Bauprojekt in Sindelfingen Neubebauung des Post-Voba-Areals muss warten

Eigentlich sind Stadthaus (Mitte links) und Bürgerzentrum (rechts daneben) geplant, nun wird erst einmal der Platz vergrößert. Foto: Hähnig/Gemmeke Architekten

Ende des Jahres wird die alte Post in Sindelfingen abgerissen. Doch wegen der angespannten Finanzlage will man mit der Neubebauung warten und die Baugrube einfach auffüllen.

Noch in diesem Jahr soll das alte Postgebäude in der Sindelfinger Innenstadt abgerissen werden. Da wegen der angespannten finanziellen Lage der Stadt sich die geplante Bebauung vermutlich verzögern wird, muss nun ein anderer Plan her: Die Baugrube soll aufgefüllt werden und so ein weiterer Platz für Veranstaltungen entstehen.

 

Große Pläne haben die Stadtverwaltung und der Sindelfinger Gemeinderat für die Entwicklung eines Filetstücks in der Innenstadt. Auf dem sogenannten Post-Voba-Areal zwischen Marktplatz und Busbahnhof sollen ein Stadthaus mit Arztpraxen und Büroflächen sowie ein Kultur- und Bürgerzentrum entstehen. Die alte Volksbank wurde schon vor Jahren abgerissen. Auf dieser Fläche hat sich mittlerweile der „Grüne Platz“ etabliert, auf dem Veranstaltungen wie Konzerte stattfinden. Noch steht die alte Post in direkter Nachbarschaft. Doch in diesem Jahr soll nun auch sie abgerissen werden.

Gewerbesteuer massiv eingebrochen

Noch 2025 war im Gemeinderat diskutiert worden, ob man die Baugrube nach dem Abriss zunächst auffüllen solle. Die Stadtverwaltung hatte dies abgelehnt mit der Begründung, dass man ja schnell mit der neuen Bebauung beginnen möchte. Doch nun hat sich die finanzielle Situation der Stadt innerhalb kurzer Zeit drastisch verändert. Ein massiver Einbruch bei der Gewerbesteuer verbunden mit der angespannten Weltwirtschaftslage hat dazu geführt, dass die Verwaltung einen Nachtragshaushalt aufstellen musste. Drastische Sparmaßnahmen sind angesagt. Dies trifft nun auch die geplanten Investitionen, die zum großen Teil verschoben werden.

„Nach dem Rückbau des Postgebäudes“ könne nicht von einer „zeitnahen Bebauung des Fläche ausgegangen werden“, heißt es im schönsten Bürokratendeutsch in der Vorlage der Stadtverwaltung für den Gemeinderat. Deshalb schlägt die Verwaltung vor, die nach dem Abriss der Post entstehende Baugrube zu befüllen. Dies kostet 130 000 Euro und kommt zu den Kosten von 845 000 Euro für den Abriss des Postgebäudes hinzu.

Die aufgefüllte Fläche könnte als weiterer Platz für Veranstaltungen genutzt werden, insbesondere während der Zeit des Marktplatzumbaus, so der Vorschlag der Stadtverwaltung. Eventuell wird dann künftig der Wochenmarkt dort stattfinden.

Abriss soll im Herbst erfolgen

Der Abriss der alten Post soll im Herbst beginnen und bis Weihnachten abgeschlossen sein. Im Januar kann dann die Baugrube befüllt werden und ab Februar die Fläche als Ausweichplatz für Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Der Gemeinderat stimmte diesem Antrag am Dienstag einstimmig zu. Die Pläne für ein Stadthaus und das Bürger- und Kulturzentrum sind damit vermutlich zwar nicht aufgehoben, aber vermutlich für lange Zeit aufgeschoben.

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