Bauen in Esslingen Mikro-Appartements statt Hotelzimmer

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Die Dietz AG in Bensheim schwenkt um. Auf dem Gelände des ehemaligen Zentralen Busbahnhofs sollen jetzt kleine Appartements entstehen für Pendler und Alleinstehende, dazu gibt es eine Gastronomie in Richtung Bahnhofsvorplatz.

Statt eines Hotels baut die Dietz AG aus Bensheim jetzt ein Gebäude vorwiegend mit  Mikro-Appartements. Foto: Dietz AG
Statt eines Hotels baut die Dietz AG aus Bensheim jetzt ein Gebäude vorwiegend mit Mikro-Appartements. Foto: Dietz AG

Esslingen - Neue Wohnformen breiten sich in der Stadt aus: die sogenannten Mikro-Appartements. Der technische Ausschusses des Esslinger Gemeinderates hat gegen die Stimmen der Grünen und der Linken zugestimmt, dass die Dietz AG aus Bensheim statt des geplanten Hotels in der Berliner Straße nun kleine Appartements baut. Äußerlich soll das Gebäude unverändert bleiben, nur der innere Zuschnitt wird verändert. Jetzt sieht der Plan so aus: zwölf normale Wohnungen werden ergänzt durch 140 sogenannte Mikro-Appartements, dazu gibt es, Büroräume, eine Gastronomie in Richtung Bahnhof sowie einen größeren Einkaufsmarkt. Außerdem soll es eine Servicestation für Fahrräder, insbesondere Pedelecs geben.

Im kommenden Jahr können schon die Bagger anrücken

Das Gebäude steht auf dem ungenutzten ehemaligen Zentralen Omnibusbahnhof und soll nach den Vorstellungen der Stadverwaltung, eine nördliche Kante des Bahnhofsvorplatzes bilden. Der Bebauungsplan dürfte im Laufe dieses Jahres aufgestellt werden, dann könnten die Bagger frühestens Anfang des Jahres 2019 anrücken. Opposition gegen das Gebäude gab es auch. Die Fraktion der Grünen beispielsweise hätte hier lieber einen kleinen Park gehabt.

Interessant ist dabei der Trend zu den sogenannten Mikro-Appartements. Herbert Klingohr, Esslinger Projektentwickler, beschreibt die Wohnform der Mikro-Appartements so: Es handele sich in der Regel um etwa 20 bis 25 Quadratmeter große Wohnungen mit Dusche, WC und einer kleinen Küche. Sie würden vermietet an Berufspendler und an Geschäftsleute. Ein Trend, der in der ganzen Republik Fuß gefasst habe und in großen Städte, wie etwa in Berlin, schon wieder zu einem Überangebot geführt habe. Der Vorteil der Mikro-Appartements sei, dass der Investor einen relativ hohen Mietpreis für den Quadratmeter verlangen könne, allerdings sei die Fluktuation dementsprechend hoch.

Finanzielle Vorteile für den Investor

Roland Karpentier, der Pressesprecher der Stadt Esslingen, sieht ebenfalls finanzielle Vorteile für einen Investor. Und zwar, weil es für Wohnungen unter 40 Quadratmetern keinen Mietspiegel gebe. Das heißt, die Stadtverwaltung könne beim Mietpreis nicht regulatorisch eingreifen. Mikro-Appartements gebe es in Esslingen beispielsweise bereits in einem weiteren Gebäude in der Berliner Straße und in einem Gebäude in der Fabrikstraße.

Die Idee der Mikroappartements stamme ursprünglich aus der Schweiz, so ein Branchenkenner. Man wolle bezahlbaren Wohnraum schaffen, in dem Menschen in kleinen Appartements günstig und selbstständig wohnen können. Große Gemeinschaftsräume ermöglichten dann den sozialen Kontakt zu anderen alleinstehenden Bewohnern des Hauses. So solle eine gute Sozialstruktur in Mietshäusern erreicht werden, vor allem eine gute Durchmischung von Alt und Jung.