Baubürgermeister Baubürgermeister strebt dritte Amtszeit an

Matthias Hahn will weitermachen. Foto: Michael Steinert
Matthias Hahn will weitermachen. Foto: Michael Steinert

Matthias Hahn sitzt seit zwölf Jahren auf der Referentenbank – und will es mit 64 Jahren noch einmal wissen. Die Bereitschaft des Baubürgermeister nochmals anzutreten, kommt auch seinen Parteifreunden bei der SPD gelegen.

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Stuttgart - Entspannt sitzt Matthias Hahn dieser Tage in seinem Büro im zweiten Stock im Rathaus – verbunden mit einem herrlichen Blick auf den Stuttgarter Marktplatz. „Ich bin des Amtes nicht so überdrüssig, dass ich gehen wollte“, sagt der 64-Jährige augenzwinkernd. Im Gegenteil, bei der Wahl durch den Gemeinderat im Oktober bewirbt sich der Sozialdemokrat für eine dritte Amtszeit als Baubürgermeister, die ihm nach dem Stand der Dinge gewährt werden wird. Gegenkandidaten, soviel steht nach dem Ablauf der Bewerbungsfrist fest, wird es nicht geben. „Ich freue mich“, so Hahn, „auf die Herausforderungen der nächsten Jahre“.

Schon der Vater war Bürgermeister

Seit dem 1. Dezember 1996 schon hat Hahn einen Platz auf der Referentenbank im Stuttgarter Rathaus. Manfred Rommel (CDU) hat ihm einst noch die entsprechende Urkunde überreicht. Dies war auch deshalb ein besonderer Moment, weil Hahns Vater Jürgen in der Ära von Oberbürgermeister Arnulf Klett, aber auch zu Beginn der Ära Rommel als Erster Bürgermeister fungiert hatte. Dessen Sohn Matthias ist zuständig für das Referat Städtebau/Umwelt und damit für das Amt für Umweltschutz (121 Stellen), das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung (170 Stellen) sowie das Baurechtsamt (116 Stellen). Und er sei, wie Hahn versichert, auch nach 16 Jahren noch immer mit sehr viel Spaß dabei. Ermöglicht wird Hahns dritte Amtszeit durch Regelungen in der Gemeindeordnung, wonach Bürgermeister bis zur Vollendung des 68. Lebensjahres Dienst tun können. Allerdings gibt es in diesem Fall auch eine politische Komponente. Zupass kommt seine Bereitschaft, um drei Jahre zu verlängern, nämlich auch den Sozialdemokraten im Rathaus.Nach schweren Verlusten bei der Kommunalwahl 2009, bei der die Grünen stärkste Fraktion wurden, kann die SPD rechnerisch nämlich nur noch eine der sieben unter dem Oberbürgermeister angesiedelten Bürgermeisterstellen für sich reklamieren. Die Grünen stellen mit Werner Wölfle nur einen Beigeordneten, hätten aber Anspruch auf einen zweiten Posten in der Führungsetage. Dieser lässt sich durch Hahns neuerliche Kandidatur nicht einlösen, da ein ungeschriebenes Gesetz im Stuttgarter Rathaus auch gilt: Bürgermeister, die einen guten Job machen, werden unabhängig vom politischen Proporz verlängert.

Von der SPD-Fraktion auf die Bürgermeisterbank

Hahn eilt der Ruf eines ebenso erfahrenen wie engagierten, wenn auch bisweilen eher konfliktscheuen Sachwalters voraus. 1948 ist er in Mannheim geboren worden und verdiente sich seine ersten politischen Sporen in den 1970er Jahren als Bezirksbeirat in Stuttgart-Mitte. 1992 übernahm er den Vorsitz der SPD-Gemeinderatsfraktion. Früh hatte er sein Interesse für Stadtplanung entdeckt, war Mitglied im Städtebauausschuss und in Preisgerichten. Am 1. Dezember 1996 beerbte er schließlich den altershalber ausgeschiedenen Baubürgermeister Hansmartin Bruckmann (SPD). „Ich habe mir vorgenommen, daran mitzuarbeiten, dass sich diese Stadt erneuert, dass sie dabei aber ihr charakteristisches Gesicht behält“, sagt er zum Start.

16 Jahre ist er nun alsbald im Amt. „Das ist ja durchaus ein Zeichen“, sagt Matthias Hahn. Der Bürgermeister hat immer lieber die dicken Bretter des Wohnungsbaus gebohrt, als sich im Lichte prestigeträchtiger Großprojekte zu sonnen. Und diese Politik, die Innenentwicklung vieler Quartiere in den Stadtbezirken nutzbringend voranzutreiben, hat er sich auch für die Zukunft auf die Fahnen geschrieben, ebenso wie die Gestaltung des Neckarparks auf den Brachflächen des ehemaligen Cannstatter Güterbahnhofs. Und dass er dabei von Januar an dann einen neuen Chef haben wird, stört ihn nicht: „Ein gewisses Maß an Abwechslung“, sagt er, „hat auch seine Reize.“ Chef
Der Oberbürgermeister hat innerhalb der Gemeindeordnung eine besonders starke Stellung. Er ist einerseits Chef der Stadtverwaltung und leitet andererseits auch den Gemeinderat. Der Oberbürgermeister wird direkt vom Volk gewählt, so wie am 7. Oktober oder – bei einem notwendigen zweiten Wahlgang – am 21. Oktober. Stuttgart wird auf jeden Fall ein neues Stadtoberhaupt bekommen, da der Amtsinhaber Wolfgang Schuster (CDU) bekanntlich auf eine weitere Amtszeit verzichtet hat.

Beigeordnete
Unterhalb der Ebene des Oberbürgermeisters gibt es in der mehr als 20 000 Mitarbeiter starken Stadtverwaltung sieben Fachbürgermeister. Diese Beigeordneten, die jeweils bestimmte Bereiche führen, werden vom Gemeinderat gewählt und – wie der OB – auf jeweils acht Jahre bestellt. Neben der Qualifikation spielt bei der Auswahl der Kandidaten die politische Verankerung eine Rolle. Auf der Bürgermeisterbank sollen sich nämlich die Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat spiegeln.




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