Bata Illic singt Der Erfolgssong Michaela ist auch in St. Monika ein Hit

Bata Illic im Haus St. Monika in der Palmenhalle. Der 84-Jährige ist gut gelaunt und freut sich auf sein Konzert. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Aus Salzburg ist der Schlagersänger Bata Illic zu einem Konzert ins Pflegeheim St. Monika nach Neugereut gekommen. Dass der 84-Jährige hier gesungen hat, hat mit seinem Erfolgsschlager Michaela zu tun – und mit einer echten Michaela.

Lokales: Iris Frey (if)

Wenn der Schlagersänger Bata Illic die Palmenhalle im Haus St. Monika sieht, strahlt er. Die gefällt ihm ebenso gut wie das ganze Haus. Der 84-Jährige hat eine besondere Beziehung zum Pflegeheim St- Monika in Neugereut – und das hat mit seinem Erfolgsschlager „Michaela“ zu tun, der ab Mai 1972 ganze 30 Wochen lang die Nummer Eins in den deutschen Charts war. Dass der Song so erfolgreich sein und bis heute noch unter den 100 am meisten gespielten Liedern sein würde, freut Bata Illic ganz besonders.

 

Michaela-Song hieß zuerst Manuela

1968 wurde der Song, den Jean Frankfurter und Robert Puschmann geschrieben haben, in Ludwigsburg in einem Studio aufgenommen. Zudem habe ein Dritter damals als Titel des Liedes, das eigentlich Manuela heißen sollte, Michaela vorgeschlagen. Gesagt, getan. Doch: „Das Lied stand bis Januar 1969 still“, erinnert sich Illic. Dann habe er es am 16. Januar 1969 in der ZDF-Hitparade gesungen. „Und seit dem Tag war ich bekannt.“ Damit hatte der in Belgrad geborene Schlagersänger nicht gerechnet. Denn anfangs konnte Illic kein Deutsch, er verstand den Inhalt des Liedes nicht. Heute weiß er, dass sich viele Menschen bei dem Lied kennen und lieben gelernt haben.

Kind nach dem Erfolgshit benannt

Andere haben sogar ihre Töchter Michaela genannt – so wie beispielsweise Antonio und Monika Zelante. „Hauptsächlich ich habe mir den Namen für unser Kind gewünscht“, sagt Monika Zelante. „Michaela ist eine große Sängerin“, sagt ihr Mann und strahlt. Beide sind ins Haus St. Monika gekommen zum Auftritt ihres Idols. „Das bedeutet uns sehr viel“, sagen sie. Ihre Tochter Michaela ist auch da. Michaela Zondler ist mittlerweile selbst Schlagersängerin und stolz darauf, dass sie nach dem Erfolgssong heißt. Auch sie ist selbstredend ein Illic-Fan.

Michaela Zondler lud Bata Illic nach Neugereut ein

„Ich bin seit 20 Jahren Schlagerängerin im Hauptberuf“, sagt sie. Von 2010 bis 2014 war Michaela Zondler Frontsängerin bei Fernando Express, ist im Fernsehen aufgetreten und hat auch mit Bata Illic gesungen. Jetzt ist sie Solosängerin, singt oft im Haus St. Monika als „Goldkehlchen in der Palmenhalle“. Sie hatte Illic schon im vergangenen Jahr nach Neugereut eingeladen. Aufgrund des großen Erfolges hat sie ihn nun zum Sommerfest und 40-jährigen Jubiläum des Hauses eingeladen und er kam wieder. Beim Jubiläumsfest nun stimmte Illic, der schon 40 Mal im legendären Gutshof am Stöckach in Stuttgart aufgetreten ist, auch gleich seinen Hit an – alle sangen begeistert mit. Damals konnte Illic das „ch“ in Michaela nicht aussprechen und sang statt dessen „k“. Das wurde zum Markenzeichen, bis heute singt er den Titel auch so.

