Bauen in Stuttgart-Untertürkheim Wohnbau auf dem Pfisterer-Areal

Von Mathias Kuhn 

- Untertürkheims Ortseingang im Bereich der Inselstraße soll schöner werden. Ein Investor hat das einstige Pfisterer-Areal erworben, will attraktive Wohnungen am Kraftwerkkanal errichten. Die Stadt erwägt, das Gebiet inklusive Inselbad und Karl-Benz-Platz als Projekt für die Internationale Bauausstellung 2027 anzumelden.

Auf dem einstigen Pfisterer-Areal soll  ein kombiniertes Gewerbe- und Wohnbauprojekt realisiert werden. Foto:  
Auf dem einstigen Pfisterer-Areal soll ein kombiniertes Gewerbe- und Wohnbauprojekt realisiert werden. Foto:  

Untertürkheim - Untertürkheim, genauer der Ortseingang zwischen Inselbad, Pfisterer-Areal, Karl-Benz-Platz und Lindenschulviertel, könnte im Jahr 2027 ein Schwerpunkt der Internationalen Bauausstellung (IBA) werden. „Der Bereich hat als zentraler Mobilitätsschwerpunkt großes Entwicklungspotenzial. Als IBA-Projekt könnte man Vorhaben im öffentlichen und privaten Raum miteinander verknüpfen“, schwärmt Stadtplaner Arnold Maiwald. Jahrzehnte lang bewegte sich entlang der Inselstraße wenig. Die Räume des Traditionsunternehmens Pfisterer werden seit Jahren von Daimler genutzt. Auch auf dem benachbarten Inselbad-Gelände, dem Neckarkanal und im Lindenschulviertel gab es wenig Veränderungen. Das könnte sich im kommenden Jahrzehnt grundlegend ändern. Das einstige Pfisterer-Grundstück hat den Besitzer gewechselt. „Der neue Investor hat dort ein attraktives Projekt Arbeiten und Wohnen am Wasser geplant. Eine Bauvoranfrage liegt vor“, berichtete Maiwald den Bezirksbeiräten. Noch muss der Investor sich allerdings gedulden. Da unter dem Gelände die Röhren für Stuttgart-21-Trasse in Richtung Plochingen hindurchgeführt werden, läge auf dem Gelände noch eine Veränderungssperre.

Die Stadtplaner können dennoch ein visionäres Konzept für das lange vergessene Viertel zwischen Insel- und Lindenschulstraße entwickeln. Im Mittelpunkt steht der Fluss. Denn schräg gegenüber des Pfisterer-Baus wollen Surffans unterhalb des Kraftwerks die Neckarwelle realisieren. Eine Machbarkeitsstudie wird gerade entwickelt. Auf dem Nebenkanal des Neckars soll eine „stehende Welle“ es den Surffans ermöglichen, auf dem Wasser zu reiten. „Gemeinsam mit dem Insel- und dem Stadtbad, den Kajak- und Rudersportlern könnte sich ein Wassersport-Zentrum entwickeln“, meint ein Mitglied des neu gegründeten Vereins Neckarwelle. Zumal bis dahin auch das Lindenschulviertel aus seinem Dornröschenschlaf erwacht ist. Im kommenden Jahr wird das Ufer an der heutigen Anlagestelle umgestaltet. Ein längerer, schwimmender Anlegesteg, Sitzstufen und Liege- und Chill-Möglichkeiten werden zum Verweilen am und zum Erleben des Flusses einladen.

Impulse könnte die IBA setzen

Doch die Blicke der Stadtplaner gehen weit darüber hinaus. So soll auch das historische Kraftwerksgebäude besser mit ins Neckar-Erleben einbezogen werden. Das Kraftwerk erzeugt noch Energie, kann jedoch auch besichtigt werden. „Wichtig sind gute Zugänge für Fußgänger. Deswegen haben wir uns auf dem Pfisterer-Areal einen schmalen Streifen für einen Uferweg reserviert“, sagt Stadtplaner Maiwald. Die Bezirksbeiräte erfreute er zudem mit einer Skizze, in der die Vision für den Mobilitätsschwerpunkt visualisiert wird. Auf ihr überspannt eine Brücke den Kraftwerkskanal vom Inselbad zum ehemaligen Kino-Bauer-Gelände. „Ein großer Teil wird als Parkplatz benötigt, ist also untergenutzt“, so Maiwald. Er könne sich dort andere Nutzungsformen vorstellen und natürlich müsse auch der Karl-Benz-Platz besser an- und eingebunden werden.

Impulse könnte die IBA setzen. Die Stadtverwaltung überlege, ob sie den Untertürkheimer Bereich als zentralen Mobilitätsschwerpunkt anmelden solle. Die Bezirksbeiräte begrüßten die Idee. „Damit würde sich ein Herzenswunsch erfüllen“, sagten Andrea Mathiasch (CDU) und Sabine Reichert-Hebel (Grüne). Michael Marquardt (FDP) freut sich bereits darauf, dass er „seinen Lebensabend mit Rollator dann am Neckar erleben darf.“

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