Vaihingen - Die nach eigenen Angaben rund 50 Aktive zählende und parteilose Einwohner-Initiative „Vaihingen ökologisch Sozial“ (VÖS) hat sich von Anfang an gegen das Allianz-Bauprojekt und gegen den Bebauungsplan der Stadt ausgesprochen. „Die Initiative hat die Ablehnung eines großen Teils der Vaihinger ausgedrückt“, sagt der Vaihinger Bezirksbeirat Gerhard Wick, der sich in der Gruppe engagiert. Zwei Demonstrationen in Vaihingen, die eine bei minus zehn Grad, die andere bei 35 Grad Hitze, zeigten dies seiner Meinung nach deutlich. Weit mehr als 1000 Vaihinger hätten Einspruch gegen den Bebauungsplan erhoben.
Die Initiative habe stets darauf hingewiesen, dass es der Allianz weniger um Büroarbeitsplätze als vielmehr um ein Immobiliengeschäft durch die Wertsteigerung des Bodens um fast 40 Millionen Euro infolge des Bebauungsplans gehe. „Warum sonst hat die Allianz angebotene Flächen in bestehenden Gewerbegebieten als zu klein abgelehnt und ihren Platzbedarf zu hoch angegeben?“, fragt Gerhard Wick. Die Stadträte aller Fraktionen außer SÖS/Linke/Plus, sagt Wick, hätten darauf verwiesen, dass man Schäden für das Klima in Kauf nehmen müsse, um die Allianz mit ihren 4500 Arbeitsplätzen in Stuttgart zu halten. „Die Arbeitsplätze hätten auch an anderer umweltverträglicherer Stelle angesiedelt werden können“, sagt Wick.
Forderungen an den Gemeinderat
„Nachdem nun noch vor dem Baubeginn von der Allianz selbst offenbart wird, dass sie nur etwas mehr als die Hälfte der Büroarbeitsplätze benötigt und auf zwei große Gebäude-Komplexe verzichten kann, verlangen wir von Stadtverwaltung und Gemeinderat, den Bebauungsplan entsprechend den tatsächlichen Erfordernissen der Allianz zu ändern und die mit dem bestehenden Bebauungsplan eintretenden Umwelt- und Klimasünden wenigstens etwas zu korrigieren“, sagt Gerhard Wick. Bei ihrer Entscheidung für die Aufstellung des Bebauungsplans hätten Verwaltung und Gemeinderat entgegen den Empfehlungen des Vaihinger Bezirksbeirats die Umwelt-, Klima- und Gesundheitsbelange der Vaihinger zurückgestellt. Nun müsse zu Gunsten der ökologischen und gesundheitlichen Erfordernisse neu abgewogen werden.
So könne statt der nicht mehr benötigten Gebäude-Komplexe im Süden der vom Umweltamt für die Kaltluftströme als zwingend erforderlich bezeichnete mindestens 50 Meter breite Grünstreifen erhalten bleiben. „Auch auf einen beträchtlichen Teil der unterirdischen Parkplätze, welche die Grundwasserströme beeinflussen, kann bei der reduzierten Beschäftigtenzahl verzichtet werden“, sagt Wick.