Bauernmarkthalle in Stuttgart Biogemüse unter neuem Dach

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Die Bauernmarkthalle am Vogelsang schließt bald ihre Pforten. Im Juli 2010 öffnet dann die neue Markthalle West.

Die Bauernmarkthalle im Vogelsang schließt nach 14 Jahren. Das gewohnte Bio-Angebot finden die Kunden von Juli an im Neubau gleich nebenan. Foto: Zweygarth 3 Bilder
Die Bauernmarkthalle im Vogelsang schließt nach 14 Jahren. Das gewohnte Bio-Angebot finden die Kunden von Juli an im Neubau gleich nebenan. Foto: Zweygarth
Stuttgart - Nach 14 Jahren geht die Ära der alten Bauernmarkthalle im Stuttgarter Westen zu Ende. Das ehemalige Straßenbahndepot wird zum 30. April offiziell geschlossen. Inoffiziell kann aber noch bis Anfang Juli eingekauft werden, bis die neue "Markthalle West", die ausschließlich Bioware anbieten wird, gleich nebenan ihre Pforten öffnet.

Das Fairkaufhaus kann seine Waren noch bis Ende Juli im Vogelsang verkaufen. Das Kapitel Bauernmarkthalle wird aber in der Nacht vom 2. auf den 3. Juli mit einer "Rock for Nature Night" endgültig abgeschlossen.

"Unsere Kunden stehen auch von Mai bis Juli nicht vor verschlossenen Türen", sagte Rudolf Bühler, Gründer der bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall, am Diensatg auf einer Pressekonferenz in der die Bauernmarkthalle. Der Verkauf gehe auch in der Übergangszeit weiter. Der Generalpächter zog ein positives Fazit der "wechselvollen Geschichte" der Bauernmarkthalle am Vogelsang. Dass diese bald Vergangenheit sei, erfülle viele Händler und Kunden mit Wehmut. "Viele Leute lieben die Halle, hier wurden Freundschaften geschlossen", so Bühler. "Damals war ein Biomarkt etwas exotisches, heute gehören solche Geschäfte längst zum Mainstream."

Pionierarbeit für gesunde Lebensmittel


Die Bauernmarkthalle habe in den vergangenen 14 Jahren Pionierarbeit für gesunde Lebensmittel geleistet. "Wir haben Kulturarbeit geleistet und den Städtern gezeigt, dass natürliche Lebensmittel von Bauern kommen", betonte Bühler. Die besten Zeiten habe die Bauernmarkthalle während der BSE-Krise erlebt. "Da war die Schlange an unserer Theke stets 15 bis 20 Meter lang", betonte der Aufsichtsratsvorsitzende der bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall, die schwäbisch-hällische Landschweine vermarktet.

Neben der Erzeugergemeinschaft werden auch die Eselsmühle mit Bio-Kaffee und -Backwaren sowie die Edition Tertium mit Buch & Spiel in die neue Halle umziehen. Hinzu kommen der Anbieter "Waschbär" und ein Bio-Restaurant. Im Erdgeschoss eröffnen im Juli ein Biomarkt und ein Blumengeschäft.

Der fast fertige Ziegelbau der neuen Bio-Markthalle West mit trapezförmigem Grundriss und großen Glasbändern wird mit gut 1600 Quadratmetern Nutzfläche fast so viel Verkaufsfläche wie das alte Straßenbahndepot bieten. "Um alle Anbieter unterzubringen, gibt es eine Galerie als zweite Ebene", erläuterte SSB-Architekt Jürgen Plesse. Generalmieter der neuen Halle sei nicht mehr die Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall, sondern das Handelskontor Willmann aus Vaihingen/Enz, ein regionaler Anbieter von Naturkost.

Auch für die SSB beginnt nach dem Abbruch des alten Straßenbahndepots Ende des Jahres ein neues Kapitel: Dann entstehen auf dem geräumten Grundstück vier Gebäude mit 44 Eigentumswohnungen.

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