Stadtbergen mit 51:88 unter und lassen den Trainer Kristiyan Borisov fassungslos zurück.

Die Basketballer der Eisbären Bremerhaven haben sich vor rund elf Jahren in die Geschichtsbücher eingetragen. Nicht unbedingt ehrenvoll. Der damalige Bundesligist hat es fertig gebracht, beim Gastspiel in Bayreuth im ersten Viertel keinen einzigen Punkt zu erzielen. Das ist wahrlich ein Kunststück. 0:22 hieß es nach zehn Spielminuten. Die Basketballer des SV Fellbach haben am Samstagabend alles daran gesetzt, es ihnen nachzumachen. Doch dann gab Brian Butler den Spielverderber. Gute zwei Minuten vor dem Ende dieses Spielabschnitts erzielte er tatsächlich zwei Punkte. 2:18 hieß es nach zehn Minuten, und die Vorstellung der Gastgeber ließ noch Schlimmeres erahnen. Zu ihrer Ehrenrettung sei gleich gesagt, ganz so schlimm kam es nicht. Doch letztlich ging die Mannschaft um Brian Butler in diesem Heimspiel in der dritthöchsten Spielklasse Pro B mit 51:88 (12:34) unter und ließ ihren Trainer Kristiyan Borisov fassungslos zurück: „Ich habe so etwas in meinem Leben noch nie gesehen. Wir waren einfach nicht da. Das war eine Blamage für uns.“

 

Den Fellbachern fehlt es an allem

Der Coach war sichtlich geschockt, ihm fehlten die Worte, um die Vorstellung seines Teams unmittelbar zu analysieren. Für den Außenstehenden war die Sache dagegen klar: Es fehlte an allem – Energie, Passgenauigkeit, Einstellung, Kampf, Konzentration. Und folglich fehlten auch die Punkte. Im zweiten Viertel wurde es nur unwesentlich besser. Zwölf Punkte nach 20 Spielminuten, auch mit dieser Statistik können die Fellbacher Basketballer sich nicht rühmen. Es schien fast so, als seien die Spieler gehemmt, leichtsinnig, manchmal sogar lustlos gewesen. Ein erschreckendes Bild für Kristiyan Borisov. Ein Tiefpunkt. Und ein Rätsel, das er jedoch so schnell wie möglich lösen muss, will er die Mannschaft am Ende erneut in die Aufstiegsrunde führen.

Nach dem 21:34 ziehen die Gäste wieder davon

Wenn die Gäste noch ein bisschen besser getroffen hätten, wäre das Spiel bereits zur Halbzeit entschieden gewesen. So aber kam nach der Pause Hoffnung auf bei den SVF-Basketballern, die jetzt deutlich engagierter agierten. Sie kamen auch auf 21:34 heran, doch das war es schon mit dem Aufbäumen. Angeführt von Zion Antonio Richardson, mit 36 Punkten der überragende Akteur auf dem Feld, zogen die Gäste wieder davon; gegen Ende trafen sie aus allen Lagen – unter anderen fast die Hälfte aller Würfe aus der Distanz. Zum Vergleich: Die Gastgeber verwandelten bei 16 Versuchen nur einen Wurf von jenseits der Drei-Punkte-Linie.

Am Sonntag spielt der SVF in Erfurt

Doch auch diese Blamage kann schon am nächsten Wochenende wieder vergessen sein – nach einem möglichen Sieg am Sonntagabend bei den Basketball-Löwen in Erfurt. Der Eintrag in den Geschichtsbüchern bleibt dem Team der Eisbären Bremerhaven – heuer in der Pro-A-Liga – vorbehalten.

SV Fellbach: Butler (19), Davis (7), Schlipf (7), Rodrigues (6), Lyles (4), Hanzalek (3), Okafor (3), Gerlinger (2), Dickgiesser, Golder.

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