Bauernaufstand Armer Konrad Das tragische Ende der Aufständischen

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Wirklich? Bei den Anführern und dem Fußvolk ist die Zuversicht nicht mehr so groß. Als Herzog Ulrich die militärische Entscheidung sucht, löst sich die Gemeinschaft binnen weniger Stunden auf, ohne dass es zu einem einzigen Schwerthieb gekommen ist. „Der letzte Willen, direkt gegen den Landesherren vorzugehen, fehlte“, sagt Bernd Breyvogel: „Und die Bauern haben erkannt, dass sie keine Chance gehabt hätten.“ Wie ein Spuk löst sich der Arme Konrad auf. Die Niederlage ist perfekt.

Ist sie das? Andreas Schmauder beantwortet diese Frage mit einem klaren Nein. Denn im Tübinger Vertrag sei festgeschrieben worden, dass jeder Bürger seinen Wohnort frei wählen könne und jeder Anspruch auf ein ordentliches Gerichtsverfahren habe – davon hätten auch die Bauern profitiert. Zudem habe der Herzog Wort gehalten und nach der Absage des Bauernlandtages Vertreter in alle Ämter geschickt. So sind viele „Entscheidbriefe“ ausgestellt worden: Die Bauern dürfen in manchen Orten künftig die Wildschweine auf den Feldern sogar schießen, manche besonders korrupte Beamte werden abgesetzt. „Das haben die Bauern dem Herzog abgerungen“, sagt Schmauder.

Dies alles erleben die Anführer des Armen Konrads nicht mehr. Vom 7. bis zum 9. August setzt Herzog Ulrich den blutigen Schlussakkord unter den Aufstand: In Schorndorf lässt er zehn, in Stuttgart sechs Männer hinrichten. Sie werden enthauptet, mancher Kopf wird zur Abschreckung auf einen Spieß gesteckt und ausgestellt. In Schorndorf auf dem Wasen müssen 1700 Beteiligte des Aufstands Abbitte tun. Manchen werden die württembergischen Hirschstangen mit glühendem Eisen auf die Stirn gebrannt, das Haus des Caspar Pregatzer in Schorndorf wird zur Strafe bis auf die Grundmauern abgebrochen.

Peter Gais kann ins Ausland fliehen. Ein Jahr später wird er aber in der Herrschaft Limpurg bei Schwäbisch Hall gefasst und ausgeliefert. Auch er bezahlt seinen Einsatz für mehr Gerechtigkeit mit dem Leben. In seinem Heimatort Beutelsbach haben sie dem weithin unbekannten Helden, dem Tagelöhner Peter Gais, ein Denkmal gesetzt. Mitten im Ort, direkt am Rathaus.