Baustart an der Klinik in Ostfildern-Ruit Mehr Komfort für die Patienten

So soll der neue Bettenflügel neben dem Haupteingang der Medius-Klinik in Ruit aussehen. Foto: Medius-Klinik

Das Krankenhaus im Ostfilderner Stadtteil Ruit ist in die Jahre gekommen. Bis 2027 sollen die Gebäude erneuert werden. Eine Einschränkung des Betriebs soll mit den Bauarbeiten aber nicht verbunden sein.

Ostfildern - Im März geht es los. Dann wird mit dem Abriss des alten Bettenflügels neben dem Haupteingang der Medius-Klinik in Ostfildern-Ruit begonnen. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits. Nach dem Abriss soll ab Mitte des Jahres mit dem Neubau begonnen werden. Die aktuelle Kostenschätzung stammt aus dem Jahr 2019. Damals wurden die Baukosten für den ersten von zwei Bauabschnitten mit knapp 70 Millionen Euro beziffert, 28,5 Millionen Euro davon möchte das Land Baden-Württemberg zuschießen. Dass die Prognose angesichts stark steigender Baukosten gehalten wird, ist allerdings unwahrscheinlich. „Es wird teurer werden“, sagt der Geschäftsführer Sebastian Krupp.

 

Eine Sanierung allein war aus Sicht der Planer nicht wirtschaftlich. Nun soll sowohl neu gebaut, saniert und im Bestand gebaut werden. „Was noch gut ist, verwenden wir weiter“, erklärt Krupp. Das Krankenhaus wurde 1969 in Betrieb genommen. Seitdem wurden bereits immer wieder unterschiedliche Bereiche saniert. Im Jahr 2011 wurde ein Erweiterungsbau in Betrieb genommen. „Man hat schon viel gemacht“, betont der Klinikleiter Philipp Henßler. Doch gerade in den alten Bettenflügeln gab es noch einige Bereiche, die modernen Ansprüchen nicht mehr genügten. Beispielsweise mussten sich in einigen Bereichen bis zur Inbetriebnahme des Interimsbaus im Jahr 2020 bis zu sechs Patienten ein Badezimmer teilen. „Wir wollen uns für die Zukunft rüsten, dafür brauchen wir eine neue Gebäudestruktur“, erklärt Henßler. Nach dem Neubau sollen beispielsweise Zweibettzimmer Standard sein.

Isolationszimmer werden gleich mit eingeplant

Damit der Klinikstandort sein Angebot auch während der Umbauarbeiten fortsetzen kann, wurde ein Interimsbau mit 128 Betten in einer Modulbauweise aufgestellt. „Der Betrieb soll in normalem Umfang weiterlaufen“, betont der Klinikleiter Henßler. Zuletzt hatten zwar noch keine Bauarbeiten, dafür aber Corona den Klinikbetrieb in Ruit eingeschränkt. Doch seit sich die Omikron-Variante verbreite, entspanne sich die Situation auf der Intensivstation. Die Klinik hofft nun, verschobene Operationen und Behandlungen nachholen zu können und wieder in einen normalen Betrieb zu kommen.

Die Herausforderungen einer Pandemie für eine Klinik haben sich auch in der Planung für die Zukunft des Krankenhausstandortes in Ruit niedergeschlagen. In den neuen Bereichen wurden beispielsweise Isolationszimmer gleich mit eingeplant. „Es hat sich in der Pandemie gezeigt, dass es einen Bedarf dafür gibt“, sagt der Geschäftsführer Krupp. Außerdem ist eine sogenannte Intermediate Care-Abteilung geplant. Dort sollen Menschen liegen, die zwar einen hohen Pflege- und Untersuchungsbedarf haben und deren Vitalfunktionen überwacht werden müssen, aber noch kein Intensivbett brauchen.

Kürzere Wege und eine bessere Verzahnung der Abteilungen

Eine weitere Neuerung ist die dezentrale Bettenaufbereitung. Bislang müssen die genutzten Betten vor einer Wiederverwendung weite Wege über die langen Flure zur Aufbereitung geschoben werden. Durch eine Dezentralisierung der Bettenaufbereitung hofft die Klinik, zukünftig die weiten Wege zu verkürzen. Kürzere Wege und eine bessere Verzahnung der Abteilungen, das sind zwei der Ziele, die mit dem Neubau verfolgt werden. „Der Bau folgt dem Prozess“, fasst es Philipp Henßler zusammen. Am bisherigen Leistungsspektrum und der Bettenzahl soll sich nach der Fertigstellung des Klinikneubaus nichts ändern. Von einer modernen Gebäudetechnik, speziell einer besseren Klimatisierung, sollen Patienten und Mitarbeiter profitieren.

Geplant ist, den ersten Bauabschnitt in drei Jahren abzuschließen. Damit die Patienten so wenig wie möglich von den Bauarbeiten belastet werden, soll vor dem Abriss des ersten Bettenflügels das Gebäude vom Bestand getrennt werden. Vibrationen des Abrisses können damit verringert werden. Ganz unauffällig werden die Arbeiten allerdings trotz aller Vorsicht nicht über die Bühne gehen können. „Es wird Geräusche geben und sichtbar sein“, stellt Henßler klar.

Fünf Jahre Bauzeit sind insgesamt eingeplant

Nach der ersten Bauphase, also ab Ende des Jahres 2024, sollen der zweite Bettenflügel und der Funktionsbau der Klinik erneuert werden. Das Vitalcenter zwischen den Bettenflügeln bleibt bestehen. Die Kosten für den zweiten Bauabschnitt liegen noch nicht auf dem Tisch. Wenn alles planmäßig verläuft, könnte der komplette Klinikumbau in rund fünf Jahren abgeschlossen sein. Was anschließend mit dem Interimsgebäude passiert, das ist noch offen.

Arbeitsplatz für rund 1000 Menschen

Betten
 Insgesamt verfügt der Klinikstandort in Ostfildern-Ruit über 280 Betten, die in einer durchschnittlichen Woche vor dem Ausbruch der Coronapandemie mit rund 250 Patienten belegt waren.

Mitarbeiter
Vom medizinischen und pflegerischen Personal über die Verwaltung, das Facilitymanagement bis hin zu den Reinigungskräften arbeiten rund tausend Menschen an der Klinik in Ruit.

Zeitplan
Bis zum Jahr 2024 soll der erste Bauabschnitt fertiggestellt werden. Anschließend sollen die Arbeiten am zweiten Bettenflügel und am Funktionsbau der Klinik beginnen. Ein Ende der Bautätigkeit ist für das Jahr 2027 geplant.

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