Bis Mitte 2026 soll am Neckarwehr in Wendlingen ein neuer Fischauf- und abstieg entstehen. Der Kostenpunkt: 2,5 Millionen Euro.
Im Auftrag des Regierungspräsidium Stuttgart hat Anfang der Woche der Neubau eines Fischaufstiegs am Neckarwehr in Wendlingen begonnen. Die alte Fischtreppe ist defekt und wird ersetzt. Zu den Arbeiten gehört auch auch eine permanente Hochwasserschutzmauer beim neuen Fischaufstieg sowie im zweiten Schritt ein Fischabstieg. Die Kosten belaufen sich auf rund 2,5 Millionen Euro und werden komplett vom Land getragen.
Neckarwehr bisher für Fische unüberwindbar
„Die Durchgängigkeit unserer Flüsse ist entscheidend, wenn wir ihren ökologischen Zustand verbessern wollen. Davon profitieren nicht nur die Fische, die das Neckarwehr künftig passieren können, sondern schlussendlich wir alle“, sagte Regierungspräsidentin Susanne Bay. Das Neckarwehr bei Wendlingen ist mehrere Meter hoch und für Fische bislang unüberwindbar. Die alte Fischtreppe auf der linken Flussseite ist zudem beschädigt und nicht nutzbar. In einem serpentinenartig verlaufender neuen Schlitzpass – das sind stufenartig miteinander verbundene Becken – sollen die Fische künftig flussaufwärts wandern. Ein offener Kanal, der direkt an den Schlitzplatz anschließt, leitet die Tiere dann seitlich am Wehr vorbei. Der dort unterirdisch verlaufende Triebwerkskanal und andere Leitungen erschwerten die Planungen, obendrein mussten die beengten Platzverhältnisse berücksichtigt werden. „Der neue Fischaufstieg beim Neckarwehr war anspruchsvoll zu planen “, bestätigte Bay.
Steg über den Neckar wird zeitweise gesperrt
Während der Arbeiten kommt es zu Behinderungen für den Fuß- und Radverkehr. Die Wege entlang des Neckars und in Richtung Köngen bleiben grundsätzlich offen, ein Korridor führt weiterhin durch die Baustelle. Der Steg über den Neckar muss jedoch zeitweise gesperrt werden; dann wird der Verkehr über die Ulrichsbrücke umgeleitet. Das Regierungspräsidium plant Sperrungen frühzeitig anzukündigen.
Für den Bau werden Teile der bestehenden Uferbefestigung abgebrochen und das Baufeld vorübergehend vom Fluss abgeschottet. Nach Umsetzung des Fischbestands werden Betonfertigteile eingesetzt und eine neue Hochwasserschutzmauer gebaut. Außerdem wird die alte Fischtreppe zurückgebaut. Die Arbeiten am Fischaufstieg inklusive neuer Hochwasserschutzmauer sollen in der ersten Jahreshälfte 2026 weitestgehend abgeschlossen werden. Der Betreiber der Wasserkraftanlage wird zeitgleich sein Einlaufbauwerk optimieren. Auch hier wird dem Fischschutz besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Anschließend wird eine Fischabstiegsanlage mit einer verschließbaren „Rutsche“ eingebaut. Taucher hatten dafür im Vorfeld das Wehr untersucht. Durch die „Rutsche“ können die Fische die Fallhöhe von rund vier Metern stromabwärts verletzungsfrei überwinden.