Basketball Bundesliga Wieso die MHP Riesen Ludwigsburg oben mitmischen

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Durch das 81:77 über Alba Berlin sind die Riesen Ludwigsburg auf den zweiten Platz der Basketball-Bundesliga vor gestürmt. Denn das Team von Trainer John Patrick nutzt seine Verschnaufpausen richtig.

Marcos Knight und die Riesen landen gegen Alba Berlin einen Heimsieg. Foto: Baumann
Marcos Knight und die Riesen landen gegen Alba Berlin einen Heimsieg. Foto: Baumann

Ludwigsburg - Nach der Euroleague ist vor der Euroleague. Davon können die Basketballer von Alba Berlin ein Lied singen. Denn nach dem überraschenden Auswärtserfolg am Donnerstagabend bei Panathinaikos Athen nach zweimaliger Verlängerung steht an diesem Dienstag schon die nächste Partie gegen Roter Stern Belgrad an – und am Donnerstag kommt noch Olympiakos Piräus obendrauf.

So viel zum Mammutprogramm in der europäischen Königsklasse, die nach der Aufnahme von Lyon und St. Petersburg in dieser Saison allein in der Gruppenhase 34 Spiele, zum Teil zwei pro Woche, umfasst. Dazu gesellt sich dann im „Rahmenprogramm“ auch noch die Bundesliga – wie am Sonntag mit der Partie bei den MHP Riesen Ludwigsburg. Bei denen kassierte Alba nach zuletzt elf Siegen im direkten Vergleich eine unerwartete 77:81-Niederlage, zumal die Gäste zur Pause noch mit neun Punkten geführt hatten.

Die Wahrheit liegt in der Mitte

Hat da die Doppel-Belastung den Ausschlag gegeben? Riesen-Coach John Patrick: „Ich glaube nicht, dass Alba platt war, wir waren physisch einfach sehr stark.“ Die Wahrheit dürfte irgendwo in der Mitte liegen, denn zumindest in der Schlussphase machten die Berliner nicht mehr den besten Eindruck, was auch daran lag, dass sie von den Riesen enorm unter Druck gesetzt wurden. Ähnlich sah es auch Konstantin Konga: „Wir haben Berlin sicher zu einem günstigen Zeitpunkt erwischt“, sagte der Kapitän. „Das ändert nichts dran, dass wir einen Superjob gemacht haben.“

Wie bisher in der gesamten Saison, in der nach acht Spielen bisher nur die Niederlage beim vorjährigen Hauptrunden-Zweiten EWE Oldenburg zu Buche steht. Weshalb Patrick nach zuletzt fünf Jahren Teilnahme in einem europäischen Wettbewerb nicht gleich in Play-off-Euphorie verfällt, aber zumindest einräumt: „Wir haben ohne die internationalen Spiele mehr Zeit zum Trainieren.“ Die wird intensiv genutzt, meist sogar zweimal täglich. Denn auch wenn der Rhythmus aktuell entspannter ist, kommen auch wieder andere Zeiten.

Der Coach denkt schon weiter: „Im April haben wir in drei Wochen sieben Spiele, da wollen wir gewappnet sein.“ Um möglicherweise noch den einen oder anderen etablierten Gegner zu besiegen so wie Alba, dessen renommierter Coach Aito Reneses die Belastung seiner Mannschaft durchaus als Grund für die Niederlage anführte, nachdem vor allem Peyton Siva (bester Spielmacher der Liga 2017/18) schmerzlich vermisst wird. Dafür kann der Club mit einem geschätzten Elf-Millionen-Euro-Etat (die Riesen liegen bei knapp fünf Millionen) aber auch auf 16 Profis zurückgreifen: „Wir haben derzeit viele Spiele und einige Verletzte“, sagte Reneses, „wir konnten am Ende nicht dagegen halten, weil wir nicht mehr diese Energie besaßen wie die Ludwigsburger.“

John Patrick kennt sich aus

Deren Coach wiederum kennt die Situation nur zu gut. Als sein Team in der vorletzten Saison zu einem Höhenflug ansetzte und in der Champions League sensationell das Final Four in Athen erreichte, kam die Mannschaft auf mehr als 60 Pflichtspiele. Und musste der Belastung Tribut zollen. Doch selbst wenn das Verpassen der internationalen Runde auch Vorteile bietet, streben die Riesen dieses Mal wieder einen Startplatz im internationalen Wettbewerb an.

Auf diesem Weg hilft auch das Publikum. „Das hat uns nach vorne getrieben“, sagte Konga nach dem Berlin-Spiel. Mit 4040 Zuschauern ist in Ludwigsburg die Halle voll. Das ist zwar nicht so imposant wie in den USA, „die Stimmung aber besser als in der NBA“, betont der Amerikaner John Patrick.

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