Baustart im Sommer Mit dem Rad über das Körschtalviadukt

Von hol 

Seit 20 Jahren warten die Radfahrer auf diese Baumaßnahme. Jetzt soll sie tatsächlich kommen.

Radfahrer müssen  zwischen Nellingen und Neuhausen einen Umweg nehmen. Foto: Horst Rudel
Radfahrer müssen zwischen Nellingen und Neuhausen einen Umweg nehmen. Foto: Horst Rudel

Denkendorf - Man kann es sich heute kaum noch vorstellen. Aber einen Radweg hatten die Verantwortlichen bei der Planung des Körschtalviadukts schlicht vergessen. Nach der Eröffnung 1995 durften Radler zwar zunächst noch über die Brücke fahren, doch nach vier Jahren wurde sie aber aus Sicherheitsgründen gesperrt. Rund 20 Jahre haben die Radfahrer seither auf eine befriedigende Lösung warten müssen, um sicher und ohne allzu große Mühe von Neuhausen nach Ostfildern-Nellingen (Kreis Esslingen) zu kommen.

In den Sommerferien 2018 soll es nun tatsächlich soweit sein. Dann will das Stuttgarter Regierungspräsidium 400 000 Euro in die Hand nehmen, um das Viadukt auf der Landesstraße 1204 zwischen der Autobahnanschlussstelle Esslingen/Neuhausen und Ostfildern-Nellingen mit einem Geh- und Radweg zu ergänzen. Das Projekt ist 2017 in den Landes-Maßnahmenplan aufgenommen worden.

Eine Brücke von zentraler Bedeutung für den Radverkehr

Forderungen, an dieser Stelle etwas für den Radverkehr zu tun, gab es schon lange. Denn das Körschtalviadukt ist für den Radverkehr auf den Fildern von zentraler Bedeutung. Bisher müssen die Radfahrer, wollen sie von Neuhausen in Richtung Ostfildern-Nellingen fahren, nicht nur einen erheblichen Umweg in Kauf nehmen. Sie müssen auch etliche Höhenmeter überwinden, was die Attraktivität dieser Strecke für den Normalradler nicht gerade erhöht hat. Besonders betroffen sind Schüler aus Neuhausen, die in Ostfildern zur Schule gehen und bisher noch zwei Mal pro Tag ins Körschtal hinunter und auf der anderen Seite wieder hinauffahren müssen.

Lange hatte es geheißen, ein Radweg auf der Körschtalbrücke ließe sich auf der vorhandenen Brücke nicht realisieren. Davon ist nun keine Rede mehr. Die ohnehin überbreiten Spuren für die Autofahrer werden auf eine Breite von jeweils 3,50 Meter plus einem 50-Zentimeter breiten Schutzstreifen zurückgebaut. Die Westkappe der Brücke wird dann ergänzt, so dass auf dieser Seite ein 2,80 Meter breiter Geh- und Radweg entstehen kann. Dieser ist durch eine 90 Zentimeter hohe Betonschutzwand von den Fahrspuren getrennt. Zudem wird der bestehende Übersteigschutz an der Außenseite der Brücke durch einen neuen Schutz ersetzt. Der Radweg wird auf beiden Seiten der Brücke an das bestehende Feldwegenetz angeschlossen, wobei der südliche Anschluss zunächst nur provisorisch eingerichtet wird, weil die Autobahnanschlussstelle Neuhausen wegen des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm derzeit umgeplant wird.

Die Brücke wird halbseitig gesperrt

Während der Bauphase im August droht Ungemach für die Autofahrer und für die Nellinger Bürger. Denn in den Sommerferien wird das Körschtalviadukt für die dann notwendigen Arbeiten auf der Brücke halbseitig gesperrt. Zwar können die Verkehrteilnehmer von Esslingen in Richtung Autobahn fahren. In der umgekehrten Richtung wird der Verkehr aber durch das Körschtal und durch Nellingen in Richtung Esslingen umgeleitet.