Die Geschichte dieses Spiel war eigentlich schon geschrieben. Tyseem Lyles hatte wieder einmal nicht seinen besten Tag, die Basketballer des SV Fellbach zählten mehr Fehlwürfe als Treffer, und überhaupt war der Tabellenführer Orange-Academy einfach besser. Die Gäste aus Neu-Ulm führten zu diesem Zeitpunkt, auch aufgrund ihrer deutlichen Überlegenheit unter den Körben, mit 57:50, und wenig deutete am Samstagabend in der Gäuäckerhalle I darauf hin, dass sie diese Führung noch verspielen könnten. Doch im finalen Viertel musste diese Geschichte umgeschrieben werden. Mit einer kämpferischen Glanzleistung drehten die Gastgeber diese Begegnung und gewannen in der dritthöchsten Spielklasse Pro B letztlich mit 77:72.
Bärenstarke Abwehr dreht das Spiel
In den letzten zehn Spielminuten war auch Tyseem Lyles – bis dahin mit null Punkten kein Faktor – aufgewacht; jetzt trafen Nik Schlipf, Jakob Hanzalek und auch Brian Butler aus nah und fern, und jetzt war der Tabellenführer überhaupt nicht mehr besser. Er strauchelte. Die Bälle, die vorher wie selbstverständlich in den Korb geflogen waren, fanden jetzt ihr Ziel nicht mehr. Das lag unbedingt an der bärenstarken Abwehr, die das Fellbacher Team nun präsentierte. „Wir haben Charakter bewiesen und nie aufgegeben. Das war kein schönes Spiel von uns, aber der Kampf war unglaublich“, sagte Kristiyan Borisov, der Trainer des SV Fellbach.
Eine Woche zuvor stand noch eine Niederlage
Es war das erste Spiel in der Rückrunde, und es war das Rückspiel gleich nach dem Hinspiel. Erst acht Tage zuvor hatten die Fellbacher Basketballer in Neu-Ulm mit 82:88 verloren. Kristiyan Borisov hatte sich vorgenommen, den jugendlichen Akteuren des Gegners mit mehr physischer Stärke zu begegnen. Deshalb war es ein Vorteil für sein Team, dass Brian Butler wieder einmal im Aufgebot stand. Der 34-jährige Flügelspieler war in der Hinrunde nur Teilzeitarbeiter, soll jetzt aber bis zum Ende dieser Saison wieder voll dabei bleiben. Er war am Samstag – nicht nur mit seinen 14 Punkten – mitverantwortlich dafür, dass die Gastgeber diese Begegnung im finalen Spielabschnitt noch zu ihren Gunsten drehen konnten.
Am 3. Januar steht bereits das nächste Spiel an
Nach dem Spiel versammelte Kristiyan Borisov wie gewohnt seine Spieler auf dem Feld um sich. Doch diesmal ging seine Ansprache etwas länger. Er hatte ihnen zu ihrer Leistung und zum Erfolg gratuliert. Er hat ihnen aber auch auf den Weg mitgegeben, dass sie an den Weihnachtsfeiertagen auf ihre Fitness achten sollen. Die Spielpause in der Pro-B-Liga ist sehr kurz. Bereits am 3. Januar steht der nächste Spieltag auf dem Programm. Dann gastieren die Basketballer des SV Fellbach bei den BIS Baskets Speyer, die nur zwei Zähler weniger auf dem Punktekonto aufweisen.
SV Fellbach: Schlipf (15), Butler (14), Okafor (12), Hanzalek (11), Lyles (8), Rodrigues (7), Golder (6), Davis (2), Gerlinger (2), Dickgiesser.