Bauprojekt in Stuttgart Milaneo punktet mit Design und Umweltaspekten

Von Caroline Leibfritz 

Schick und modern oder öde und einfallslos: Das Milaneo ist eines der umstrittensten Bauvorhaben in Stuttgart. International jedoch kommt es gut an. Bei der Immobilienmesse Mipim in Cannes wurde es in der Kategorie „Zukünftige Megaprojekte“ ausgezeichnet.

So soll das Milaneo einmal aussehen. Foto: StZ 11 Bilder
So soll das Milaneo einmal aussehen. Foto: StZ

Stuttgart - Wenige Bauvorhaben in Stuttgart rufen derart unterschiedliche Reaktionen hervor wie das Milaneo, das derzeit auf dem früheren Güterbahnhofsgelände an der Wolframstraße entsteht. Für die einen ist es ein zukunftsweisendes Megaprojekt, die anderen erkennen darin einen weiteren Beitrag langweiliger Investorenarchitektur von der Stange und verweisen auf den starken Konkurrenzdruck für die Innenstadtgeschäfte und die befürchtete Verkehrszunahme durch neue Kundenströme. Neben dem Einkaufszentrum mit mehr als 200 Läden und Lokalen soll es auf der ehemaligen Bahnbrache bald auch 417 Mietwohnungen, ein Hotel mit 160 Zimmern sowie Büros geben. Im Rahmen der internationalen Immobilienmesse Marché International des Professionnels de l’immobilier (Mipim), die als einer der größten Immobilientreffs der Welt gilt, wurde das Milaneo jetzt, wie berichtet, in Cannes in der Kategorie „Zukünftige Megaprojekte“ mit dem Mipim-Award ausgezeichnet.

Drei weitere Projekte waren ebenfalls für den Preis nominiert: ein Quartiersprojekt im britischen Manchester, ein Hightech-Areal im chinesischen Beijing und eine Lagunenlandschaft auf den Malediven. Die Bewertung erfolgte je zur Hälfte durch die Messebesucher und zur Hälfte durch eine Jury aus Immobilienfachleuten. Diese stuften die eingereichten Projekte nach Kriterien wie Originalität des Konzepts, architektonisches Design, technische Qualität, Wirtschaftlichkeit, Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit ein.

Bau beginnt im Herbst

Für den Mipim-Award wurden in diesem Jahr 175 Projekte aus 46 Ländern weltweit eingereicht. In acht Kategorien, darunter „Hotels und Ferienanlagen“, „Büro- und Geschäftshäuser“, „Wohnimmobilien“ oder „Revitalisierungen“, wurden die jeweils besten Projekte ausgewählt. Der Mipim-Award gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen der Immobilienbranche. Seit 1991 werden damit weltweit herausragende Projekte gewürdigt.In den vergangenen Jahren ging der Preis mehrfach nach Deutschland. So gewann in der Kategorie „Büro- und Geschäftshäuser“ 2007 die Europa-Passage in Hamburg. 2010 erhielt das Kameha Grand Bonn den Preis in der Kategorie „Hotels und Ferienanlagen“. In der Kategorie „Wohngebäude“ verzeichnete der Marco Polo Tower in Hamburg einen Sieg und 2012 wurde das Frankfurter Projekt Maintor mit dem Mipim-Award geehrt.

Mit dem Bau des Milaneo wurde im Herbst 2012 begonnen. Im Herbst 2014 soll es fertig sein. Das Projekt wurde bereits mit dem Vorzertifikat in Gold der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) sowohl für das Einkaufszentrum als auch für das gesamte Quartier ausgezeichnet.

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