Vor der Bauministerkonferenz Ende der Woche hat Landesbauministerin Nicole Razavi (CDU) mehr Anreize gefordert, um neuen Wohnraum auch in bestehenden Gebäuden zu schaffen. „Das Schaffen von Wohnraum im Bestand muss sich auch rechnen“, sagte Razavi unserer Zeitung. „Deshalb wünschen wir uns, dass der Bund hier positive Anreize für die Eigentümer setzt, sei es in Form von finanzieller Förderung oder steuerlicher Entlastung.“ Der Bund hatte in seinem 14-Punkte-Plan verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten angekündigt, die sollen aber nicht für Bestandsgebäude gelten, sondern nur für Neubauten.
Schwerpunkt bei Bestandsgebäuden
Bei der Bauministerkonferenz in Baden-Baden diese Woche unter dem Vorsitz von Baden-Württemberg will Razavi hier einen Schwerpunkt setzen. „Natürlich brauchen wir auch unbedingt zusätzlichen Wohnraum durch Neubau, aber wenn wir die Potenziale im Bestand nicht heben, geht uns immer mehr Wohnraum verloren“, sagte sie unserer Zeitung.
Angesichts der hohen Baupreise und der steigenden Zinsen gewinnt die Frage, wie existierende Gebäude besser genutzt werden können, immer mehr Gewicht. Die Grünen im Landtag hatten vergangene Woche in einem Positionspapier unter anderem die Vereinfachung der Umnutzung von Büro- als Wohngebäude und einfachere Vorschriften für zusätzliche Stockwerke auf Bestandsgebäuden gefordert. Themen, die sich auch die Bauministerin vorgenommen hat. Bestandsschutz bei der Aufstockung bestehender Gebäude ist in der Novelle der Landesbauordnung (LBO), die Razavi bis Ende des Jahres vorlegen will, geplant. Auch an anderen Stellen will Razavi die LBO entschlacken.