Baupläne in Künzelsau Würth baut ein neues Museum

Von Tanja Kurz 

Die Geschäfte laufen gut beim Künzelsauer Familienunternehmen: Das Carmen Würth Forum in Gaisbach wird erweitert, die Kunsthalle in Schwäbisch Hall soll folgen.

Rechts in Richtung Bundesstraße wird das Carmen Würth Forum um rund 5500 Quadratmeter erweitert. Foto: Andi Schmid
Rechts in Richtung Bundesstraße wird das Carmen Würth Forum um rund 5500 Quadratmeter erweitert. Foto: Andi Schmid

Künzelsau - Die Geschäfte laufen gut beim Künzelsauer Familienunternehmen. 2018 hat Würth sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis Rekordwerte erzielt. Einen Grund dafür sehen Experten in der guten Baukonjunktur. Die kurbelt Würth nun selbst tüchtig an: Das Kultur- und Kongresszentrum Carmen Würth Forum am Stammsitz in Künzelsau-Gaisbach (Hohenlohekreis) wird um einen Konferenzbereich sowie ein Museum ergänzt. Kostenpunkt: 39 Millionen Euro. Die Eröffnung­ ist für April 2020 geplant.

Eine große Überraschung ist der Neubau freilich nicht. Bereits bei der Eröffnung des 60-Millionen-Euro-Projekts im Juli 2017 war durchgesickert, dass die Pläne für einen zweiten Bauabschnitt bereits in der Schublade liegen. „Durch die wirtschaftliche Aktivität der Region besteht unbedingter Bedarf an dem von Anbeginn an als multifunktionale Anlage geplanten Carmen Würth Forum“, sagt der Unternehmensgründer Reinhold Würth. Geplant sind zehn unterteilbare Konferenzräume, in denen bis zu 700 Personen Platz finden. Bereits jetzt hat der Bau eine große Veranstaltungshalle mit etwa 2000 Sitzplätzen sowie den Reinhold Würth Saal, der rund 600 Besuchern Platz bietet.

Im neuen Museum soll es eine Dauerausstellung geben

Der Erweiterungsbau wurde erneut vom englischen Architekten David Chipperfield geplant und steht auch im Zeichen der Kultur. In dem rund 5500 Quadratmeter großen Neubau wird ein Museum errichtet. „Für das neue Kunstmuseum planen wir eine Dauerausstellung mit Highlights aus dem modernen und zeitgenössischen Teil der Sammlung Würth“, sagt Sylvia Weber, bei Würth zuständig für den Geschäftsbereich­ Kunst und Kultur. Zudem werde dort gewissermaßen die „DNA der Kollektion“ erkennbar werden: „So werden auch Werke im Mittelpunkt stehen, deren Erwerb die Entwicklung der fast 50-jährigen­ Sammelleidenschaft Reinhold Würths nachzeichnet.“ Teile der rund 18 000 Werke umfassenden Sammlung werden zurzeit in vier Museen in Schwäbisch Hall und Künzelsau sowie in zehn Dependancen in Europa gezeigt.

Hat die Investition in Künzelsau womöglich Auswirkungen auf die geplante Erweiterung der 2001 eröffneten Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall? „Sofern die Geschäftsentwicklung­ der Würth-Gruppe weiterhin erfreulich verläuft, wird auch die Kunsthalle Würth den vielen Besuchen angepasst und erweitert“, bekräftigt Weber ein Versprechen von Reinhold Würth aus dem Jahr 2016. Geplant sei, noch in diesem Jahr das Baugesuch einzureichen. Die Erweiterung betrifft die Ausstellungsflächen, zu derzeit rund 2600 Quadratmetern sollen noch einmal 600 Quadratmeter hinzukommen. Überdies soll ein Besucherzentrum entstehen, und die Cafeteria, der Museumsshop sowie die sanitären Anlagen sollen erweitert werden. Bereits 2012 hat Würth sieben hinter der Kunsthalle gelegene Gebäude von der Stadt Schwäbisch Hall erworben und damit seinen Standort „arrondiert­“, wie es die Leiterin der Kunsthallen der Würth-Gruppe seinerzeit formulierte. Hier ist derzeit die Museumspädagogik untergebracht, die ebenfalls profitieren soll. Ein Teil der Erweiterung soll unterirdisch erfolgen. Mit den Plänen wurde der dänische Architekt Henning Larsen beauftragt, der bereits die Kunsthalle auf dem ehemaligen Areal der Schwäbisch Haller Löwenbrauerei entworfen hat.