Bauprojekt auf dem Böblinger Flugfeld Pharma-Unternehmen baut auf die Zukunft

Spatenstich auf dem Flugfeld für Wörwag Pharma  – mit Regenschirmen als Sonnenschutz Foto: factum/
Spatenstich auf dem Flugfeld für Wörwag Pharma – mit Regenschirmen als Sonnenschutz Foto: factum/

Wörwag feiert den Spatenstich für die neue Firmenzentrale auf dem Flugfeld. Das Gebäude bietet Platz für ein dynamisches Wachstum. Die Oberbürgermeister von Böblingen und Sindelfingen freuen sich über das Bekenntnis zum Standort.

Böblingen: Kathrin Haasis (kat)
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Böblingen - Spätestens im Jahr 2021 werden die Mitarbeiter der Firma Wörwag Pharma gar nicht mehr in den Feierabend gehen wollen. Dann nämlich ist die neue Firmenzentrale auf dem Flugfeld fertig. Und dort gibt es nicht nur modernste Arbeitsplätze, sondern auch „ein Bistro für die gesunde Ernährung“ sowie Ruhe- und Loungebereiche, damit sich die Mitarbeiter wohl fühlten, erklärte die Firmenchefin Monika Wörwag am Mittwoch beim Spatenstich: „Diese Investition ist nicht unerheblich, aber der Familie Wörwag sehr wichtig.“ Rund 20 Millionen Euro lässt sich das Unternehmen den Neubau kosten. Er erfolgt in zwei Schritten und bietet am Ende Platz für rund 700 Mitarbeiter – mehr als drei Mal so viele, wie momentan in Böblingen arbeiten.

Die Konjunktur schwächelt – nicht bei Wörwag

„Alle erwarten, dass die Konjunktur schwächelt, bei uns ist das nicht der Fall“, sagte Monika Wörwag. Ganz im Gegenteil: Die Geschäftsführerin kann von „einem wirklich tollen Wachstum“ berichten. Sie rechnet in diesem Jahr mit einem neuen Rekordumsatz. Im vergangenen Jahr erzielte Wörwag Pharma etwas mehr als 211 Millionen Euro, in diesem Jahr sollen es fast neun Prozent mehr werden. Mit mehr Personal soll diese Arbeit bewältigt werden, bis zum Jahresende werde bei der Belegschaft die 1000er Grenze geknackt, kündigt Monika Wörwag an. Davon sind 200 Menschen in Böblingen und 60 im restlichen Deutschland tätig. Aber das Fernziel ist mindestens die Verdoppelung des bisherigen Umsatzes bis hin zu einer Milliarde Euro. Und dafür baut das Unternehmen an der Flugfeld-Allee vor.

„Wir arbeiten im Moment in einer Nische“, sagte Monika Wörwag, „für den Pharmamarkt sind wir immer noch klein.“ Das Unternehmen vertreibt Vitamintabletten sowie Zink- und Magnesiumpräparate. B 12 Ankermann heißt das wichtigste Produkt, das das Vitamin in hoher Konzentration bietet. Aktuell haben die Böblinger in ihren Geschäftsfeldern kaum mit Konkurrenz zu kämpfen, weil sie die einzigen sind, die die Zulassung für das Arzneimittel in der Hochdosierung haben. „Wir wollen eine gewisse Größe erreichen, um weiterhin bestehen zu können“, sagte Monika Wörwag. Doch mit den Werbeetats der großen Pharma-Konzerne könnte ihr Familienbetrieb nicht mithalten.

Wachstum durch internationale Expansion

Die internationale Expansion soll das Wachstum bringen. Für viele ausländische Märkte ist das Vitaminpräparat laut der Betriebswirtin eine Neuheit. B 12 Ankermann wird bei der Therapie von Diabetes eingesetzt, und die Zahl der Betroffenen steigt im In- und Ausland. In vielen Länder konnte es zudem bislang nur gespritzt werden, die Tabletten von Wörwag erleichtern den Patienten dagegen das Leben. Nach Asien, auf die arabische Halbinsel und nach Westeuropa zieht es Wörwag in den kommenden Jahren. Bislang zählen Deutschland sowie Russland und Osteuropa zu den umsatzstärksten Märkten des Marketing- und Vertriebsunternehmens, das die Nahrungsergänzungsmittel nicht selbst herstellt.

Als „bewusstes Bekenntnis“ zum Standort Böblingen bezeichnete Monika Wörwag die Entscheidung für das Flugfeld. Ihr Familienbetrieb, der 1971 von Fritz Wörwag in Stuttgart gegründet wurde, sei in der Region tief verwurzelt. Mit ihrem Bruder Marcus, der im Aufsichtsrat sitzt, verlagerte sie den Firmensitz 1996 nach Böblingen. Als die Geschwister das Geschäft übernommen hatten, lag der Umsatz noch bei 25 Millionen Euro.

Glückwunsch zur Firmenentwicklung

„Einen Glückwunsch zu der herausragenden Firmenentwicklung“ gab es zum Spatenstich von Bernd Vöhringer. Mit Wörwag Pharma, der Flugfeld-Klinik und dem Ärztezentrum Medicum werde das interkommunale Flugfeld zu einem Medizinzentrum, erklärte der Sindelfinger Stadtchef. Stefan Belz konnte sich aber noch mehr über das Standortbekenntnis freuen als sein Kollege: Das Grundstück liegt auf Böblinger Gemarkung.




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