Der Sportverein Warmbronn verhindert die Entsorgung ehemaliger Hort-Container und baut sie mit viel Herzblut zu neuen Vereinsräumen um. Die Eröffnung ist für Juli geplant.

Vereine leben vom ehrenamtlichen Engagement der Mitglieder. Ein Beispiel ist die Sportvereinigung Warmbronn, die in diesem Jahr ein Projekt startete, das unter dem Motto „Bestehendes erhalten – Zukunft gestalten“ steht.

 

Es geht dabei um die wabenförmigen Container mit den markanten gelben Fensterrahmen am Sportgelände der Spvgg Warmbronn. Sie dienten bis vor etwa einem Jahr als Schülerhort für die Erstklässler der angrenzenden Grundschule. Jetzt müssen sie weg. In naher Zukunft wird an dieser Stelle ein Pausenhof entstehen.

Die Stadt hat keine Verwendung für die Waben-Container

Weil der Leonberger Teilort irgendwann eine neue Grundschule bekommen soll, werden die Schülerinnen und Schüler voraussichtlich im nächsten Jahr in provisorischen Container-Klassenzimmern unterrichtet, die der Länge nach auf Parkplätzen in der Büsnauer Straße errichtet werden. Um eine sichere Verbindung zum neuen Pausenhof zu garantieren, werden ein Teil des Kreisverkehrs und einige Parkplätze wegfallen.

Christoph Schenk hat die Projektleitung für das Waben-Projekt inne. Foto: Simon Granville

Die Stadt hatte keine Verwendung für die charakteristischen Waben-Container. Sie hätten entsorgt werden sollen. Davon bekamen die Verantwortlichen des örtlichen Sportvereins Wind und schauten sich den ehemaligen Hort genauer an. Bei ihrer Besichtigungstour kamen der Vorsitzende Alfred Thaler und sein Stellvertreter Christoph Schenk auf die Idee, die Räume für Vereinszwecke zu nutzen. „Die Container sind noch so gut in Schuss, da müssen wir was daraus machen und sie wieder zu neuem Leben erwecken“, meinten sie unisono.

Der 62-jährige Christoph Schenk, seit etwa einem Jahr im Vorruhestand, übernahm die Federführung für dieses Projekt. Unterstützung bekommt er von zahlreichen Helferinnen und Helfern aus dem Verein und auch aus dem Ort. Im Februar suchte die Spvgg das Gespräch mit der Stadt, um ihre Visionen vorzustellen. Die Idee: sechs von insgesamt acht Waben werden vom jetzigen Standort ab- und auf die Fläche zwischen der Steigwaldhalle und dem Kunstrasenplatz wieder aufgebaut. Dort sollen sie künftig dem Verein als Verkaufs- und Lagerräume dienen. Auch die Wabe, in der ursprünglich die kleine Sanitäranlage des Kinderhorts war, soll mit.

Die Stadt überlässt dem Verein die Container kostenfrei

Es folgten weitere Gespräche und ein intensiver Austausch mit dem städtischen Servicebüro Bauen. Eine Erkenntnis daraus: Ein Bauantrag ist notwendig. Hierfür erarbeitete der Verein gemeinsam mit befreundeten Architekten Pläne, eine Vermessung des Geländes und eine Betriebsbeschreibung. In der Zwischenzeit kam die gute Nachricht. Die Stadt stellt der Spvgg die Waben kostenfrei zur Verfügung. Für alle anderen Maßnahmen ist der Sportverein selbst verantwortlich. „Das Projekt wird etwa 40 000 Euro kosten, für Förderanträge war das alles zu spontan, aber wir werden versuchen, Sponsoren mit an Bord zu holen“, sagt Christoph Schenk.

In den Monaten danach ging es darum, technische Fragen, insbesondere zur Zu- und Abwasseranbindung, zu klären. Im September bekam die Spvgg die Baugenehmigung erteilt, wenig später die Baufreigabe mit dem „Roten Punkt“. Ehrenamtliche starteten im Oktober die ersten Arbeitseinsätze: Türen wurden ausgebaut, die Waben freigelegt und die Küche demontiert. Am neuen Standort folgten Erdarbeiten, das Setzen und Betonieren für sogenannte Punktfundamente, dazu die Verlegung der Leerrohre für Strom sowie Zu- und Abwasser – inklusive eines Anschlusses an die Staigwaldhalle.

Auch an die Umwelt wurde gedacht: Der Aushub wurde nicht entsorgt, sondern zur Erweiterung des Erdwalls am Beach-Volleyballfeld genutzt. „Bis Ende 2025 wollen wir die Waben am neuen Standort aufbauen, das ist allerdings auch vom Wetter abhängig“, sagt Christoph Schenk, der in Warmbronn auch Abteilungsleiter der Fußballer ist.

Das Vereinsmotto: Bestehendes erhalten – Zukunft gestalten

Für diese tonnenschwere Aufgabe wird ein Kranunternehmen engagiert. „Mit diesem Projekt zeigen wir, wie aus der drohenden Entsorgung eines funktionstüchtigen Gebäudes ein nachhaltiges, kreatives und gemeinschaftsstärkendes Vorhaben entstehen kann“, sagt Spvgg-Vorstandsmitglied Katharina Dickhoff, die für die Öffentlichkeitsarbeit im Verein zuständig ist. Das sei ganz im Sinne des neuen Vereinsmottos: Bestehendes erhalten – Zukunft gestalten.

Der Eröffnungstermin der Waben am neuen Standort steht schon fest. Am 5. Juli 2026 plant der Verein eine Sporthocketse. „Da sind alle eingeladen, nicht nur die Sportler“, sagt Katharina Dickhoff.