Warum geht’s nicht voran „in den Bergteilen“, wie das Gebiet heißt? Schon vor Monaten wurden die grauen Beton-Gartengeschosse von 22 Häusern erbaut, seither hat sich nicht mehr viel getan. Da fragt man sich im Ort schon, ob der Projektgesellschaft womöglich das Geld ausgegangen ist. Das sei mitnichten der Fall, betont Dieter Munk, Geschäftsführer von Ecoshare Solutions, der Muttergesellschaft von „Grünes Leben am Schafhaus“. Im Gegenteil, die bereits geschaffene Infrastruktur, einschließlich des Nahwärmenetzes und der Keller, sei bereits voll bezahlt und die Bauplätze mit keiner Grundschuld belastet. Das finde man bei solchen Projekten nur selten.
Ungewöhnliche Bauweise
Dass im Gebiet nichts voranging, begründet er mit einem Geschäftsführerwechsel im eigenen Unternehmen; außerdem habe Corona gebremst, ebenso wie die unsichere Lage der Automobilindustrie in der Region. Und schließlich sei man auch zu dem Schluss gekommen, die Werbetrommel erst dann zu rühren, wenn ein Musterhaus fertig ist. Denn die Bauweise ist ungewöhnlich und die Häuser sind aufgrund des hohen Standards nicht ganz billig – da sollen die Leute vor einer Entscheidung Wohnatmosphäre schnuppern können, findet Munk.
Besagtes Musterhaus entsteht gerade am östlichen Rand des Geländes, von außen ist es schon weitgehend fertig, der Innenausbau läuft. Zwar besteht das untere Geschoss, das halb im Gelände verschwindet, wegen der Feuchtigkeit aus Beton. Die beiden Stockwerke darüber werden aber komplett in Massivholzbauweise erstellt: „CLT, cross laminated timber“, heißt der Baustoff aus über Kreuz verleimten Brettlagen. Die Kunden haben die Auswahl zwischen verschiedenen Hölzern von Kiefer bis Zirbe. In jedem Fall gebe das ein tolles Wohnklima, sagt Munk. 18 Zentimeter dick ist der Baustoff, 18 Zentimeter Holzfaserplatte als Dämmung kommen noch außen drauf, dann Putz. Auch die dreifach verglasten Fenster trügen dazu bei, dass die Gebäude den KfW-Standard 55 erreichten, erklärt der Geschäftsführer. Beheizt werden sie mittels Nahwärme, dafür sind im benachbarten Acker in 1,5 Metern Tiefe Kollektoren verlegt worden. Die Flüssigkeit, die in ihnen zirkuliert, habe das ganze Jahr lang ungefähr acht Grad: Das reiche dank Wärmepumpe sowohl zum Heizen als auch für die Wassererwärmung.
Ausgefuchstes, nachhaltiges Konzept
Die Wärmepumpe wiederum wird mit Solarenergie vom Dach betrieben, jedes Haus hat einen Batteriespeicher. Um Verbrauchsspitzen abzudecken, sei das Quartier trotzdem ans öffentliche Stromnetz angeschlossen. Aber „wir gehen davon aus, dass wir im Jahresmittel autark sind“, sagt Munk.
Er führt Interessenten gerne über das Gelände mit den fertigen Untergeschossen, zeigt das mit einer Wiesenmischung eingesäte Kollektorenfeld, die Lage der künftigen Gärten und den Graben für die Entwässerung. Zusätzlich sind alle Gebäude mit einer Zisterne ausgestattet. Der künftige Quartiersplatz in der Mitte des Geländes ist gedacht als „kleiner Community-Bereich, wo man sich treffen kann“, sagt Munk. Außerdem sollen hier ein Gemeinschaftsauto stationiert und öffentliche Lademöglichkeiten eingerichtet werden. Ein ziemlich ausgefuchstes, nachhaltiges Konzept, das die passenden Bewohner braucht.
Insgesamt entstehen 17 Einfamilienhäuser und 24 Doppelhaushälften von rund 140 bis knapp 200 Quadratmetern. Preislich liege die günstigste Variante bei knapp über 800.000 Euro, sagt Dieter Munk: „Aber wer das hier kauft, kann über steigende Gas- und Ölpreise nur lächeln.“ Zur Zahl der bisherigen Interessenten äußert er sich nicht. Er sei aber zufrieden, es gebe eine Vormerkliste und auch schon konkretes Interesse.