Bauprojekt in Korntal-Münchingen Neuer Eingang zu Korntals Einkaufsstraße

Das Gebäude rechts wird wohl im Winter abgerissen. Dafür bleibt die Winterlinde an der Ecke stehen. Foto: Simon Granville
Das Gebäude rechts wird wohl im Winter abgerissen. Dafür bleibt die Winterlinde an der Ecke stehen. Foto: Simon Granville

Bei dem Bauprojekt an der Ecke Johannes-Daur-Straße und Zuffenhauser Straße geht es voran: Läuft alles nach Plan, kann der Investor noch dieses Jahr die Baugenehmigung beantragen. Die Fläche soll aus gutem Grund in Szene gesetzt werden.

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Korntal-Münchingen - Das Bauvorhaben an der Ecke Johannes-Daur-Straße und Zuffenhauser Straße im Stadtteil Korntal von Korntal-Münchingen hat eine weitere Hürde genommen: Der Gemeinderat beschloss, dass der Entwurf des Bebauungsplans samt Stellungnahmen und Gutachten öffentlich ausgelegt wird – vier Jahre, nachdem das Projekt vorgestellt worden war. Damit könnte im Winter das Eckhaus der Abrissbirne zum Opfer fallen und im Frühling oder Sommer mit dem Neubau begonnen werden. Die Korntaler Bau will ein Wohn- und Geschäftshaus errichten. An der Ecke hat es vier Geschosse, Richtung Johannes-Daur-Straße sind es drei. Im Erdgeschoss zieht Gewerbe ein, drüber entstehen zwölf Wohnungen.

„Wir freuen uns, dass die Projektierung nun einen Schritt vorangekommen ist, auch wenn wir über einen schnelleren Fortschritt nicht böse gewesen wären“, sagt der Geschäftsführer der Korntaler Bau, Thomas Neubauer, auf Anfrage unserer Zeitung. Ursprünglich hatte er gehofft, die Baugenehmigung in 2019 zu bekommen. Jetzt wird es Oktober oder November, bis das Bebauungsplanverfahren beendet ist. Dann kann Thomas Neubauer die Baugenehmigung beantragen. Mit ein Grund für die Verzögerung: knappe Kapazitäten in den entsprechenden Ämtern der Stadtverwaltung. Der in dem Gebiet gültige Bebauungsplan ist aus den 1980er Jahren, überholt und muss daher geändert werden.

Eine zweite Eisdiele im Ort ist möglich

Inzwischen ist Thomas Neubauer auch bei möglichen Gewerbetreibenden vorangekommen: Für das Erdgeschoss gebe es augenblicklich verschiedene Interessenten, sagt er. Die Gespräche werde man erst konkretisieren, wenn das Bebauungsplanverfahren durchlaufen sei. „Ob es nun noch gelingt, eine Eisdiele anzusiedeln, muss abgewartet werden. Ausgeschlossen ist dies durch die Neueröffnung einige Häuser weiter nicht.“ Der Anbau an das Eckgebäude wurde bereits vor mehr als einem Jahr abgerissen. Die Eisdiele, die darin untergebracht war, hat mittlerweile nur einen Steinwurf entfernt ein neues Domizil gefunden.

Nicht nur die Bürger wünschen sich im Ort mehr Möglichkeiten, um etwas essen und trinken zu gehen, wie zum Beispiel im sozialen Netzwerk Facebook immer wieder zu lesen ist. Auch der Bürgermeister Joachim Wolf (parteilos) fände das gut. „Wir befürworten ein gastronomisches Angebot“, sagt er. Nadja Tonbak hat ebenfalls Ersatz gefunden: Die Inhaberin des Geschäfts für Dekoartikel, Larilli, im Eckgebäude zieht demnächst in eine Ladenfläche unweit ihres Pop-up-Stores, dem Laden auf Zeit.

Das Areal ist für die Stadt von immenser Bedeutung

Die Fläche an der Ecke Johannes-Daur-Straße und Zuffenhauser Straße ist für die Stadt grundsätzlich von immenser Bedeutung und soll einen Akzent setzen. Es sei ein prominentes Grundstück in „Scharnierlage“ mitten in der Innenstadt, sagt der Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung, Stefan Wolf. „Der Neubau bietet Chancen für die städtebauliche Aufwertung des Kreuzungsbereichs als Auftakt der zentralen Hauptgeschäftslage und bildet mit einem vorgesehenen Platzbereich eine Eingangssituation zur Stadtmitte aus“, heißt es in der Beratungsvorlage der Stadtverwaltung. Auf jenem Platz könnte es Außengastronomie geben. Die Tiefgarage wird um 17 Parkplätze erweitert, die Stellplätze an der Straße entfallen. Die ortsprägende Winterlinde an der Ecke bleibe erhalten, sagt Stefan Wolf.

Einigen Stadträten missfällt sowohl die Größe des Neubaus als auch dessen Flachdach. Der Grünen-Fraktionschef Harald Wagner sagt, voluminöse Bauten würden nicht aufwerten. Vier Vollgeschosse seien eines zu viel, kritisiert der Fraktionschef der FDP, Peter Ott. Er spricht von einem Wettlauf, bei dem es nur noch darum gehe, in der Stadt noch voluminöser zu bauen. In der Umgebung seien drei Geschosse üblich, ebenso Satteldach, so Ott. Gleichwohl lasse sich Flachdach begrünen, daher sei es sinnvoll. Renate Haffner (SPD) lobte die Pläne indes – vor allem deshalb, weil dringend benötigter Wohnraum entsteht.

Wo die Unterlagen ausliegen

Einsicht Der Entwurf des B-Plans liegt von 5. Juli bis einschließlich 9. August öffentlich aus. Bürger können die Unterlagen im Rathaus Korntal im Flur des vierten Stocks einsehen sowie im Internet: www.korntal-muenchingen.de, Planen und Bauen/Bebauungspläne/Bauleitpläne im Beteiligungsverfahren – und bei Bedarf Stellung nehmen.




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