Vom Sturz im November hat sich Illic gut erholt

Und das ist es, was den 84-Jährigen glücklich macht: Wenn seine Fans die Lieder mitsingen und mitklatschen. Er will auch anderen Senioren Mut machen, im Alter aktiv zu sein. Wie er sich fit hält? Er habe kein besonderes Programm, gesteht er. Doch nach seinem Sturz im November vergangenen Jahres, als er sich beim Kofferpacken zu Hause die Hüfte brach und nun eine neue bekommen hat, will er jetzt mit Physiotherapie beginnen. „Es geht mir zwar wieder gut, aber diese Therapie wäre sicher hilfreich.“

Doch jetzt sei erst einmal der Umzug nach Salzburg dran gewesen. Mehr als 46 Jahre hat Illic in München gewohnt. Seiner Frau zuliebe, mit der er seit 61 Jahren verheiratet ist, ist er nun umgezogen. „Sie hat mir sehr viel gegeben, beim Gesang, den Aufnahmen und auch geschäftlich geholfen“, berichtet der Sänger. Sie hatte in Belgrad ein Medizinstudium begonnen, nach dem Umzug nach Deutschland konnte sie jedoch nicht weiterstudieren, „weil wir damals einen jugoslawischen Pass hatten“. Dann habe sie in Deutschland Kunstgeschichte studiert und angefangen zu malen. Jetzt will Olga Illic in Salzburg an der Kunstakademie studieren.

Dankbar für sein Publikum

Beide sind sehr kunstinteressiert bis heute. Als der damals 21-jährige Bata Illic seine 18-jährige Olga kennenlernte, haben sie sich zuallererst ein Buch über Monet gekauft. „Heute haben wir eine Kunstbibliothek“, erzählt er. Während sie malt, spielt Illic Klavier. Der Bassist, der Philologie studiert hat, komponiert noch ein bisschen, wie er sagt. Das Singen bedeutet ihm alles. Auch dass er noch Konzerte mit Publikum geben kann, ist ihm eine große Freude: „Das ist ein Gottesgeschenk.“ Er ist dankbar für sein treues Publikum.

Auch in Neugereut schreibt er erst einmal gerne Autogramme und stellt sich geduldig in der Palmenhalle für Handy-Selfies bereit. Während er in den vergangenen Jahren in Hamburg beim „Schlager Move“ 700 000 Leute auf der Straße und zuletzt auf der After-Move-Party im Hamburger Dom getroffen hat, freut er sich in St. Monika über die Begeisterung der vielen Dutzend Fans. Im Westerwald habe er mal für eine treue Anhängerin in einem Pflegeheim gesungen, erzählt er, die ihm gesagt habe, sie werde dort zum Sterben hingebracht. „Es war eine wahnsinnig nette Frau“, erinnert er sich. Nun sei sie gestorben und er wolle nun in Erinnerung an sie noch mal in dem Pflegeheim auftreten.

„Ihr seid wunderbar“, sagt Illic zu den Fans in Neugereut. „Danke, dass ich wieder singen darf.“ Eine Frau bittet um ein Foto und sagt: „Ihre Schlager habe ich immer gerne gehört und darauf getanzt.“ Und: „Ich war damals 17 und heute bin ich 70.“ Bata Illic strahlt.

Mit Dieter Thomas Heck und Tony Marshall befreundet

Der 84-Jährige, der 62 Mal in der ZDF-Hitparade aufgetreten ist und freundschaftlich verbunden war mit Dieter Thomas Heck, sagt „Das ist eine kleine Anerkennung.“ Mit Tony Marshall hat er bis zu dessen Tod regelmäßig telefoniert. „Es tut mir leid, dass er nicht mehr da ist. Er war so ein intelligenter Mensch.“ Legendär sind auch seine Auftritte mit Roberto Blanco und Karel Gott. Besonders an eine Anekdote erinnert er sich: Als er 1970 vom WDR eingeladen worden war und aus dem Zug stieg, habe ihn eine Frau angesprochen: „Ich habe sie erkannt, Karel Gott, geben Sie mir ein Autogramm.“ Auch Karel Gott, dem er von der Verwechslung berichtete, habe darüber herzlich gelacht.

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