Fertigung von Batteriezellen Wirtschaftministerin will Produktion in den Südwesten holen

Von ker 

Das Land pocht auf die deutsche Fertigung von Batteriezellen. Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) hält den Südwesten für den richtigen Standort.

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut sagt, der Südwesten „ist im Bereich Batterietechnologien hervorragend aufgestellt Foto: dpa
Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut sagt, der Südwesten „ist im Bereich Batterietechnologien hervorragend aufgestellt Foto: dpa

Stuttgart - Landeswirtschaftsministerin Nichole Hoffmeister-Kraut (CDU) setzt sich für den Aufbau einer Batteriezellfertigung in Deutschland ein und macht sich dabei für den Standort Baden-Württemberg stark. Der Südwesten „ist im Bereich Batterietechnologien hervorragend aufgestellt“, sagte sie unserer Zeitung. „Hier sind auf engem Raum alle notwendigen Kompetenzen und Partner konzentriert. Das ist ein klarer Standortvorteil.“ Mit Förderprojekten und Forschungszentren hätte die Landesregierung ideale Voraussetzungen für eine Zellfertigung geschaffen.

Mindestens eine Milliarde Euro Steuergeld soll fließen

Die Bundesregierung rührt schon lange die Trommel für Batteriezellen made in Germany – diese Woche soll Wirtschaftsminister Peter Altmaier Insidern zufolge dazu einen Plan vorstellen. Mindestens eine Milliarde Euro an Steuergeld soll dabei in die für Elektroautos wichtige Technologie fließen, wie mehrere Personen sagten, die Kenntnis von den Beratungen haben. Gespannt sind Experten auf Altmaiers Rede am Dienstag auf einer Konferenz seines Hauses zur Elektromobilität in Berlin. „Mit Blick auf die Zukunft der Elektromobilität ist die Ansiedlung einer Batteriezellfertigung in Deutschland und Europa ein bedeutendes wirtschafts- und industriepolitisches Ziel“, erklärte Christian Hirte, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Die Autoindustrie habe mit der Abhängigkeit vom Verbrennungsmotor ein „Klumpenrisiko“. Die Autokonzerne scheuten bisher die Milliardenrisiken, die eine kostspielige Massenproduktion von Batteriezellen bedeutet. Daimler-Chef Dieter Zetsche und BMW-Boss Harald Krüger erklärten, die Zellproduktion sei besser bei Zulieferern aufgehoben.

Zwei Standorte für Zellfabrik in Deutschland im Gespräch

„Gerade die deutsche und europäische Industrie mit ihrem starken Fokus auf Fahrzeug-, Maschinen-, Anlagen- und Werkzeugbau ist auf eine sichere Versorgung mit Lithium-Ionen-Zellen angewiesen“, sagt Hoffmeister-Kraut. „Deshalb dürfen wir nicht zulassen, dass unsere Unternehmen noch stärker von asiatischen Anbietern abhängig werden.“ Durch das starke Wachstum der Nachfrage nach Lithium-Ionen-Zellen seien Lieferengpässe für Kunden in Deutschland und Europa nicht auszuschließen. „Dies stellt ein gravierendes Risiko entlang der gesamten Wertschöpfungskette dar.“

Eine erste Zellfabrik könnte nach Informationen von Insidern in Westdeutschland angesiedelt werden. Eine weitere in der Lausitz, nicht weit von der Grenze zu Polen. Es gebe Gespräche mit Nachbarländern, erklärte Staatssekretär Hirte. „Es geht darum, ein europäisches Konsortium zu bilden.“