Die Sanierung der B27 in Bietigheim-Bissingen (Kreis Ludwigsburg) ist nicht wie angekündigt dieses Jahr fertig. Was die Gründe für die Verzögerung sind und wo 2026 neu gesperrt wird.
Zwischen schnellem Baufortschritt und längerer Bauzeit bewegt sich die Baustelle auf der B27 durch Bietigheim dieser Tage. Schnellen Baufortschritt gibt es beim Ersatz der sogenannten „Valeo-Mauer“. Ein neues legoartiges Verfahren sorgt für einen rasanten Mauerbau. Schlechte Nachrichten gibt es trotzdem für Autofahrer. Wohl noch das ganze Jahr 2026 wird die Hauptschlagader nur einspurig befahrbar sein.
Der Reihe nach: Der Ersatz für die „Valeo-Mauer“ im südlichen Bereich der B27 auf Bietigheimer Gemarkung direkt vor dem Bahndurchlass wird wohl schon Ende nächster Woche fertig sein. Das ist möglich dank eines neuen Verfahrens mit Steinen, die ein wenig an Klemmbausteine aus Dänemark erinnern. Passend werden derzeit die tonnenschweren Blöcke aufeinander gebaut.
Ein Unternehmen aus Memmingen liefert die Blöcke für die 186 Meter lange Mauer. Baubürgermeister Michael Wolf zeigte sich bei einem Ortstermin begeistert von der Methode. Zwei bis drei Monate hätte der Mauerbau nach herkömmlicher Art gedauert, nun steht die Mauer nach zwei bis drei Wochen. Die Blöcke werden ineinander verhakt und halten ansonsten allein durch Schwerkraft. Das spare Geld und Zeit.
Zeit, die bei der Sanierung der B27 ansonsten eher nicht auf der Seite der Bauherren ist. Entgegen dem ursprünglichen Ziel, bis Weihnachten 2025 mit den Arbeiten bis zur Höhe Krankenhaus fertig zu sein, verzögert sich die Fertigstellung der Fahrbahn. Bis voraussichtlich Mitte Mai wird auf Höhe McDonald’s und der dortigen Eisenbahnbrücke noch gebaut werden.
Der Grund liegt laut Andreas Klein vom Regierungspräsidium Stuttgart vor allem an der komplizierten Leitungssituation im Untergrund. Diverse Leitungen mussten umgelegt werden, vieles davon sei erst ersichtlich gewesen, als man die Straße öffnete.
Autofahrer müssen aber noch mehr aushalten. Ist der oben genannte Abschnitt fertig, wird die Auwiesenbrücke saniert und dreieinhalb Monate gesperrt. Die Umleitung wird für innerstädtischen Verkehr wohl über die Hillerstraße laufen müssen. Ein neuer Stauschwerpunkt droht.
Die B27 bleibt zu großen Teilen voraussichtlich bis Ende 2026 einspurig. Denn auch die Kurve beim Krankenhaus und die Fahrbahn bis zum Ortsausgang Richtung Kammgarnspinnerei werden dann saniert.