Bau des Porsche Taycan in Zuffenhausen „Das stärkt den Standort Stuttgart“

Von Eva Funke 

Anwohner rund um den Porscheplatz in Zuffenhausen befürworten den Bau des Taycan als Investition in eine umweltfreundliche Zukunft.

Zuffenhausen ohne Porsche ist kaum vorstellbar. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Zuffenhausen ohne Porsche ist kaum vorstellbar. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Hoch oben auf der Skulptur am Porscheplatz in Zuffenhausen starten drei weiße Porsche himmelwärts. An einem Firmengebäude dahinter: ein riesiges Plakat mit dem Slogan „Durch seine Adern fließt Strom und all unser Herzblut“. Gemeint ist der neue Taycan, der erste Elektro-Sportwagen, mit dem Porsche nicht in den Himmel, aber in eine umweltfreundliche Zukunft starten will.

Die Anwohner rund um den Porscheplatz machen sich so ihre eigenen Gedanken um die neue Unternehmensstrategie. Angela Montorselli, Fachverkäuferin in der Bäckerei Siegel, geht davon aus, dass sich durch das Plus an Arbeitsplätzen, die die Fertigung des neuen Modells mit sich bringt, auch mehr Brötchen verkaufen lassen. „Und das ist doch gut“, ist die 39-Jährige überzeugt.

Weniger Arbeit bei E-Autos?

So sieht es auch Giuseppe Insolia. Der 40-Jährige Monteur, der nicht bei Porsche arbeitet, findet es toll, das Porsche in die neue Technologie investiert: „Ich kann mir vorstellen, dass dadurch in Deutschland die Entwicklung umweltfreundlicher Technologien insgesamt vorangetrieben wird.“

Jo Nakott weiß, dass er sich nie ein so teures Fahrzeug wird leisten können. Trotzdem sagt auch der 81-Jährige. „Man muss froh über jeden zusätzlichen Arbeitsplatz sein.“

Lucas Nissen ist vor Kurzem nach Stuttgart gezogen. Der Fahrzeugtechnikstudent arbeitet bei Daimler und sagt: „Das stärkt den Standort Stuttgart. Die Entscheidung für den Taycan kommt dem politischen Willen gegen den Verbrennungsmotor entgegen.“ Der 24-Jährige weist aber auch darauf hin, dass bei der Produktion von E-Autos weniger Arbeit anfällt – und damit sukzessive Jobs wegfallen können.

Beschleunigung fast wie ein 911er

Alexander Herrmann (27) und Dorio Raible, beide Studenten, sind sich einig, dass im neuen Taycan die Zukunft liegt. Herrmann findet es positiv, dass sich Porsche nicht der neuen Entwicklung verschließt und ist überzeugt, dass der Fahrspaß beim E-Porsche nicht auf der Strecke bleibt. „Der beschleunigt fast wie der 911er“, sagt er.

Die Touristen vor dem Porschemuseum lässt die Diskussion kalt. Sie fotografieren die Porsche, die in den Himmel starten.

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