Treffen auf dem Spielfeld hin und wieder aufeinander: Ruben Leidel vom MTV Stuttgart (links) und sein Möhringer Gegenüber Petros Tzikas. Foto: Tom Bloch
Vor dem Derby sprechen die Kapitäne des MTV Stuttgart, Ruben Leidel, und des SV Möhringen, Petros Tzikas, über die Bedeutung des Duells, ihre Aufgaben und die Ziele darüber hinaus.
Wer ist die Nummer eins im Stuttgarter Basketball? Die Frage klären die beiden Regionalligisten SV Möhringen und MTV Stuttgart an diesem Samstag um 19 Uhr in der Sporthalle Fasanenhofschule. Teil eins des Stadtderbys ging im November mit 73:68 an den MTV Stuttgart. Vor dem zweiten Teil sprechen die beiden Kapitäne Petros Tzikas (Möhringen) und Ruben Leidel (MTV) über die Bedeutung des Duells.
Welche Bedeutung hat das Spiel am Wochenende für Sie und Ihre Mannschaft?
Petros Tzikas: Es ist einfach das nächste reguläre Saisonspiel und in dem Fall das Heimspiel. Wir freuen uns darauf, gegen den MTV zu spielen, aber es ist in erster Linie einfach ein Spiel wie jedes andere.
Ruben Leidel: Ein Derby hat auf jeden Fall immer einen höheren Stellenwert. Man wird noch mal besonders motiviert, vor allem, weil man die Gegner auch abseits des Spielfeldes manchmal trifft. Wenn man dann verloren hat, tut es noch ein bisschen mehr weh. Für die ganze Saison ist es aber auch nur ein Spiel wie jedes andere, aber trotzdem finde ich es für mich auch noch mal wichtiger.
Was ist Ihre Aufgabe in der Kabine vor so einem Derby?
Tzikas: Nicht sonderlich anders als an anderen Spieltagen. Wir werden von unserem Trainer auf das Spiel vorbereitet und dann geht es darum, dass jeder natürlich in der Eigenverantwortung die Motivation mitbringt, das nächste Spiel gewinnen zu wollen. Operativ kümmere ich mich in der Regel um das Warm-Up. Und natürlich bin ich dafür zuständig, dass ich dann auch ein bisschen mehr anfeuere, ein bisschen die Leute einheize, aber das mache ich grundsätzlich in jedem Spiel.
Leidel: Mir ist auf jeden Fall wichtiger, dass es meinen Mitspielern klar ist, dass so ein Derby meistens eigene Regeln hat und der Gegner deutlich motivierter ist als sonst. Dann kommt es weniger darauf an, wie gut man auf dem Papier ist, sondern darauf, dass man an dem Tag alles gibt und noch mal besonders zusammenhält.
Wie gut kennen Sie einander und was zeichnet den anderen aus?
Tzikas: Wir kennen uns schon eine Weile. Ruben ist gefährlich von außen, darauf muss man aufpassen und wahrscheinlich wird es auch darauf hinauslaufen, dass wir uns auch mal verteidigen werden, weil wir manchmal auch die gleichen Positionen spielen. Er hat einen guten Dreier-Wurf und da kann er heiß laufen.
Leidel: Petros ist eine Person, die ich sehr respektiere. Er ist ein echt cooler Typ, mit dem man sich immer unterhalten kann. Insofern ist es kein Derby, bei dem man sich hasst und deshalb unbedingt gewinnen will. Ich freue mich auf jeden Fall, Petros und auch die anderen, mit denen ich teilweise schon zusammengespielt habe, zu sehen. Ich bin kein ideales Matchup für ihn, da bin ich ehrlich, weil er seinen Körper sehr gut einsetzen kann und ich eher über Schnelligkeit verteidige. Deshalb werde ich ihn wahrscheinlich nicht so oft verteidigen.
Wo sehen Sie die größte Stärke des Gegners? Worauf wird es ankommen?
Tzikas: Der MTV ist ähnlich wie wir eine sehr eingespielte Truppe. Der Kern des MTV-Teams ist auch schon seit einigen Jahren zusammen. Sie haben natürlich gute Spieler, verstehen sich gut und spielen auch eher eine härtere Art von Basketball. Es kann unangenehm werden.
Leidel: Möhringen hat viele gute Spieler, bei denen jeder aufdrehen und auch mal 20 oder 25 Punkte machen kann. Nico Hihn kann auch mal 30 Punkte machen. Da müssen wir aufpassen, dass niemand heißläuft und wir solide verteidigen.
Was ist das Ziel mit Ihrem Team für den weiteren Saisonverlauf?
Tzikas: Unser Ziel ist nach wie vor, dass wir so früh wie möglich den Klassenerhalt schaffen und wenn man rein die Hinrunde betrachtet, sind wir mehr als zufrieden. In der Hinrunde konnten wir schon fünf Siege einfahren. In unserer ersten Saison in der Regionalliga 1 vergangenes Jahr hatten wir sieben Siege nach der ganzen Saison. Diese haben wir jetzt schon erreicht, nach dem Spiel am vergangenen Wochenende gegen Karlsruhe. Wir wissen aber auch, dass wir hier und da auch schon mal ein paar Punkte liegen gelassen haben und auch jeden bei uns vor allem in der eigenen Halle ärgern können. Deswegen gehen wir auf jeden Fall mit der Einstellung rein, das Spiel am Samstag gewinnen zu wollen.
Leidel: Ziel ist weiterhin, jedes Spiel zu gewinnen. Wir haben jetzt gegen Saarlouis gezeigt, dass wir auch gegen einen tabellarisch höher platzierten Gegner gewinnen können. Wir spielen seit der Winterpause guten Basketball und ich glaube, wir werden noch einige Spiele gewinnen. Ob es am Ende dann für den vierten Platz und die Playoffs reicht, werden wir sehen. Es ist rechnerisch noch möglich, aber schwierig. Wenn es reicht, ist es schön, wenn nicht, ist es wichtig, dass wir alles gegeben haben.
Tzikas: Wir gehen in jedes Spiel, um es zu gewinnen, und wir tun natürlich dafür alles. Wir wissen, dass wir die Qualitäten vor allem zu Hause haben, und daher sind wir selbstbewusst und haben vor niemandem Angst. Aber ich kann nicht voraussagen, wer gewinnen wird.
Leidel: Ich glaube, dass wir gewinnen. Möhringen hat, wie gesagt, gute Einzelspieler, aber wir sind das tiefer besetzte Team und da kommt es in meinen Augen am Ende darauf an. Wir können mehr wechseln und das Niveau und Tempo hochhalten. Jeder von uns hat das Zeug, um auf dem Niveau zu spielen. Auf Dauer gewinnen wir dadurch das Spiel.