Fellbach - Zu Saisonbeginn im September 2021 hatten die Basketball-Verantwortlichen des SV Fellbach auf das obligatorische Mannschaftsfoto verzichtet. Zu unfertig war noch der Kader. Die Teilnahme an der Aufstiegsrunde im Mai und im Juni hatte Kräfte geraubt und weitere Planungen verzögert. Dazu hatte sich Reinis Scerbinskis aus Lettland, frisch verpflichteter Schlüsselspieler, zur verbreiteten Verblüffung an seiner eben erst auserkorenen Wirkungsstätte noch vor dem ersten Ballkontakt in der ersten Regionalliga verabschiedet. Nun, rund vier Monate später, lässt sich das Team des SV Fellbach auf einer offiziellen Aufnahme betrachten. Der Zeitpunkt ist mit Bedacht gewählt; daran vermag die Tatsache nichts zu ändern, dass die am Samstagabend in der Gäuäckerhalle I vorgesehene Heimpremiere 2022 gegen den MTV Kronberg kurzfristig wegen eines bestätigten Coronafalls aufseiten der Gäste entfällt. Denn mittlerweile hat dieses Team auch auf dem Spielfeld – in veränderter Konstellation – zusammengefunden. Und der Abteilungsleiter Andreas Tsiminos kann bei der Gelegenheit direkt und stolz den neuen Hauptsponsor präsentieren.
Coronafall bei den Gästen: Heimspiel gegen den MTV Kronberg abgesetzt
All die Bemühungen und Gespräche der vergangenen Jahre haben zu einer Vereinbarung geführt: Die Süddeutsche Krankenversicherung mit Sitz in Fellbach engagiert sich fortan für die aufstrebenden Basketballer. Ein fünfstelliger Jahresbeitrag soll dem Vernehmen nach deren Ambitionen befördern. „Ich bin einfach froh: ein regionaler Sponsor mit Stammhaus in der Stadt – für uns gibt es doch nichts Besseres“, sagt Andreas Tsiminos und fügt hinzu: „Das gibt uns jetzt eine gewisse Planungssicherheit für die Idee, noch weiter nach oben zu kommen.“
Von der Idee hat sich der 38-Jährige auch in den schwierigen Auftaktwochen dieser Saison nicht abbringen lassen. Natürlich nicht. Gewiss, Andreas Tsiminos muss mit seinen Mitstreitern oft und manchmal zu oft, etwa nach dem fluchtartigen Fortgang des 24-jährigen Reinis Scerbinskis, kurzfristige Lösungen finden. Vor allem aber denkt er mittel- und langfristig. Das Momentum mag nicht in jedem Fall auf seiner Seite sein. Aber in absehbarer Zeit will er in die nächsthöhere Spielklasse, die Pro B, aufsteigen. Wie der Name erkennen lässt, wird das Geschehen eine Etage höher ungleich professioneller. In der Aufstiegsrunde, die das Team um Lars Berger im Vorjahr auf dem zweiten Platz unter den drei Bewerbern abschloss, haben die Fellbacher schon wertvolle Erfahrungen sammeln können. Seither ist Andreas Tsiminos bestens vertraut mit den formellen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Lizenzierung. Mit dieser Herausforderung setzt er sich weiterhin intensiv auseinander. Ebenso wie mit der sportlichen Aufgabe.
Die Fellbacher haben schon wertvolle Erfahrungen sammeln können
Der SV Fellbach hat im Herbst des vergangenen Jahres nach und nach seine Mannschaft verstärkt. Mit Petar Madunic. Mit Marko Tucic. Oder mit Charalampos Sikalidis. Und der neu formierte Verbund, zunächst auswärts stets unterlegen, hat sich nach und nach stabilisiert. Zuletzt war er dreimal erfolgreich, einmal dabei auch auswärts, ist jetzt Siebter und auf dem Weg nach vorn. Ganz nach vorn wird es bis zum Frühjahr wohl eher nicht mehr reichen. Zehn Punkte trennen die Fellbacher Basketballer vom überraschenden Tabellenführer MTV Stuttgart, aber der Rückstand kann Andreas Tsiminos nicht beirren. „Wir möchten diese Saison nicht abhaken und noch viele Spiele gewinnen“, sagt er: „Ich glaube fest daran, dass wir immer noch unter die ersten drei kommen können.“ Denn nun ist das Personal aussichtsvoll beisammen – auf dem Spielfeld ebenso wie auf dem Mannschaftsfoto.