Der Spielmacher und Kapitän Zaire Thompson fehlt schon länger verletzungsbedingt – kein Problem für die Basketballer des SV Fellbach. Der Spielmacher Tauras Ulevicius fehlt kurzfristig krankheitsbedingt – kein Problem für die Fellbacher Basketballer. Die Mannschaft um den Trainer Kristiyan Borisov hat erneut einen Rückschlag weggesteckt und gezeigt, dass sie gar ohne gelernten Aufbauspieler in der dritthöchsten Spielklasse Pro B bestehen kann. Sie gewann am Sonntagabend das schwierige Auswärtsspiel bei den für gewöhnlich heimstarken Basketball-Löwen in Erfurt mit 83:79 (48:54) und behauptete damit ihren vierten Tabellenplatz.
Nach der Pause lässt der SVF nur 25 Punkte zu
Die Gäste konnten den Ausfall ihrer beiden Spielmacher auch deshalb so gut verkraften, weil sie in Nikola-Alexander Jekov einen vielseitigen Akteur in ihren Reihen haben. Der 22-jährige Abwehrspezialist mit den flinken Händen hat insbesondere am Sonntag bewiesen, dass er auch als Spielgestalter glänzen kann. „Er hat die Rolle grandios übernommen“, sagte Kristiyan Borisov, der nach dem zehnten Saisonsieg im 16. Saisonspiel nicht nur von dessen Leistung, sondern von der des gesamten Teams schwärmte. Nachdem die Fellbacher Basketballer zuletzt bei der 65:83-Heimniederlage gegen den Verbund des BBC Coburg ihre schwächste Saisonvorstellung gezeigt hatten, konnten sie in Erfurt allem voran kämpferisch überzeugen. „Es war das komplette Gegenteil vom Spiel zuvor“, sagte Kristiyan Borisov. Im Spiel zuvor war von Kampf nichts zu sehen, zudem zeigte die Defensive ungewohnte Schwächen. Das war am Sonntag anders. Nach der Pause erlaubte das SVF-Team seinem Gegner nur 25 Punkte, das ist ein hervorragender Wert. In der ersten Spielhälfte waren es noch 54 Zähler gewesen.
Brian Butler war omnipräsent
Es ist schon bemerkenswert, mit welcher Hartnäckigkeit die Basketballer des SV Fellbach in dieser Saison nach Rückschlägen zurückkommen. Das ist auch an Brian Butler festzumachen. Aus privaten Gründen hatte er zuletzt etwas kürzertreten müssen, doch am Sonntag in Erfurt war er omnipräsent, mit 18 Punkten gar bester Werfer seines Teams. Außerdem schnappte er sich neun abgeprallte Bälle unter den Körben und – das ist ganz besonders erwähnenswert, weil für gewöhnlich nicht seine Stärke – hatte eine Trefferquote von 100 Prozent von der Freiwurflinie. Überhaupt waren die Gäste hier überdurchschnittlich erfolgreich. Auch ein Grund für diesen Auswärtssieg.
Der Trainer war im Training anstrengend
So ein bisschen hat Kristiyan Borisov sich den Sieg auch selbst zugeschrieben. „Ich war richtig anstrengend im Training“, sagte der Coach, der so eine misslungene Vorstellung wie zuletzt nicht mehr sehen wollte. Das hat er seinen Spielern eindringlich klargemacht. Es scheint fast so, als brauche die Mannschaft ihren Trainer Kristiyan Borisov als ständigen Motivator. Jedenfalls benötigt sie diese Motivationsschübe eher als einen gelernten Spielmacher. Das hat sie am Sonntagabend bei den Basketball-Löwen in Erfurt eindrucksvoll bewiesen. SV Fellbach: Butler (18), Whitaker (15), Berger (11), Jekov (10), Mayr (10), Schlipf (9), Golder (8), Kolev (2), Grubic.