Die Basketballer des SV Fellbach haben eine komplizierte Corona-Saison in der Regionalliga Südwest am vergangenen Sonntag mit einem 88:76-Erfolg gegen den MTV Kronberg beendet. Als sportliche Bilanz stehen zwölf Siege und 14 Niederlagen in der Statistik. Ob das in der Endabrechnung der siebte oder der achte Platz unter 14 Teams wird, entscheidet sich an diesem Samstag im Nachholspiel des Fellbacher Tabellennachbarn TSG Reutlingen gegen die Kronberger. „Ich bin mit diesem Abschneiden nicht zufrieden. Aber unter den gegebenen Umständen haben wir zumindest noch eine befriedigende Saison daraus gemacht, wenn auch keine gute“, sagt der SVF-Abteilungsleiter Andreas Tsiminos, der im Herbst noch eine Platzierung unter den drei besten Teams als Ziel ausgegeben hatte.
Die Fellbacher Basketball hatten viele Personalprobleme
Nicht allein die Corona-Begleitumstände – Trainer, Spieler und Spiele fielen aus – beeinträchtigten das Geschehen. Die Fellbacher Basketballer hatten darüber hinaus mit Personalproblemen zu kämpfen. Der talentierte Spielmacher Eldin Azemovic (Knorpelschaden im linken Knie) fiel ebenso über die komplette Saison hinweg verletzt aus wie der Routinier James Arbinger (Riss des Syndesmosebands im rechten Fuß). Der mit großen Vorschusslorbeeren verpflichtete Lette Reinis Scerbinskis machte sich schon nach wenigen Trainingseinheiten ohne auch nur einen Punktspieleinsatz wieder auf den Heimweg. Und Lars Berger, der offensivstärkste Akteur (18,8 Punkte pro Spiel), verpasste aufgrund von Folgeproblemen nach einer Erkrankung in der Rückrunde sieben Spiele. Hinzu kam, dass sich Vilius Sermokas und Marko Tucic aus privaten Gründen längere Basketball-Auszeiten nahmen. „Es kamen sehr viele unglückliche Dinge zusammen. Wir haben aber auch einige Spiele unnötig verloren, eine positive Bilanz wäre insgesamt auf jeden Fall noch möglich gewesen“, sagt der Abteilungsleiter Andreas Tsiminos.
Anton Ivy wird wohl keinen neuen Vertrag erhalten
Für die im Herbst beginnende neue Regionalliga-Spielzeit wird es mehrere Änderungen im Kader geben. So haben Daniel Eisenhardt (beruflich bedingte Rückkehr ins Ruhrgebiet) und Petar Madunic (zurück nach Slowenien) Fellbach bereits verlassen. Der US-Amerikaner Anton Ivy hat sich am Mittwoch schon wieder auf die Heimreise gemacht. „Er ist ein toller Kerl. Aber sportlich ging es auf und ab. So waren wir insgesamt nicht mit ihm zufrieden. Er wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit keinen neuen Vertrag erhalten“, sagt Andreas Tsiminos.
Wer bleibt außer dem Trainer Iakovos Peidis? Lasse Steinort und Mark Golder werden weiterspielen. Eldin Azemovic soll wieder einsteigen. Noah Wassmer soll künftig ebenso für die in die Oberliga aufgestiegene zweite Mannschaft auflaufen wie der gute US-Bekannte Andrea William Gillette, der Anton Ivy im Dezember und Januar fünfmal in der Regionalliga Südwest vertreten hat.
Zum neuen Start wird es vier bis fünf neue Gesichter geben
Mit den anderen Akteuren sind Andreas Tsiminos und sein Stellvertreter Dario Hadasija in Gesprächen, bei Lars Berger, Tauras Ulevicius und Charalampos Sikalidis geht die Tendenz in Richtung Vertragsverlängerung. „Ich gehe davon aus, dass wir zum Start der Vorbereitung etwa vier bis fünf neue Gesichter sehen werden“, sagt Andreas Tsiminos. Er reist mit Dario Hadasija im Juli eigens für eine Woche zu einem gut vernetzten Spielervermittler nach Las Vegas, um dort mehrere US-Profis anzuschauen und kennenzulernen, die als Nachfolger von Anton Ivy infrage kommen. „Wir werden diesmal früher einen kompletten Kader beisammen haben, der eine vernünftige Vorbereitung absolviert und dann hoffentlich den Aufstieg angreifen kann“, sagt Andreas Tsiminos.