Basketball: SV Fellbach Wie ein Schweizer Messer
Der US-Amerikaner Anton Ivy, 24, bringt in dieser Saison seine vielfältigen Qualitäten bei den Basketballern des SV Fellbach in der ersten Regionalliga ein.
Der US-Amerikaner Anton Ivy, 24, bringt in dieser Saison seine vielfältigen Qualitäten bei den Basketballern des SV Fellbach in der ersten Regionalliga ein.
Fellbach - Andreas Tsiminos war im vergangenen Jahr auf der Suche nach einem bärenstarken Verteidiger mit Qualitäten auch beim Punktesammeln. Über einen Spielerberater wurde der Abteilungsleiter des SV Fellbach fündig: Der US-Amerikaner Julien Ducree kam und war in der ersten Regionalliga die erhoffte Verstärkung unter den Körben. Allerdings war er dies nur beim 83:47-Heimsieg gegen die Gäste vom MTV Stuttgart. Denn seine Qualitäten waren auch außerhalb Fellbachs bekannt. Nach dem Abbruch der Saison aufgrund der Coronapandemie ging er Anfang dieses Jahres in die albanische Liga. Dort gewann er mit Teuta Durres den Meistertitel und zog anschließend weiter nach Portugal, wo er heute noch beim Erstligisten SC Lusitania Expert mächtig unter den Körben abräumt. Sein Ziel: die nordamerikanische Profiliga NBA.
Also hat Andreas Tsiminos sich vor dieser Saison erneut auf die Suche gemacht und wieder bei diesem Spielerberater angerufen. Er solle ihm doch noch einmal einen bärenstarken Verteidiger mit Qualitäten auch beim Punktesammeln vorschlagen. Am besten einen wie den 24-jährigen und 2,06 Meter großen Julien Ducree. Seit diesem Sommer ist der 24-jährige und 2,06 Meter große Anton Ivy beim SV Fellbach. „Er hat uns aufgrund seiner Athletik am meisten überzeugt. Wir wollen hier etwas aufbauen mit ihm und sind sehr zufrieden mit seinem Auftreten. Er versteht sich auch gut mit dem Coach Iakovos Peidis“, sagt Andreas Tsiminos.
Anton Ivy hat im Alter von 14 Jahren in der Peoria High School, eine Flugstunde südwestlich von Chicago gelegen, mit dem Basketball angefangen. Sein Vorbild damals war Kobe Bryant, der im Januar 2020 tödlich verunglückt ist. Noch heute sind die Los Angeles Lakers sein Lieblingsteam. Über das Rend Lake College, einer Volkshochschule im Bundesstaat Illinois, und der privaten Universität in Charleston/West Virginia kam er später zur Arizona Christian Universität, in der Anton Ivy im Jahr 2019 sein Wirtschaftsstudium abschloss. Basketball blieb aber der Mittelpunkt seines Interesses, er wurde als Defensivspieler des Jahres nominiert. Als nächsten Schritt wollte er nach Europa kommen, doch ein erstes Angebot aus Spanien konnte er im vergangenen Jahr aufgrund der Coronapandemie nicht annehmen. Im Juli dieses Jahres entstand über den Spielerberater der Kontakt zu Andreas Tsiminos, der ihn für diese Saison an den SV Fellbach band.
„Das Team hat mich super aufgenommen, nachdem ich erst gedacht hatte, dass es Probleme mit der Sprache geben könnte“, sagt Anton Ivy. Auch an den Spielstil in der Regionalliga hat er sich schon gewöhnt. „Es wird nicht so schnell gespielt wie bei uns in den USA“, sagt der Neu-Fellbacher. Allerdings musste er sich zuletzt an das Zuschauen gewöhnen. Ein Außenbandriss im rechten Knöchel zwingt ihn seit Anfang November zu einer Pause, die noch bis Ende dieses Jahres andauern wird. Jetzt kann er sich noch intensiver um eine Arbeitsstelle in Fellbach bemühen. Doch er ist in ständigem Austausch mit dem Trainer Iakovos Peidis, der ihn nach seiner Ankunft auf und auch außerhalb des Spielfelds an die Hand genommen hat. „Ich lerne viel, und ich mache auf dem Feld das, was von mir verlangt wird – wie ein Schweizer Messer. Ich verteidige, ich bereite vor, ich punkte“, sagt Anton Ivy, dessen Stärke klar in der Defensivarbeit liegt. Das war auch schon so bei seinem Vorgänger Julien Ducree, der aber nach seiner überzeugenden Vorstellung im SVF-Trikot weiterzog. Der 24-jährige Anton Ivy würde gern, je nach Ausgang der Saison, länger in Fellbach bleiben. Das wäre wohl auch ganz im Sinne von Andreas Tsiminos. Dann könnte dieser sich im nächsten Sommer die Suche nach einem bärenstarken Verteidiger mit Qualitäten auch beim Punktesammeln sparen.