Bauabfälle Noë: Keinen Wald opfern für die Erddeponie

Von Ulrike Otto 

Steinbrüche sollen auf ihre Eignung geprüft werden. Der Böblinger Kreistag entscheidet am Montag.

Ein Standort für die nächste Deponie ist noch nicht gefunden. Foto: dpa
Ein Standort für die nächste Deponie ist noch nicht gefunden. Foto: dpa

Leonberg - Auch im Kreistag ist mittlerweile der Wahlkampf angekommen. Eines der sehr heiß diskutierten Themen neben dem Medizinkonzept, mithin die Zukunft der Kliniken, ist die Standortsuche für eine neue Erd- und Bauschuttdeponie.

Im Umweltausschuss wurde das Thema bereits beraten. Am kommenden Montag, 29. April, soll sich auch der Kreistag mit der heiklen Angelegenheit befassen.

So soll zum einen das erwartete jährliche Volumen an Erdaushub und Bauschutt auf 200 000 bis 250 000 Tonnen festgelegt werden. Dieser Wert dient als Grundlage für die Standortsuche und wurde von einem Gutachter ermittelt. Verlässliche Daten hatte es vorher nicht gegeben, als Mindestfläche waren 40 Hektar angenommen worden. Mit den neuen Zahlen verkleinert sich die benötigte Fläche auf 25 bis 30 Hektar – wodurch wieder ganz neue Gebiete in Frage kämen.

CDU: Der nächste Standort soll ein Steinbruch sein

Ginge es nach der CDU im Kreistag, wäre der nächste Deponiestandort ein Steinbruch. Auf Antrag der Fraktion soll jetzt geprüft werden, ob es möglich ist, in stillgelegten Steinbrüchen eine Deponie einzurichten. Im Umweltausschuss fiel das Votum dafür einstimmig aus. Normalerweise eignen sich die Gruben nicht, da sie kaum abgedichtet werden können. Die neue Idee lautet, die Steinbrüche zunächst zu verfüllen, dann abzudichten und dann oben drauf eine Deponie für Erdaushub und kaum belasteten Bauschutt einzurichten. „Es sind zwar noch Fragen offen, aber es gibt realistische Ansätze“, erklärt Helmut Noë aus Leonberg, der CDU-Fraktionschef. Der Betreiber eines Steinbruchs im Kreis habe dazu bereits ein internes Gutachten erstellt. „Schon im Jahr 2017 hatten zwei Steinbruchbetreiber ihre Bereitschaft signalisiert, wegen der Deponierung von Bauschutt und Erdaushub mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb ins Gespräch zu kommen“, berichtet Noë.

Die Idee hatte bei den meisten Fraktionen großen Anklang gefunden. Denn die in Frage kommenden Steinbrüche liegen relativ zentral in der Mitte des Landkreises, nicht zu weit weg von der Autobahn und – das wichtigste Argument – es müsste für die Deponie kein Wald weichen. Schließlich gehe es auch darum, die Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen, so Noë. „Das flächenhafte Abholzen von Waldgebieten von 25 bis 30 Hektar würde diesen Bemühungen eindeutig zuwiderlaufen.“




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