Um Baumaterial zwischenzulagern und aufzubereiten, möchte der Bauhof Flächen in Stetten nutzen, die derzeit für die Landwirtschaft genutzt werden.

Stetten - Die Ressourcen sind begrenzt. Häufiger soll deshalb auch beim Bauen darauf geachtet werden, Material mehrfach zu verwenden. „Viele Stoffe werden momentan nicht recycelt und landen auf irgendwelchen Mülldeponien“, erklärte der Leiter des Planungsamts in Leinfelden-Echterdingen, Philipp Schwarz. Es werde Aushub mit Lastwagen über weite Strecken gefahren. „Die Deponien in Baden-Württemberg sind voll. Man muss immer weiter fahren, um die Dinge loszuwerden“, sagte er. Der gängigen Praxis soll nach dem Willen der Gesetzgeber zukünftig aber ein Riegel vorgeschoben werden. Gesetze und Vorschriften werden geändert, um auch die Bauwirtschaft zu einer Kreislaufwirtschaft zu machen.

Damit die gesetzlichen Vorgaben auch in Zukunft erfüllt werden können, braucht die Stadt weitere Flächen. Für die Lagerung, Sortierung und das Aufbereiten von Baumaterial wird viel Platz benötigt. Auf 1,6 Hektar neben dem Wertstoffhof in Stetten, nahe der B 27, soll deshalb der Flächennutzungsplan geändert werden. Darüber hinaus soll dort auf einer 1,8 Hektar großen Fläche, die teils bereits zur Lagerung von Erde genutzt wird, der Bebauungsplan geändert werden. Die Abstimmungen im Technischen Ausschuss wurden aber kurzerhand vertagt. Viele Stadträte forderten weitere Informationen, bevor sie einer Umwandlung von privat genutzten Landwirtschaftsflächen zustimmen.

Die Stadt braucht Lagerflächen

Zurzeit muss die Stadt immer wieder nach Flächen suchen, auf denen sie Baumaterial lagern kann. Aktuell werden unter anderem das ehemalige Renault-Gelände oder die alte Krauthalle genutzt. Doch das sind keine Dauerlösungen. Benötigt werden die Flächen, wenn beispielsweise Aushub vor dem Transport auf eine Deponie auf Schadstoffe untersucht werden muss. „Es ist ein permanenter Umschlag, in der Stadt wird viel gebaut“, verdeutlichte Schwarz.

„Die Stadt braucht Lagerflächen, man kann derzeit noch nicht abschätzen, wie sich das in Zukunft entwickelt“, erklärte er weiter. Mit einer Änderung des Flächennutzungsplanes an der Sielminger Straße im Osten Stettens würden die Voraussetzungen geschaffen, in der Zukunft reagieren zu können. Dass das Thema jetzt angegangen wird, ist auch der langen Dauer des Verfahrens geschuldet. Bis eine eventuelle Flächennutzungsplanänderung abgeschlossen wäre, würde noch viel Zeit vergehen. Selbst bei einem reibungslosen Verlauf des Verfahrens wäre der neue Flächennutzungsplan wohl frühestens Ende 2023 fertig. Einen Bedarf an Flächen hätte der Bauhof schon heute.

Wahl der Flächen stößt teilweise auf Skepsis

Unter den Stadträten im Technischen Ausschuss fiel die Idee, Landwirtschaftsflächen für die Lagerung von Baumaterial aufzugeben, teils auf Skepsis. „Wir brauchen eine Flächenbilanz“, forderte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Ingrid Grischtschenko. Immerhin gebe es bereits Flächen, die die Stadt nutzen könne. Offen ist für Grischtschenko auch die Frage, ob denn nun jede Kommune für sich auf die sich verändernden gesetzlichen Bestimmungen reagieren muss. „Das kann doch nicht sein, dass jetzt jede Stadt Flächen ausweisen muss“, sagte sie.

Auf das bereits bestehende Verkehrsproblem im genannten Gebiet wiesen die Stadträte Wolfgang Haug (FDP) und Wolfgang Vohl (Freie Wähler) hin. Die kleine Straße wird momentan vor allem von Autofahrern genutzt, die zum Wertstoffhof fahren wollen. Wenn sich zwei Fahrzeuge begegnen, wird es eng. Hinzu kommt, dass die wartenden Autos vor dem Wertstoffhof zuweilen einen Rückstau auf der Straße verursachen. Mit einer Einrichtung einer Lagerstätte für Baumaterial und dem Verkehr mit Lastwagen würde sich die Verkehrssituation vermutlich weiter verschärfen. „Die Verkehrssituation muss man sich anschauen“, gab der Planungsamtsleiter Schwarz zu.

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